Professor van Dusen (16) – …nimmt die Beichte ab

Titel: Professor van Dusen (16) – …nimmt die Beichte ab / Verlag: Allscore / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Nicolai Tegeler, Luise Lunow, Franziska Endres, Ilka Teichmüller ua

Eine anfangs noch harmlose Reise nach Florida entwickelt sich für Professor van Dusen und seinen treuen Begleiter Hutchinson Hatch zu einem gefährlichen Abenteuer. Durch einen Hurricane vom Weg abgekommen, landen die beiden Männer ausgerechnet in einem Nonnenkloster. Dort geht es den Bewohnerinnen zufolge nicht mit rechten Dingen zu: Geheime Zeichen an der Wand versetzen die Nonnen in Aufruhr! Auch die erste Leiche lässt nicht lange auf sich warten. Die Denkmaschine nimmt daraufhin die Herausforderung eines Parapsychologen an, in einem Wettstreit die Lösung des Falls zu finden.


Dieser Folge ist zu Beginn noch nicht viel von einem neuen Fall für die Denkmaschine anzumerken. Für ihn und natürlich auch Hatch geht es dieses Mal per Automobil nach Florida. Jedenfalls soll er dorthin gehen, doch das Wetter und auch das Automobil erschweren die Reise sehr. Allerdings auf höchst vergnügliche Art und Weise. Ich habe manches Mal grinsen müssen als die beiden das Auto anmieten und auch bei ihren Wortgefechten auf der brenzligen Fahrt, die schließlich unter einem umgestürzten Baum ein jähes Ende findet.
Von nun an ist es auch mit dem Vergnügen vorbei. van Dusen und der verletzte Hatch landen in einem einsam gelegenen Kloster, in dem es zu spuken scheint. Die kleine Gruppe Nonnen dort lebt mehr oder minder verängstigt mit den seltsamen Vorkommnissen, denen ein Parapsychologe auf die Spur zu kommen versucht. Jedenfalls bis van Dusen Wind von der Sache bekommt, denn von da an wirkt der „Geisterjäger“ vor allem albern.
Als eine der Schwestern tot aufgefunden wird, nimmt van Dusen die Spur des vemeintlichen Spuks auf und tritt damit in Konkurrenz zu dem Parapsychologen, was diesem natürlich gar nicht passt.
Mir hat diese Folge wirklich sehr gut gefallen, denn ich mag es, wenn man es mit einer überschaubaren Anzahl an Figuren zu tun hat. So kann man sich für jede ein bisschen Zeit nehmen und Überlegungen anstellen, ob und inwiefern sie mit den Ereignissen zu tun haben könnte. Auch der leicht uneheimlich anmutende Schauplatz, das alte, verwinkelte, schiefe Kloster war ganz nach meinem Geschmack. Das hat einfach seinen ganz speziellen Charme und sorgt für ein bisschen Gänsehautfeeling.
Das Rätsels Lösung dagegen ist im übersinnlichen Verständnis überhaupt nicht schaurig, grausig aber auf alle Fälle und es ist einmal mehr ein reines Vergnügen, van Dusen bei seinen aufklärenden Erläuterungen zu lauschen. Es bleibt bis zur letzten Minuten spannend, wer der- oder diejenige mörderische Welche ist…

Luise Lunow glänzt mit ihrer markanten Stimme als Mutter Ignazia. Man nimmt ihr diese Rolle auf Anhieb ab und hat auch gleich ein entsprechendes Bild von dieser Figur vor Augen. Dirk Müller gelingt es ebenfalls sehr gut, einem einen Eindruck von dem Parapsychologen zu vermitteln. In den Rollen der Schwestern sind Franziska Endres, Nicole Hannak, Ilka Teichmüller und Jenny Maria Meyer zu hören, die man dank ganz verschiedener Stimmen und Tonfälle prima unterscheiden kann. Dadurch werden auch die verschiedenen Charaktere dieser Figuren schnell deutlich.

