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  • Weisse Krähe (Marcus Sedgwick / Maria Koschny, Anna Thalbach & Wolfgang Condrus)

    Von reziratte | 28.Januar 2012

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    Titel: Weisse Krähe / Verlag: Der Audioverlag / Spielzeit: ca. 205 min, 3 CDs /Buch: Marcus Sedgwick / gelesen von: Maria Koschny, Anna Thalbach & Wolfgang Condrus

    Inhalt: Als Rebecca in den Küstenort Winterfold kommt, ahnt sie nicht, was sich dort vor einem Jahrhundert abgespielt hat. Sie weiß nichts über die Experimente des damaligen Dorfpfarrers, die mehrere Menschen das Leben kosteten und nur der Beantwortung einer Frage dienten: Was erwartet uns im Jenseits? Erst durch die rätselhafte Ferelith erfährt Rebecca von der düsteren Vergangenheit des Ortes. Ob auch Ferelith insgeheim das Rätsel des Todes lösen möchte?


    Ich muss zugeben, während der ersten CD habe ich mich noch schwer getan mit diesem Hörbuch. Natürlich bedarf es bei jeder Geschichte erst einer Einführung, die Charaktere müssen vorgestellt werden, keine Frage. Und neben Rebecca hat man es hier durchaus mit einigen sehr seltsamen und gefährlich wirkenden Charakteren zu tun. Es war also schon von Anfang her zu spüren, dass da etwas Großes, etwas Gruseliges im Anmarsch ist. Allerdings gab es für mich keinen Ansatz, aus dem ich hätte schließen können, in welche Richtung es gehen würde. Wie die Handlung im Heute mit der um 1789 herum zusammenhängt. Dafür muss man also Geduld aufbringen. Aber speziell die Szenen im Früher sorgen auch hier schon für den einen oder anderen wohligen Gänsehautschauer, und insgesamt lohnt es sich auch, diese Geduld aufzubringen. Denn ab der zweiten CD wird sehr deutlich, was die beiden Herrschaften anno 17hundertund genau in ihrem Herrenhaus veranstalten. Und ab hier hegt man dann auch schließlich große Zweifel an Ferelith’ Ehrlichkeit und fragt sich, ob nicht auch sie auf irgendeine Art böse ist. Anzeichen gibt es dafür genug und da dabei Orte wie Gräber, verfallene Häuser, düstere Höhlen eine Rolle spielen, ist nun auch aus dem Heute heraus für Grusel und Spannung gesorgt.
    Was die Geschichte besonders macht, das ist die dreigleisige Erzählweise. Man hat hier zunächst eine ganz “normale” Erzählperspektive, die sich hauptsächlich auf Rebecca konzentriert und deren Leben und Erlebnisse beschreibt. Dann gibt es Ferelith’ Sicht auf die Dinge, die entsprechend in der Ich-Form erzählt wird, und zuletzt die Handlung um 1789, in der Dr. von seinen Experimenten mit dem Dorfpfarrer berichtet. Diese drei Sichtweisen trennt Marcus Sedgwick auch sehr sorgfältig. Obwohl man ja meinen könnte, bei drei Perspektiven müsste man sich leicht ein Bild vom Ganzen machen können, ist dies hier bis zum Ende hin nicht der Fall. Es erschließen sich zwar ab einem bestimmten Punkt stetig Zusammenhänge, aber es braucht wirklich bis zum Ende, ehe man ein komplettes Bild gewinnt. Das finde ich bemerkenswert, wie man so präzise trennen kann: schon immer ein wenig zu verraten, aber nie so viel, dass die Spannung zu früh raus sein könnte. Und das Ende hat mich dann noch mal zu richtig überrascht.

    Drei Sichtweisen, drei Sprecher. Eigentlich logisch, und hier auch ausgezeichnet umgesetzt. Maria Koschny fällt der Teil der Erzählerin zu, die Rebecca “im Blick” hat. Mit ihrer ruhigen und warmen Stimme hat sie mir sofort eine angenehme Hör-Stimmung bereitet und ein gutes Bild von Rebecca vermittelt, die es in ihrem Leben bisher nicht leicht hatte, und nun  entsprechend eher mäßiger Laune, oft sogar traurig  ist. Dank Maria Koschny kommt also auch Rebeccas Gefühlsleben gut rüber. Anna Thalbach übernimmt Ferelith’ Blickwinkel und mit ihrer markanten und ungewöhnlichen Stimme, passt sie auch gut zu diesem speziellen und ungewöhnlichen Charakter. Zudem schwingt bei ihr immer dieser gewisse Unterton mit, der einen zweifeln lässt, ob man Ferelith trauen kann. Mein Highlight waren ab Wolfgang Condrus’ Passagen. Wenn er mit düsterer und bedrohlicher Stimme die Erlebnisse mit dem Dorfpfarrer schildert, kommt man gar nicht drum herum sich ordentlich zu gruseln.

