Bibi Blocksberg (20) – Bibis neue Freundin
Von reziratte | 4.September 2010
Titel: Bibi Blocksberg (10) – Bibis neue Freundin / Verlag: Kiddinx / Laufzeit: ca. 33 min / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Hallgerd Bruckhaus, Guido Weber, Frank Schaff-Langhans, Alexander Herzog, Manfred Schuster, Norbert Geschert u.A.
Inhalt: Moni ist neu in der Klasse. Weil sie so komisch angezogen ist, wird sie von allen verspottet. Auch Bibi mag Moni nicht. Warum muss die doofe Neue ausgerechnet den Platz neben ihr bekommen?! Zu Hause spricht Bibi mit ihrer Mutter darüber. Und plötzlich wird sie nachdenklich. Ist Moni vielleicht doch nett?
Hier haben wir wieder ein Paradebeispiel dafür, dass es früher nicht ohne eine klare Botschaft in den Bibi-Geschichten ging. Diese Folge nennt gleich mehrere brandheiße Themen beim Namen: Mobbing in der Schule, Vernachlässigung eines Kindes und Schulangst. Weil Moni, die Neue in Bibis Klasse, so schlechte Noten und Angst vor ihren Eltern hat, hilft Bibi mit einem Hexspruch aus, der ungeahnte Folgen hat. So gesehen also eigentlich eine top Folge! Auch Bibis Methode Monis Eltern zu demonstrieren, wie sich Moni fühlt, könnte wirkungsvoller nicht sein. Doch an ihr hängt auch das dicker ABER, weswegen ich diese Folge so gut wie nie höre. Wenn Monis Eltern schon ins Kindesalter gehext werden, dann kann man doch auch Kindersprecher dafür nehmen! Dieses auf Kind getrimmte Erwachsenengeplärre raubt mir regelmäßig den letzten Nerv.
Auftritt Natascha Rybakowski alias Monka Seifert, die hier zu Bibis Freundin wird. Ihre Stimme mag ich schon immer sehr gut, sie klingt so echt nach einem dreizehnjährigen Mädchen. Maritas Stimme dagegen klingt mir immer etwas zu erwachsen. In den Rollen von Monis Eltern sind Eva-Maria Werth und Alexander Herzog zu hören, zwei Sprecher also die seit je her in Kiosk Hörspielen mitwirken. Erfreulicherweise ist auch Erwin Schastock als Lehrer Schuhmann mit von der Partie.
Auf dem Cover der ersten Auflage gefällt Moni mir am besten. Ich mag ihre Klamotten, ganz besonders die Schnallenschuhe, mit denen sie glatt eher wie eine Hexe aussieht als Bibi. Dagegen habe ich das Motiv der zweiten Auflage erstens nie ganz verstanden, denn wie kann es sein, dass die beiden mit ihren Zeugnissen aus der Schule kommt und Moni heult und Bibi gleichzeitig über ihr Zeugnis strahlt. Und vor allem: was hext sie da in diesem Moment? Außerdem fnde ich diesen Teil des Covers einfach nur wirr, da erkennt man erst auf den dritten Blick richtig etwas. Und bei der aktuellen Auflage könnte man Moni leicht mit einem Jungen verwechseln, was auch nicht gerade glücklich ist.
Fazit: Storymäßig eine absolut gelungene und -für 80er-Jahre-Verhältnisse- sicher auch gewagte Folge. Trotzdem verleidet mir das Gejammere der verhexten Eltern die Folge komplett. Das ist überzogen und schon beinahe peinlich.
Themen: Hörspiele für Kinder, Serien A - E | Kein Kommentar » | Schlagwörter:Bibi Blocksberg, Kiddinx, Kiosk
Die wilde Charlotte – Ein Piratenabenteuer (Mario Girodano / Gerhard Garbers)
Von reziratte | 3.September 2010
Titel: Die wilde Charlotte – Ein Piratenabenteuer/ Verlag: Hörcompany / Laufzeit: ca. 200 min / 3 CDs / Buch: Marco Girodano / gelesen von: Gerhard Garbers
Inhalt: Ein Piratenabenteuer voller Gefahren und keins von dieser Welt.
