Gruselserie (04) – Projekt X – Invasion der Aliens

Titel: Gruselserie (04) – Projekt X – Invasion der Aliens / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 59 min / Sprecher: Anne Moll, Klaus Dieter Klebsch, Lutz Mackensy, Lovis Harloff ua

Im südlichen Schwarzwaldgebiet herrscht höchste Alarmstufe: Sind die Ufo-Sichtungen des Militärs tatsächlich ernst zu nehmen? Zwei jugendliche Schüler schlagen alle Warnungen in den Wind und erleben in dieser Nacht Unfassbares.


Die erste Folge dieser Reihe war nicht mein Fall, Nummer 2 und 3 haben mir dagegen gefallen. Mit dieser vierten Folge geht es leider wieder etwas bergab mit dem guten Eindruck. Dabei begann die Geschichte vielversprechend, jedenfalls für mich. Ich fand es durchaus spannend, was die Jungs über Funk belauschen und anschließend im Wald beobachten. Ein bisschen gruselig fand ich speziell Letzteres ebenfalls. Was mich allerdings sehr gestört hat ist, dass man die Dialoge über Funk vor lauter Knistern und Rauschen kaum versteht. Man spielt ständig mit der Lautstärke, weil man nichts versteht und einen im nächsten Moment die Jungs quasi anschreien. Authentischer Klang in allen Ehren, aber hier wäre weniger mehr gewesen. Insgesamt hat mir dieser Teil der Story aber noch am besten gefallen.
Kaum sind die Jungs aber außer Gefecht gesetzt, lässt die Geschichte stark nach. Vom anfänglichen, dezenten Grusel bleibt nichts zurück. Da helfen weder ein zweifellos irrer Kommandant, noch Wissenschaftler, die Experimente an den Aliens durchführen. Sämtliche Atmosphäre, die dabei hätte aufkommen können, geht in elend langen, mitunter lautstarken Diskussionen unter. Bei den Jungs und der Krankenschwester ist zwar mehr Tempo drin, aber so richtig spannend wird es auch hier nicht. Ganz egal, wie nahe die Aliens auch kommen. Ganz vorbei war es bei mir mit der besonderen Verbindung zwischen den Aliens und einem der Jungs. Die Sache an sich ist ja noch angemessen trashig, aber dieses schwülstige Gerede bei der “Übersetzung” und der “Unterhaltung” geht mal gar nicht.
Das Ende hätte für mich ruhig noch imposanter ausfallen dürfen. Nach der ganzen Aufregung vorab erschien es mir zu dünn.

Vielleicht liegt es daran, dass die Folge bei den erwachsenen Sprechern bis in die kleinste Rolle prominent besetzt ist, aber Lino Kelian und Lovis Harloff konnten mich als Michi und Robby nicht von sich überzeugen. Sie klangen mir viel zu bemüht. Das mag zum Teil daran liegen, dass ihnen Sätze in den Mund gelegt werden, die Jugendliche so niemals sagen würden. Doch der alleinige Grund kann es nicht sein, denn selbst flapsige Sprüche kommen angestrengt rüber. Klaus Dieter Klebsch hat mir anfangs als Kommandant prima gefallen. Energischer Ton, eine kräftige, markante Stimme, doch später dreht er mir zu sehr auf. Mich hat seine Darbietung schwer an seine Auftritte als ein gewisser irrer Dämonenfürst erinnert. Das ist für einen Kommandanten aber zu viel. So versessen er auch auf Erkenntnisse über die Aliens ist.

Was Musik und Geräusche angeht, hat man sich nicht lumpen lassen. Es sind stimmige Melodien zu hören, die unverkennbar auf Atmosphäre ausgelegt sind. Bei der in der zweiten Hälfte eher dürftigen Story bringt das leider nicht allzu viel. Bei den Geräuschen wurde sehr sorgfältig gearbeitet. Bis in die kleinste Kleinigkeit ist alles da und tadellos eingefügt.

Das Cover gefällt mir sehr gut! Die Aliens im Licht aus dem Ufo, der verängstigte Junge, der sich hinter einem Baum versteckt. Das wird dem Titel einwandfrei gerecht und wirkt auch eine Spur unheimlich. Außerdem, ich mag Blau.