    Weite Teile der Lesung sind musikalisch unterlegt. Auch hier haben es besonders die Passagen um 1789 herum in sich. Leise, brodelnde und bedrohlich klingen Stücke sind hier zu hören, die einem Gruselfilm zur Ehre reichen würden. Sie tragen maßgeblich zu der schaurigen Atmosphäre bei. Hin und wieder sind auch Geräusche eingesetzt worden, was auflockert und manchmal -je nach Szene- auch aufschreckt…sehr schön in einer solch unheimlichen Geschichte!

    Mir gefällt speziell der untere Teil des Covers. Farblich und auch wegen der Szenerie mit den Krähen, die hier zu sehen ist und angesichts der schwarzen Vögel die Frage aufwirft, was es nun mit einer weissen Krähe auf sich hat. Der Teil des Mädchengesichts, nun ja, so etwas sieht man für meinen Geschmack momentan viel zu oft.

    Fazit:  Nach einer gewissen Anlaufphase, in der ich ziemlich unschlüssig war, was aus den verschiedenen Handlungsfäden jemals für eine zusammenhängende Handlung werden würde, hat mir “Weisse Krähe” sehr gut gefallen. Eine spannende und gruselige Geschichte, die das Heute mit dem Früher gelungen vermischt. Vorgetragen von drei sehr guten Sprechern und begleitet von einer gruselfilmtauglichen Musik- und Geräuschkulisse.

    Themen: Einzel-Titel, Hörbücher | Kein Kommentar » | Schlagwörter: , , , , , , , ,

    Der neue Sherlock Holmes – Das Geheimnis des weissen Bandes (Anthony Horowitz / Johannes Steck)

    Von reziratte | 27.Januar 2012

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    Titel: Der neue Sherlock Holmes – Das Geheimnis des weissen Bandes / Verlag: Jumbo Verlag / GoyaLit / Spielzeit: ca. 310 min / 4 CDs / Buch: Anthony Horowitz / gelesen von: Johannes Steck

    Inhalt: Kurz vor seinem Tod schreibt Dr. Watson einen Fall seines berühmten Freundes Sherlock Holmes auf, über den er bislang geschwiegen hat – zu schockierend waren die Geschehnisse, zu weitreichend die Verschwörung und zu mächtig die darin verwickelten Familien. Der wohlhabende Kunstsammler und Galerist Edward Carstairs fühlt sich von einem mysteriösen Mann mit Schiebermütze verfolgt. Er erkennt in ihm den Anführer und einzigen Überlebenden einer amerikanischen Verbrecherbande, die mit seiner Hilfe in Boston zerschlagen wurde. Und so wendet er sich hilfesuchend an Sherlock Holmes. Kurz darauf wird der Amerikaner erstochen und ein Straßenjunge, der den Mord beobachtet hat, brutal ermordet. Holmes hat nur einen einzigen Hinweis: ein weißes Seidenband, befestigt am Handgelenk des Jungen …


    Ich bin ja zugegebenermaßen nicht so der Holmes-Fan. Mir sind die Geschichte oft einfach zu träge. Da kann man sich meine Skepsis gegenüber einem 4-CDs-Hörbuch vielleicht vorstellen. Und ja, meinetwegen hätte es auch hier wieder zügiger zur Sache gehen dürfen. Gelangweilt habe ich mich aber zu keiner Sekunde, das wäre gelogen. Und da die Fans des Meisterdetektiven sicher auch an das Tempo der Geschichte gewöhnt sind, dies eventuell sogar besonders mögen, werden sie auch mit dieser Story voll auf ihre Kosten kommen. Ein interessanter Fall, clever ausgeklügelt mit zahlreichen Wendungen und einer bemerkenswerten Anzahl an Charakteren. Auch das kannte ich aus den Fällen, die mir bisher zu Ohren gekommen sind, nicht und es hat mir genau deshalb gefallen. Positiv ist mir weiterhin aufgefallen, dass Holmes hier als Mensch sehr greifbar ist. Mit seiner Cleverness und der gewohnten Überheblichkeit, aber auch mit menschlichen Schwächen. Und dadurch, dass er hier durchaus auch mal unterwegs ist und selber wirklich ermittelt, statt die Lösungen vom Ohrensessel aus auszutüfteln.
    Zudem bleibt es natürlich zu loben wie gut es Anthony Horowitz gelungen ist, den Stil der “alten” Holmes-Geschichten aufzugreifen und in seine Geschichte einfließen zu lassen. Sei es vom erwähnten Tempo her, vom Wesen und der Ausdrucksweise der Charaktere oder auch was den Fall anbetrifft, der ein Holmes ist wie er im Buche steht.