Diese Folge lebt zu einem großen Teil von ihrer genialen Atmosphäre, welche sie unter Anderem auch der musikalischen Untermalung verdankt. Die fällt sehr stimmig aus und man fühlt sich schnell in dieses seltsame Kloster versetzt. Eine ganze Reihe Geräusche veranschaulicht das Geschehen.

Das düstere Klostergwölbe auf dem Cover vermittelt einen Eindruck davon, wo diese Geschichte spielt. Ein bisschen unheimlich wirkt es auch. Witzig finde ich den Kontrast zwischen der ehrwürdigen Mutter Ignazia und dem Trio hinter ihr, dass vor allem neugierig und im Vergleich deutlich lockerer wirkt.

Fazit:  Eine spannende Geschichte mit unheimlichen Einschlägen und so genau mein Fall!

Die drei !!! (54) – Klappe und Action!

Titel: Die drei !!! (54) – Klappe und Action! / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Achim Buch, Christian Rudelof, Marita Fliege, Sonja Stein ua

Kamera läuft! Kim, Marie und Franzi sind als Statistinnen bei einem Krimi-Dreh dabei, bei dem Maries Vater Helmut Grevenbroich die Hauptrolle spielt. Doch aus Spiel wird Ernst: Im Kaufhaus Pulitzer, dem Drehort, werden zwei Verkäuferinnen ausgeraubt und Helmut Grevenbroich ist der Hauptverdächtige! Fieberhaft machen sich die drei !!! auf die Suche nach Herrn Grevenbroichs Doppelgänger.


Nach der Geschichte um die Hochzeit von Maries Vater und Tessa, bringen diese bzw ihr Job die drei Freundinnen gleich zum nächsten Fall. Die Mädchen dürfen beim Krimidreh in einem Kaufhaus als Statisten mit von der Partie sein. Genau während des Drehs geschieht es dann: zwei Verkäuferinnen werden ausgeraubt. Das alleine würde bereits für einen Fall taugen, doch ein Detail macht ihn nochmal brisanter: die beiden Verkäuferinnen wollen in dem Täter Maries Vater erkannt haben. Und leider kann dieser für die fragliche Zeit kein Alibi vorweisen.
Klar, dass die Mädchen sofort alles daran setzen, den wahren Täter zu entlarven und entsprechend schnell kommt  Tempo ins Geschehen. Es gibt einigen Personen, die verdächtig sind und die Freundinnen haben alle Hände voll zu tun bei ihren Ermittlungen. Da wird befragt, verfolgt und mitunter geraten sie dabei auch in brenzlige Situationen, aus denen sie sich wieder herauskämpfen müssen. Gemeinsam schaffen sie aber bekanntlich alles und auch wenn sie sich gelegentlich mal verfransen, beispielsweise wenn es wie hier einen Fall im Fall gibt, so finden sie letztlich doch immer die richtige Spur.

Marita Fliege und Monika Barth bedienen mit ihrer überdrehten Art so manches Vorurteil über Damenbekleidungsfachverkäuferinnen. Man sieht die zwei sofort vor sich, dauergewellt, blondiert usw. Ich fand das teilweise ganz witzig, zwischendurch aber auch mal nervig. Statt Kommissar Peters ist Kommissar Wengert mit von der Partie und Christian Rudolf schlägt in dieser Rolle direkt mal neue und energischere Töne an als sein Kollege. Ich finde es gar nicht mal so übel, dass den Mädels aus dieser Richtung ein anderer Wind entgegenweht.

Die Folge klingt wie alle ihre vorigen Kolleginnen. Die Musikstücke kennt man inzwischen hinlänglich. Wenn sie nicht für die typische Atmosphäre der Reihe sorgen würde, könnte man sich glatt darüber beklagen. Aber einen eigenen Charme muss sich eine Serie halt auch erstmal erarbeiten und das ist dieser Reihe unter Anderem durch die Musik  gelungen.