Fazit:  Bei mir hat die Folge einen zweigeteilten Eindruck hinterlassen. Die erste Hälfte fand ich trotz der recht schwachen jugendlichen Sprecher durchaus schaurig und spannend, die zweite Hälfte habe ich weder als das eine, noch als das andere  empfunden, und das Ende kam mir zu lasch daher.

Gruselkabinett (146) – Der rote Raum

Titel: Gruselkabinett (146) – Der rote Raum / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 60 min  / Sprecher: Valentin Stroh, Horst Naumann, Dagmar von Kurmin ua

England 1899: Was geht vor sich in dem berüchtigten roten Raum des Schlosses Lorraine, in dem noch niemand eine ganze Nacht ausgehalten hat, ohne dem Wahnsinn zu verfallen oder zu versterben? Simon Price will gegen den ausdrücklichen Rat der Besitzerin und der alten Dienstboten, dem Spuk mit modernster Technik, einem Phonographen, zu Leibe rücken und riskiert damit seinen Verstand und sein Leben.


Der Titel dieser Folge gibt zunächst wenig von der Handlung preis und klingt recht unspektakulär. Genau das hat mich neugierig auf die Folge gemacht. Ich wollte wissen, was an diesem roten Raum so Besonderes ist. Glücklicherweise klärt sich das bereits in den ersten Minuten der Geschichte. Der rote Raum befindet sich in einem nahezu verlassenen Schloss und in diesem Raum ereignen sich unbekannte Schrecken. Diese haben bereits mehreren Menschen, die dort genächtigt haben, den Tod gebracht. Sie sind schier vor Angst gestorben. Was genau dort umgeht, weiß jedoch niemand. Nur, dass der Raum gefährlich ist.
Das hört man hier so oft, dass es mir schon zu viel war. Ich bin mir sehr sicher, nachdem man zehnmal gehört hat, wie gefährlich es ist, dort eine Nacht zu verbringen, glaubt man es. Es braucht keine weiteren zehn Erwähnungen in dieser Richtung. Genauso wenig wie die dutzendfache Bitte, Price möge die Sache doch lassen.
So gesehen gefiel mir Simon Price ausgesprochen gut. Er ist für die damalige Zeit ein modern eingestellter Mensch, ausgerüstet mit der aktuellsten Technik von 1899 und einer guten Portion Mut. Ich konnte verstehen, dass er unbedingt eine Nacht in diesem Raum verbringen will. Umso mehr, je mehr Einwände ihm entgegenschlagen. Quasi: jetzt erst rechtt!
Doch kaum hat er den Raum bezogen, geht es los und es geschieht Unheimliches. Das ist bemerkenswert eindringlich in Szene gesetzt, auch wenn man nur Price hat, der seine Beobachtungen schildert. Abends zum Einschlafen im Dunklen gehört, ist einem die eine oder andere Gänsehaut gewiss. Beeindruckend, das haben bislang nur wenige Hörspiele bei mir geschafft.
Leider wird das Ende diesem Geschehen überhaupt nicht gerecht. Plötzlich ist die Geschichte aus. Dass Price die Sache überlebt, wusste man durch den Prolog bereits. Somit gibt es aus dieser Richtung keine Überraschung. Und dass Price’ wissenschaftliche Ausrüstung nicht arbeitet wie gewünscht, das hat man sich bereits denken können. Sonst hätte er anfangs nicht so rätselhaft erzählen müssen. Und zu dem Raum und seinem Geheimnis muss man sich selbst etwas überlegen, wenn man denn möchte.

Valentin Stroh habe ich hier zum ersten Mal gehört und er hat mir ausgesprochen gut gefallen. Anfangs schlägt er einen sympathischen und selbstbewussten Ton an. Im roten Raum angekommen wechselt er dann gekonnt zu einem erst furchtsamen Klang, der bald in helle Panik umschlägt.

Einen Großteil seiner Atmosphäre verdankt das Geschehen im roten Raum der eingesetzten Musik, die dicht, dumpf und bedrohlich daherkommt. Auch eine Reihe feiner Geräusche ist zu hören. So tobt die ganze Zeit unüberhörbar ein Gewitter um das Schloss und das Knistern des Kaminfeuers ist stetig zu hören.

Selbstverständlich ist das Covermotiv in Rot getaucht, was zum Titel passt. Trotzdem hätte ich der Geschichte alleine vom Cover her nicht so viel Grusel zugetraut, denn Price wirkt in dieser Szene noch nicht sonderlich ängstlich. Und die seltsame Hand sieht nicht besonders schaurig aus.