    Mit Johannes Steck hat man für dieses Hörbuch eine sehr gute Wahl getroffen. Er greift die relativ altmodische Erzählweise gut auf und bringt sie glaubhaft an den Hörer. Die meiste Zeit über gibt er natürlich den Dr. Watson, da dieses die Geschichte ja erzählt, und lässt ihn sympathisch und munter klingen. Doch auch Holmes überhebliche Art zu reden, sowie die Redeweisen der diversen anderen Charaktere, hat er sehr gut drauf. Stimmliche Verrenkungen sucht man dabei vergebens, weswegen ich es besonders bewundernswert finde, wie leicht man die Personen trotzdem unterscheiden kann.

    Das Cover hat Stil! Mehr kann man dazu einfach nicht sagen. Jedwedes auf modern und ausgefallen getrimmte Motiv hätte hier auch nicht gepasst. Mit dem schwarz-weißen Stil wirkt das Hörbuch zwar schlicht, aber edel. Dafür wechseln sich die CDs farblich ab. Eine schwarz, eine weiß, eine schwarz, eine weiß ;)

    Fazit:  Als Holmes-Fan wird man sich mit diesem Hörbuch auf keinen Fall betrogen fühlen. Anthony Horowitz ist es gelungen, Holmes mit diesem spannenden Fall wieder aufleben zu lassen. Bleibt zu hoffen, dass es nicht der letzte Fall des “neuen” Meisterdetektiven bleibt.

    Themen: Hörbücher, Titel A - E | Kein Kommentar » | Schlagwörter: , , , , ,

    Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen (06) – Die Perlen der Kali

    Von reziratte | 26.Januar 2012

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    Titel: Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen (06) – Die Perlen der Kali / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Klaus W. Bauschulte, Klaus Miedel, Heinz Giese, Klaus Her, Gerd Duwner ua

    Inhalt: S.S. “Columbia”, auf der Überfahrt von New York nach Southampton. Die Passagiere der ersten Klasse vergnügen sich auf einem Kostümball. Plötzlich wird es dunkel – und als das Licht wieder angeht, vermisst Lady Windermere ihre kostbare Perlenkette. “Sie sind verflucht, die schwarzen Perlen der Todesgöttin Kali!” erklärt der Maharadscha von Krischnapur. “Aberglauben!” sagt van Dusen und ermittelt den Täter. Doch als er diesen ermordet in seiner Kabine entdeckt, wird ihm klar: Der Fall ist viel komplizierter, als er zunächst vermutete …


    van Dusen ausserhalb von New York…ich habe sehr gestaunt. Aber es ist so. Gemeinsam mit Hutchinson Hatch begibt er sich auf der S.S. Columbia auf eine Weltreise. Und wie könnte es anders sein, stoßen die beiden dort sehr bald auf ein Verbrechen. Auch wenn der Spielort ein anderer ist, vom Prinzip her ändert sich mit dieser Folge nichts an der Serie. Mir hat es auch hier wieder sehr viel Spass gemacht, den Ermittlungen des Professors zu lauschen. Speziell weil er hier in einer schon sehr illustren Runde ermittelt. Das ist ganz spannend, man kann wieder gut mitknobeln, und außerdem auch äußerst vergnüglich. Für eine Überraschung bzw überraschende Wendung ist allerdings gesorgt, soviel sei verraten. In dem Moment dachte ich spontan: aber die Geschichte kann doch jetzt noch nicht zu Ende sein. Auch der altmodische Charme ist erhalten geblieben, der beim Hören direkt für ein wohliges Gefühl sorgt.

    Hat es bei der Reihe jemals etwas an den Sprechern auszusetzen gegeben? Na eben! Besonders gefreut hat es mich, Gerd Duwner in dieser Folge zu hören. Ich mag seine markante Stimme sehr und er gibt einen wunderbar hektischen, übereifrigen und lauten Schiffsdetektiv. Der Kontrast zum ruhigen, bedachten und leisen van Dusen alias Friedrich W. Bauschulte ist immens.

    Musikalisch bleibt die Reihe mit dieser Folge ihrem Stil treu. Nicht zu viel und wenn, dann eher dezent eingesetzt. Hier und da sind exotische Klänge eingestreut, wenn es die Handlung bzw die Person um die es gerade geht, erfordert. Die Geräuschkulisse fällt auch eher mager aus, aber die nötigsten Klänge sind zu hören, wie beispielsweise das Brummen des Schiffes und Möwenrufe.

    Wer sonst hätte die Berechtigung als Covermotiv herzuhalten, wenn nicht Kali samt ihrer Perlen? Umrahmt wird das Motiv wie üblich von einem Rahmen mit altmodischen Gegenständen und Puzzlestücken. Das hat Wiedererkennungswert und steht der Folge gut.

    Fazit: Auch wenn die Handlung auf der S.S. Columbia spielt, bekommt man auch mit dieser Folge wieder eine Geschichte im typischen van Dusen-Stil zu hören. Ein charmanter und sehr unterhaltsamer Kriminalfall der Alten Schule.

    Themen: Hörspiele für Erwachsene, Serien P - T | Kein Kommentar » | Schlagwörter: , , , , ,

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