Von dem neuen Fall ist dem Covermotiv nichts anzusehen. Es stellt den Dreh in den Vordergrund, an dem die Freundinnen teilnehmen. Das passt immerhin gut zum Titel.

Fazit:  Ein besonder brisanter Fall für die drei Detektivinnen, den sie mit viel Engagement und Mut angehen. Da Maries Vater unter Verdacht steht, eilt es und dieses Tempo findet man hier auch wieder.

Das Meer (Wolfram Fleischhauer)

Teresa verschwindet spurlos im Einsatz auf einem modernen Fischfangschiff auf hoher See. Entsetzt ist nicht nur ihr Geliebter und Ausbilder John Render von der zuständigen EU-Behörde in Brüssel. Genauso am Boden zerstört sind Ragna di Melo und ihre Truppe von radikalen Umweltaktivisten, die eine mörderische Methode entwickelt haben, die skrupellose Ausbeutung der Meere zu beenden.
Als Ragnas Vater, ein schillernder Schweizer Lobbyist, Wind von den Aktivitäten seiner Tochter bekommt, die auch seine eigenen Geschäftsinteressen berühren, muss er handeln. Noch bevor das ganze Ausmaß der Bedrohung bekannt wird, reist er nach Südostasien, wo Ragna sich versteckt halten soll. Er weiß, dass seine Tochter niemals mit ihm sprechen wird. Daher heuert er den jungen Dolmetscher Adrian an, der zu Schulzeiten eine leidenschaftliche Affäre mit Ragna hatte – ohne ihn jedoch in die wahren Gründe einzuweihen.



Bisher kannte ich von Wolfram Fleischhauer nur „Schweigend steht der Wald“. Das hat mir nach kleineren Startschwierigkeiten sehr gut gefallen. Deshalb stand fest, dass ich auch „Das Meer“ lesen würde. Außerdem klang die Inhaltsangabe vielversprechend.
Es begann ganz ähnlich wie mit „Schweigend steht der Wald“. So richtig warmgeworden bin ich mit „Das Meer“ auf Anhieb nicht. Dafür bekommt man direkt zu viele Figuren vorgesetzt, zu viele Schauplätze und auch gleich Einblicke in ein aktuelles und brisantes Thema mit allen politischen und gesellschaftlichen Ränkespielen, die sich darum drehen. Außerdem tue ich mich immer etwas schwer mit ausländischen Namen und dann holpert der Lesefluss leicht mal.
Trotzdem, das Thema an sich interessierte mich sehr und da ich mich damit bislang nicht so ausführlich befasst hatte, wollte ich dieses Buch als Chance dafür nutzen. Denn eines merkt man schnell: Wolfram Fleischhauer hat sich intensiv damit befasst und bis in kleinste Details recherchiert. Je weiter ich in der Geschichte vorankam, umso mehr erschreckte mich, was hinter dem Thema Überfischung und allem rundum steckt. Und es brachte mich zum Grübeln. Ich lebe vegetarsich, Fisch gibt es nur in allergrößten Ausnahmefällen. doch ich schätze, selbst diese werde ich nach dem Buch noch einmal gründlich überdenken.
Rund um ein also ganz aktuelles und ohnehin schon schockierendes Thema rankt sich der (Umwelt)krimi und ein bisschen auch eine Lovestory. Die Story ist durchaus komplex, man muss bei der Sache sein, wenn man  versuchen möchte, mitzuknobeln und Zusammenhänge herzustellen. Es ist kein Krimi zum einfach nebenbei mal Runterlesen, aber es lohnt sich defintiv, sich damit wirklich zu befassen. Dann wird man mit einer spannenden Geschichte belohnt, die mit immer neuen Erkenntnissen und Wendungen zu punkten versteht.
Mit den Figuren habe ich mich letztlich dann doch noch angefreundet (mit den meisten, den Guten jedenfalls) und so konnte ich ihre Sorgen, Ängste und Nöte doch nachfühlen. Das ist für mich immer ganz wichtig. Wenn ich das nicht kann, hat kaum eine Geschichte keine Chance bei mir. Hier klappte es trotz Startschwierigkeiten doch noch, obwohl ich damit fast nicht mehr gerechnet hatte. Aber auch in dieser Hinsicht hat Wolfram Fleischhauer alles richtig gemacht.