Fazit:  Diese unendliche Aneinanderreihung von Warnungen vor dem roten Raum und den Bitten, Price möge sich die Nacht dort aus dem Kopf schlagen, nervte mich in der ersten Hälfte ganz schön. Die zweite Hälfte hat mich dafür aber gut entschädigt mit wirklich sehr gruseligem Geschehen. Dass das Ende dann so gänzlich unaufgeregt daherkommt, fand ich wiederum enttäuschend.

Benjamin Blümchen (141) – Nachts in der Erfinderwerkstatt

Titel: Benjamin Blümchen (141) – Nachts in der Erfinderwerkstatt / Verlag: Kiddinx / Spielzeit: ca. 40 min / Sprecher: Jürgen Kluckert, Santiago Ziesmer, Luisa Wietzorek ua

Benjamin und Otto werden von Eddi Eddison gebeten, eine Nacht in seiner Werkstatt zu verbringen. Sie sollen seine Erfindung für die Erfindermesse bewachen, denn er muss die Alarmanlage des Herrn Bürgermeisters reparieren. Und andere Erfinder wollen unbedingt herausfinden, was er gebaut hat. Das wird eine sehr turbulente Nacht!


Mit den Berufe- und Feiertagsfolgen ist es erstmal vorbei. Dafür hat in dieser Geschichte ein “alter Bekannter” einen Auftritt. Vom Titel her kann man es ahnen, es ist der Erfinder Eddi Eddison.
Der braucht Hilfe. In seiner Werkstatt steht eine neue bahnbrechende Erfindung für einen Wettbewerb. Als er nachts einen Auftrag für den Bürgermeister erledigen muss, bittet er Benjamin und Otto, in der Zeit auf seine Werkstatt und die Erfindung aufzupassen. Das ist etwas Besonderes: die Folge spielt komplett am Abend und bis in die Nacht hinein. Dazu kommt noch, dass man noch nie -soweit ich mich erinnere- einen solch ausführlichen Blick in Eddis Werkstatt geboten bekommen hat. Die Erfindungen haben allerdings wahlweise einen sehr albernen Namen oder eine sehr alberne Aufgabe. Mir haben einzig  die Vogelscheuchen gefallen. Die stelle ich mir nachts sogar etwas schaurig vor.
Natürlich lässt Eddis Konkurrenz nicht lange auf sich warten und bald ist das Haus belagert von anderen Erfindern, die angesichts Eddis Genie ihre Felle schwimmen sehen. Es geht turbulent zu als Benjamin und Otto das Haus und die Erfindung verteidigen. Vor dem Haus ist genauso viel los, denn Eddis Kontrahenten haben allerlei verrückte Ideen, wie sie ins Haus gelangen können. Der Schauplatz wechselt oft. Mal ist man drinnen bei Benjamin Otto dabei, mal bei den anderen rund ums Haus. Spannend ist das auch, denn für beide “Teams” wird es schließlich so richtig brenzlig.
Was ich mich nach der vorigen und dieser Folge nun endgültig frage: werden diese Kapitel am Ende Standard? Früher wurde Wissen in den Geschichten verpackt. Dagegen wirken diese Kapitel wie die sprichtwörtliche Brechstange, mit der nun Wissen vermittelt werden soll.

Albert Einstein, Karl Vierstein und hier mischt also Cyprian Zweistein mit. Gesprochen wird der hochintelligente Bengel von Luisa Wietzorek. Solche Konstellationen kennt man aus der Reihe ja. Ich mag aber Luisa Wietzoreks Stimme wirklich gerne und man kann sie für einen Jungen durchgehen lassen. Ein hochmütiger Ton rundet das Bild von Cyprian ab. Martina Treger ist als Brigitte Bruch mit dabei und vermittelt mit energischem Klang eine gute Vorstellung der zielstrebigen Erfinderin.

Das Titellied, ein paar Geräusche, alles ganz nett. So kennt man die Hörspiele dieser Reihe und auch diese Episode weicht davon nicht ab.

Das Covermotiv empfinde ich als sehr chaotisch. Man muss schon gut hinschauen um alles zu erkennen und zu begreifen. Ich hätte mich gefreut, wenn man auch an irgendeiner Stelle hätte erkennen können, was Benjamin und Otto in der Nacht erleben.