Der Wilde Olaf und seine Männer, von anderen Piraten als »Weichkekse« verspottet, stechen todesmutig in See, um das Rätsel um verschwundene Kaperschiffe zu lösen. An Bord des Schiffes »Wilde Charlotte« sind neben Olaf auch der Schreckliche Sven, Messer-Ole, Einauge, Stotterklaas, die Zwillinge Rimsky und Korsakov und der Indianer Mondstein – sie machen sich auf zum größten Abenteuer aller Zeiten. Gelesen von Gerhard Garbers, der auch mit Schwung das Piratenlied singt.
Ich bin an sich kein Fan von Piratengeschichten, jedenfalls von solchen, die sich so fürchterlich ernst nehmen. “Die wilde Charlotte” ist da glücklicherweise sehr anders. Die Mannschaft ist eine wirklich illustre und verrückte Truppe, die man sofort ins Herz schließt und über die man auch immer wieder wunderbar lachen kann, denn an verrückten Ideen mangelt es ihnen wahrlich nicht. Wenn man von anderen Piraten als “Weichkekse” bezeichnet wird, dann hat das sicher auch einen Grund. Trotzdem setzt die Bande um Captain “Der wilde Olaf” alles daran, hinter das Rätsel um die verschwundenen Schiffe zu kommen und dabei geht es hoch her. Mir haben die vielen witzigen Ideen sehr gut gefallen, mit denen Mario Girodano seine Geschichte ausgestattet hat. Ob Wanderinseln oder sprechende Quallen, an Phantasie magelt es dem Herrn Autoren ganz sicher nicht. Spannend ist die Geschichte natürlich auch, denn wie gesagt besteht die Mannschaft der Charlotte nun nicht unbedingt aus Helden, und so droht das Unternehmen mehr als einmal zu scheitern, und ihr Gegenspieler, der Ochsenfürst ist schon ein arger Bösewicht. Überrascht hat mich, dass die Piraten sich hier durchaus piratenmäßig ausdrücken, denn immerhin ist das doch ein Kinderhörspiel. Ich mag das aber und nach verkommener Hafenspelunke klingt es auch nicht, da müssen Eltern sich keine Sorgen machen. Ältere Kinder so ab 8 Jahren hören hier sicher nichts Neues.
Zu einer echten Piratengeschichte gehört für mich ein Sprecher mit einer tiefen und ein wenig rauhen Stimme. Gerhard Garbers passt daher ganz wunderbar zu diesem Hörbuch. Und er ist wahrlich mit vollem Einsatz dabei. Er schreit und stottert und schimpft was das Zeug hält und die Szenen erfordern. Er deklamiert unglaublich tiefsinnige Indianerbeschwörungen als müsse er gerade tatsächlich einer Gefahr Herr werden. Überrascht hat er mich damit, dass er sogar das Piratenlied singt…und zwar richtig gut! Da musste ich doch wirklich an die Seeräuber um Pippi Langstrumpfs Papa denken, die auch so oft gesungen haben.
Genau, es wird gesungen, musikalisch bietet dieses Hörbuch also auch etwas. Aber was wären denn auch echte Piraten ohne Musik? Na also!
Die “Wilde Charlotte” wirkt auf dem Cover tatsächlich so klein wie sie in der Geschichte beschrieben wird, und die Mannschaft an Deck wird den Charakteren optisch auch sehr gerecht. Sehr niedlich übrigens, dass mein Liebling Schiffskatze Thomse mit dabei ist. Ich finde ich überhaupt toll, dass das Cover so gezeichnet wirkt, das hat gleich viel mehr Charme.
Fazit: Ein spannendes und witziges Piratenhörbuch voll verrückter Ideen, bei dem die Zeit im Nu vergeht. Sehr empfehlenswert und das nicht nur für Kinder.
Themen: Hörbücher, Titel A - E | Kein Kommentar » |
Phantastik News(letter) vom 02.09.10
Von reziratte | 2.September 2010
===== | Phantastik-News.de | Donnerstag, 02.09.2010
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