Wie schon geschrieben, der Roman liest sich nicht unbedingt wie geschnitten Brot. Es gibt mitunter lange erzählende Passagen und zumindest bei mir bremst das das Lesetempo ganz schön aus. Doch die Zeit sollte man sich nehmen, auch wenn es ab und zu anstrengend ist. Ich habe recht lange für das Buch gebraucht, weil ich manchmal schon nach zwei oder drei Kapiteln Pause machen musste.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Schön düster für einen Krimi. Das bildet einen feinen Kontrast zum blutroten Meer und gerade das hat mich so neugierig auf die Story gemacht. Somit ist auch in dieser Hinsicht alles so wie es sein soll.

Fazit: Der Start mit „Das Meer“ war ähnlich mühsam wie der von „Schweigend steht der Wald“. Aber genau wie da hat es sich gelohnt, an der Geschichte dranzubleiben. Dann wird man nämlich mit einem sehr spannenden und interessanten Krimi belohnt, der einem schnell die Augen für ein aktuelles Thema öffnet und zum Nachdenken anregt.

——————————————————————-

Titel: Das Meer
Autor: Wolfram Fleischhauer
Seiten: 448
Verlag: Droemer Verlag

Professor van Dusen (15) – …in der Totenvilla

Titel: Professor van Dusen (15) – …in der Totenvilla / Verlag: Allscore / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Nicolai Tegeler, Jürgen Thormann, Thomas Schmuckert, Rainer Brandt ua

Unverhofft kommt oft. Und so kommt es, dass Professor van Dusen und Hutchinson Hatch nicht, wie vorgesehen, bei einem wissenschaftlichen Vortrag landen, sondern inmitten des Berliner Grunewalds. Dort, in einem abgelegenen Haus, machen die beiden eine entsetzliche Entdeckung: Dreizehn Leichen, die im Frack um einen Tisch herumsitzen. Bei den Nachforschungen stößt van Dusen schon bald auf eine Gestalt, die hinter vorgehaltener Hand Das Gespenst von Berlin genannt wird. Doch was hat es damit auf sich? Die Denkmaschine muss erst das Rätsel der dreizehn Toten lösen, um die Spur des Verbrechers aufnehmen zu können.


In der vorigen Folge weilten van Dusen und Hatch noch in Cornwall, inzwischen haben sie es nach Deutschland geschafft, genauer gesagt: nach Berlin. Nach einer unerwartet turbulenten Kutschfahrt, die ursprünglich zu einem wissenschaftlichen Vortrag führen sollte, landen die beiden in einer einsam gelegenen Villa. Dort machen sie  schnell eine schauerliche Entdeckung. Versammelt an einem Tisch sitzen stolze 13 Männer, allesamt sehr vornehm gekleidet und unverkennbar mausetot. Das ist natürlich sofort ein Fall für van Dusen und obendrein genau nach meinem Geschmack. Wäre es nach mir gegangen, hätte sich die ganze Story alleine um das Rätsel der dreizehn Leichen drehen dürfen. Die Vorstellung ist alleine bereits gänsehautverdächtig.
Doch die dahingeschiedene Gesellschaft ist nur der Auftakt für das weitere Geschehen, welches schnell immer weitere Kreise zieht. Ich muss gestehen, dass ich mit dieser Richtung nach dem Start nicht gerechnet hatte und so ergab sich eine ganz nette Überraschung, bei der man sich bald fragt, welche Verbindung zu dem Fund in der Villa besteht. Das bekommt man -wie könnte es anders sein- von van Dusen bald aufgezeigt und einmal mehr kann er mit seinem brillanten Verstand und seiner begnadeten Kombinationsfähigkeit glänzen. Die Story legt Finten und schlägt Haken, doch van Dusen behält stets den Über- und auch den Durchblick. Und speziell auf die Auflösung hin auch eine unglaubliche Frechheit. Da muss man auch schon mal schmunzeln, wie er die Berliner High Society vorführt.
Ein eigenes Kompliment geht an einige der kleineren Rollen in dieser Geschichte. Der Kutscher, die Haushälterin, der werte Herr Lang, sie alle sind schon ein wenig schräg und das macht schlichtweg Spass.