Fazit:  Eine mittelmäßige Folge, die immerhin mit einer recht spannenden Handlung punktet. Mir waren es aber zu viele neue Charaktere, von denen man wohl nichts mehr hören wird. Und ich fand auch die Erfindungen durchweg eine ganze Ecke zu albern. Da kennt man vernünftigere Erfindungen aus Eddis Werkstatt.

Gruselkabinett (147) – Die Höllenfahrt des Schörgen Toni

Titel: Gruselkabinett (147) – Die Höllenfahrt des Schörgen-Toni / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 54 min  / Sprecher: Ursula Sieg, Stephanie Kellner, Benedikt Weber, Jacques Breuer ua

Colin und Alwyne Hargreaves, das übersinnliche Ermittler-Duo aus “Heimgesucht”, “Heimgekehrt” und “Heimweh”, bleiben 1934 im Salzburger Lungau auf einer Reise in einem Schneesturm mit dem Automobil stecken. Ein Mann in einem Pferdeschlitten bietet ihnen an, die Nacht auf dem angeblich unbewohnten Schloss Moosham zu verbringen. Die Engländer ahnen nicht, auf was sie sich einlassen, als sie das vermeintlich großherzige Angebot annehmen.


Hurra, ein Wiederhören mit Colin und Alwyne Hargreaves! Ich hatte die Folge per Zufall ausgewählt und habe mich sehr gefreut, die beiden wieder anzutreffen. Ich mag sie einfach unheimlich gerne. Sie haben eine super sympathische Art an sich und ich liebe ihre schlagfertigen und witzigen Dialoge. In dieser Folge werden sie von Colins Tante begleitet, die den beiden in dieser Hinsicht in nichts, aber auch gar nichts nachsteht. Sie hat eine unglaublich große Klappe und ebenfalls auf alles eine Antwort. Ich habe ehrlich einige Male über ihre Bemerkungen lachen müssen, so gewitzt kommen sie daher.
Etwa auf der Hälfte schlägt die Geschichte dann ins Rätselhafte um. Der große Wurf ist die Schauergeschichte allerdings leider nicht. Grusel will jedenfalls zu keiner Sekunde wirklich aufkommen. Dank einer von Alwynes Visionen erfährt man, was hinter den Vorkommnissen im Schloss steckt. Dabei geht es aber wie so oft einfach um eine unglückliche Liebesgeschichte, deren Folgen die Hargreaves gemeinsam mit der Tante nun ausbaden müssen. Und so ein Pakt mit dem Teufel, nun ja, das hat man halt auch bereits an der einen oder anderen Stelle schon mal gehört.

Ursula Sieg geht in der Figur von Colins Tante so richtig auf. Ich bin mir sicher, das Tantchen ist genauso bissig und überdreht gedacht und sie hat dafür exakt den passenden Ton in petto. Wie geschrieben, ich musste wirklich mehrmals lachen und das hat klar mit der Betonung der jeweiligen Textpassage zu tun. Ich bin bekanntlich kein großer Fan von Kindersprechern, aber Clara Fischer als Pamela hat mir richtig gut gefallen, speziell in der Szene, in der  sie von Siegmund angegriffen wird. Man nimmt ihr ihre Angst auf Anhieb ab.

Musikalisch geht es dieses Mal durchweg ruhig und verhalten zu, obwohl einige Szenen inhaltlich durchaus dramatisch sind. Rein von der Musik her hatte diese Folge für mich fast etwas Märchenhaftes an sich. Bei den Geräuschen wurde gute Arbeit geleistet. Schritte und andere Geräusche im Schloss sind beispielsweise mit einem passigen Hall versehen. Und auch die verschiedenen Schauplätze sind mit Geräuschen vorstellbar in Szene gesetzt.

Das Cover finde ich ganz gelungen. Ein Schloss, der Teufelskopf und die Kutsche in rasender Fahrt, das passt zur Geschichte und deutet an, was hinter dem Titel steckt.

Fazit:  Die erste Hälfte hat mir prima gefallen. Ich liebe die Dialoge zwischen Colin und Alwyne. Und dann mischt hier auch noch Colins Tante mit, die mit den beiden problemlos mithalten kann. Ich habe wirklich oftmals lachen müssen. Die zweite Hälfte hat mich leider eher enttäuscht, da es nie richtig schaurig zugeht. Und hinter dem Geschehen steckt etwas, das man schon oft in Geschichten gehört hat. Im Westen nix Neues sozusagen.