Wenn eine Geschichte schon in Berlin spielt, dann darf man das auch hören. So berlinern sich einige Sprecher ausgesprochen unterhaltsam durch ihre Rollen, was man ihnen mal mehr, mal weniger gut abnimmt. Vergnüglich ist es aber auf jeden Fall. Auch Jürgen Thormann hat mir als Herr Lang viel Spass gemacht. Man sieht diese Figur sofort vor sich. Yvonne Greitzke vermittelt einem ebenfalls ein gutes Bild der reizenden Mathilda Helm, die hier nach und nach eine immer wichtigere Rolle spielt.

Musik und Geräusche drängen sich in dieser Reihe seit jeher nicht in den Vordergrund. Dennoch sind sie da, wo sie hingehören und dem Geschehen bestmöglich Atmosphäre verleihen. Mitunter klingt es auch mal ein bisschen militärisch. Das mag sich hier jetzt  seltsam lesen, aber wenn man die Folge hört, ergibt das recht schnell einen Sinn.

Auf dem Cover ist van Dusen zu sehen, wie er von einem Balkon zum Geschehen im Grunewald hinunterschaut. Da hätte ich mir angesichts des Titels tatsächlich eine andere Szene gewünscht. Diese hier gibt mir zu wenig her und stimmt auch nicht unbedingt neugierig, wie ich finde.

Fazit:  Die Geschichte beginnt wunderbar schräg und eine Spur gruselig, schlägt dann aber eine ganz andere, unerwartete Richtung ein. Das sorgt für Überraschung und hält die Spannung durchgängig hoch. Bei der Auflösung glänzt van Dusen dieses Mal nicht nur mit Intelligenz, sondern auch mit einer guten Portion Dreistigkeit. Das macht Spass!

John Sinclair – Brandmal (Mark Benecke, Florian Hilleberg)

Ein Fall von spontaner Selbstentzündung im Londoner Hyde Park bringt Geisterjäger John Sinclair auf den Plan. Sofort vermutet er einen Fall vom Vampirismus. Aber warum sollte sich ein Vampir freiwillig dem Sonnenlicht aussetzen?In Berlin bekommen es der bekannte Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke und sein Team ebenfalls mit einer Serie von Selbstentzündungen zu tun. Seine Nachforschungen ergeben, dass alle Opfer vor Kurzem Urlaub in der Slowakei gemacht haben.Beide beschließen, vor Ort zu recherchieren. Doch schnell stoßen sie auf eine Mauer des Schweigens.


 

Ich höre bekanntlich gerne und oft Hörspiele, doch „John Sinclair“ gehört (jedenfalls in der aktuellen Version) nicht dazu. Ab und zu mal eine Folge, aber mehr ist es nicht. Also dachte ich, ich versuche es mal mit einem Sinclair-Roman. Immerhin ein richtiges Buch, statt dieser Heftchen vom Kiosk. Vielleicht würde die Reihe mich in dieser Variante doch noch erwischen?
Womit diese Story bei mir sofort einen Stein im Brett hatte, war die Tatsache, dass Autor Mark Benecke darin selber mitspielt. Als das, was er eben ist: nämlich Kriminalbiologe. Alleine die Idee, sich selbst einzubringen, fand ich schon mal ganz genial. Abgesehen davon, dass ich seinen Job außerdem wirklich interessant und cool finde.
Anfangs fährt die Geschichte zweigleisig. Mal ist man bei Benecke und seinen Leuten in Deutschland mit dabei, dann wieder begleitet man Sinclair und sein Team bei der Arbeit. Sowohl in Deutschland, als auch in England treten vemehrt Fälle von spontanen Selbstentzündungen auf, denen die beiden Teams nachgehen.
Spontane Selbstentzündungen sind etwas, bei dem ich mich zwar immer leicht grusele, die ich aber eben auch ausgesprochen spannend finde. Jedes Mal stelle ich mir vor, so etwas würde es tatsächlich geben. Und ja, irgendwie hat der Gedanken für mich etwas. Was immer das über mich jetzt aussagt.
Entsprechend gebannt habe ich auch hier davon gelesen und damit hatte die Story mich  endgültig für sich gewonnen. Wobei ich die Nachforschungen von Benecke und Co. eine Spur spannender fand. Einfach, weil sie wissenschaftlicher daherkommen. Mit solchem „Geisterhokuspokus“, mit dem Sinclair und Co. es immer zu tun haben, habe ich es weniger.
Schließlich laufen die beiden Handlungsstränge dann aber zusammen. In der Slowakei nämlich, in einem kleinen Dorf dort. Damit bewegt die Handlung sich fortan vor einem Setting, dass so richtig typisch Sinclair ist. So soll es ja auch sein, bei einer Buchreihe unter diesem Titel.
Bald enthüllen die weiteren Nachforschungen, die die beiden Teams fortan gemeinsam anstellen, eine Verbindung zur Blutgräfin Bathory. Von der dürfte wohl jeder schon mal gehört haben, der sich auch nur ein bisschen mit Schauergeschichten befasst hat. Somit ist das zwar kein neues Thema, aber es wird spannend und abwechslunsgreich dargeboten. Besondere Würze steuert dabei diese spezielle Mixtur aus der Welt der Geisterjäger mit all dem Übersinnlichen und der Welt der Wissenschaftler dar, die sich an die ganz realen Dinge, Spuren und Erkenntnisse halten. Ich hätte nicht gedacht, dass beides so gut zusammen funktioniert, doch das tut es auf jeden Fall. So habe ich mich auch vom Anfang bis zum Ende des Buchs bestens unterhalten gefühlt. Gruselig? Nicht wirklich. Typisch Sinclair? Ja. Unterhaltsam? Definitiv.

Insgesamt ist die Lektüre kurzweilig. Der Schreibstil ist angenehm, recht locker und so lässt sich das Buch gut und fix mal eben weglesen. Trotz der an sich stattlichen Seitenzahl. Aber ich finde, das sagt über ein Buch und den Schreibstil immer eine Menge (meist Gutes) aus. Wenn es zwar recht dick , aber trotzdem nie anstrengend zu lesen ist.

Das Cover ist ein Hingucker mit der flammenden Hand vor der schwarzen Hintergrund und entspricht so auch dem Cover der Hörspielumsetzung. Es reiht sich also nahtlos ins Regal eines Sinclair-Fans ein.

Fazit: Mir hat „Brandmal“ überraschend gut gefallen, wo ich sonst mit Sinclair-Hörspielen eher weniger anfangen kann. Hier aber hat speziell die Mischung aus Übersinnlichem und Wissenschaftlichen bei mir für Pluspunkte gesorgt, denn die funktioniert einwandfrei. Somit war es letztlich eine ganz unterhaltsame Lektüre, die nicht nur eingefleischten Sinclair-Fans gefallen wird.

——————————————————————-

Titel: John Sinclair – Brandmal
Autor: Mark Benecke, Florian Hilleberg
Seiten: 464
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN:  978-3404175864
Preis: € 10,00 (Taschenbuch)

© 2019 Frontier Theme