Bibi Blocksberg (126) – Das wilde Schlittenrennen

Titel: Bibi Blocksberg (126) – Das wilde Schlittenrennen / Verlag: Kiddinx / Spielzeit: ca. 52 min / Sprecher: Wilfried Herbst, Adam Nümm, Ulrike Stürzbecher, Bodo Wolf ua

Beim jährlichen Neustädter Schlittenrennen treten ausgeloste Teams gegeneinander an. Bibi muss diesmal mit ihrer Lehrerin Frau Müller-Riebensehl fahren. Am Ende sind alle anderen raus und es geht für die beiden nur noch gegen Florian und den Herrn Bürgermeister. Die schummeln ohne Ende, Bibi hext dagegen. Da sind plötzlich alle vier verschwunden!


Nachdem mir die vorige Folge so gut gefallen hat, bin ich von dieser Geschichte wieder deutlich weniger angetan. Der Titel suggeriert, dass es darin vornehmlich um das Schlittenrennen geht. Das alleine klingt schon wenig aufregend, aber es ist eine Kinderhörspielreihe, also von mir aus. Wenn es denn gut gemacht ist. Ist es nur leider nicht. Winterfeeling kommt trotz Schnee, Schneemann und Schlitten nie auf. Und auch wenn Frau Kolumna noch so engagiert moderiert, es kommt nicht mal ein kleiner Funken Spannung rein. Dabei heißt es doch eingangs an Blocksbergs Esstisch, alleine die Zusammenstellung der Teams verspreche bereits ein aufregendes Rennen. Ich muss Barbara zustimmen, in Summe fand ich das Rennen ziemlich albern. Erst recht, als Mogeln offiziell erlaubt ist. Und als der Erzähler dann sagt, wenn alle mogeln, sei es ja doch wieder fair, dachte ich wirklich, ich höre nicht richtig. Es gibt also Situationen, wo Schummeln in Ordnung ist? Eine fragliche Botschaft an die jungen Hörer ab vier Jahren…
Etwa auf der Hälfte dreht die Geschichte sich in eine komplett andere Richtung. Das passte für mich nicht zusammen. Aus dem Rennen und dem Geschehen aus der zweiten Hälfte hätte man besser zwei Folgen machen sollen. Zu beidem noch ein paar Minuten Story dazu dichten und alles wäre gut gewesen. Das hätte mehr Sinn gemacht. Aber immerhin kommt hier endlich ein bisschen Spannung in die Sache.
Was das Lied am Ende noch soll, keine Ahnung. Genauso wenig wie ich verstehe, warum man das Wissen aus dem Vortrag nach dem Lied nicht in die Geschichte eingebaut hat. Möglich wäre das definitiv gewesen. So am Ende angehängt und trocken erzählt, macht das wenig Spass.

Am Schlittenrennen sind nur Charaktere beteiligt, die man schon lange aus der Reihe kennt. Entsprechend muss man sich um die Sprecher keine Gedanken machen, die machen ihre Sache so gut wie eh und je. Ich finde übrgens jedes Mal, dass Ulrike Stürzbecher in den Bibi-Folgen überzeugender und erträglicher ist. Weil sie hier nicht an fast jedes Hauptwort eine Verniedlichung anhängt wie es bei den Benjamin-Geschichten der Fall ist.
Als Gastsprecher ist Adam Nümm mit von der Partie, der einen sympathischen Pemba Tenzing Sherpa gibt.

Neben dem Titellied gibt es also auch am Ende ein Lied. Gesungen von Bibi und ein paar Kindern. Wie gesagt, fragt mich nicht, warum das sein musste. Es bringt der Folge nichts und hat auch nichts dringend Hörenswertes an sich.

Auf dem Cover findet sich eine Szene vom Schlittenrennen. Bibi und Frau Müller-Riebensehl ist anzusehen, dass in dem Rennen Tempo steckt. Es wäre schön gewesen, auch den gegnerischen Schlitten zu sehen. Ein Rennen fährt man schließlich nicht alleine.

Fazit:  Aus der Geschichte hätte man besser zwei machen sollen. Die zweite Hälfte passt irgendwie überhaupt nicht zur ersten Hälfte. Aber immerhin kommt in der zweiten Hälfte etwas Spannung in die Sache. Die bleibt beim Schlittenrennen nämlich gänzlich auf der Strecke.

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