Point Whitmark (01) – Die Bucht der 22 Schreie

Titel:   Point Whitmark (01) – Die Bucht der 22 Schreie

VerlagUniversal

Laufzeit:   ca. 60 min / 8 Tracks

Sprecher:  Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss, Adreas Becker, Heinz Ostermann, Jürgen Uter u.A.

Inhalt:   Seit über 30 Jahren liegt das Wrack des geheimnisvollen Frachters Albacore versunken vor der nordamerikanischen Küste.
Als Jay, Tom und Derek für ihren Radiosender Point Whitmark Untersuchungen über die fast vergessene Schiffskatastrophe starten, scheinen sie damit die Seelen der 22 ertrunkenen Seeleute zur schrecklichen Rückkehr zu beschwören.
In den Tiefen des Atlantiks droht den Freunden ein furchtbares Schicksal…

Ich habe die Serie damals durch Zufall im Laden entdeckt. Cover und Handlung sprachen mich an, aber eine gewisse Skepsis blieb, zumal ich nicht unbedingt DER Fan der Drei Fragezeichen bin.
Und wenn man ehrlich ist, so auf den ersten Blick erinnert Point Whitmark durchaus an die Serie von Europa: ein Team aus drei Jungs, das Kriminalfälle, gerne mit unheimlichen Einschlag, löst. Das klingt vertraut.
Es dauerte dann aber nicht lange und alle Skepsis war vergessen, denn Point Whitmark bzw das Trio vom örtlichen Radiosender unterscheidet sich doch in entscheidenden Punkten von den Drei Fragezeichen. So wirken Tom, Jay und Derek -für meinen Geschmack-  um einiges lockerer als ihre „Kollegen“ und auch echter, denn es kommt durchaus mal vor, dass die Jungs nicht sofort wissen, wo es lang geht oder wie sie mit einer brenzligen Situation umgehen sollen. Das lässt sie ausgesprochen menschlich erscheinen und macht sie sympathisch.
Hinzu kommt eine wunderbare Kleinstadtatmosphäre und eine ganze Reihe interessanter Charaktere.
Der Fall an sich lässt sich recht harmlos an, spitzt sich dann aber schnell zu und besonders die Szene zum Ende hin als Tom und Jay nach dem Wrack tauchen, dort eine Leiche finden und plötzlich keine Luft mehr bekommen sorgt für mächtig Spannung und eine ordentliche Gänsehaut.

Bei den Sprechern hat man sich nicht lumpen lassen. Mit Sven Plate (Jay), Gerrit Schmidt-Foss (Derek) und Kim Hasper (Tom) hat man drei bekannte Sprecher ausgewählt, die in ihren Rollen auf ganzer Linie überzeugen können.
Und auch an den Sprechern der Nebenrollen gibt es nichts auszusetzen. Da haben wir beispielsweise Heinz Ostermann als netten und oft verschmitzten Vater Callahan, Henning Schlüter in der Rolle des schmierigen und zwielichtigen Bürgermeisters und Ines Burkhard als Mrs. Bushland, der der Leuchtturm gehört.
Nicht ganz so begeistert bin ich von Andreas Becker alias Sheriff Baxter, er klingt mir etwas zu jovial und zu angestrengt brummig. Wobei das eventuell eine Gewohnheitssache ist, denn immerhin lässt er so ein eindeutiges Bild vom Sheriff vor den Augen des Hörers entstehen.
Eindeutig nicht gewöhnen werde ich mich an Jürgen Uter, der den Schuldirektor viel zu steif, viel zu unecht spricht. Bleibt zu hoffen, dass er nicht in jeder Folge dabei ist.

Musik und Effekte sind schlicht vom Feinsten, das ist mir in noch keiner anderen Serie für Kinder / Jugendliche so begegnet.
Die Melodien drängen sich zwar nie in den Vordergrund, bleiben einem aber dennoch sofort im Ohr, und das trifft nicht nur auf die Titelmelodie zu, sondern auch auf die kleineren Musikstücke während des Hörspiels, welche die Handlung wunderbar untermalen.
An Effekten wird ebenfalls nicht gespart, hier hat man bis hin zu den kleinsten Geräuschen ganze Arbeit geleistet. Egal, welche Szene man gerade hört, es ist alles da um sie sich vorstellen zu können.

Das Covermotiv zeigt eine tolle und gruselige Darstellung der scheinbar aus dem Meer zurückkehrenden Toten.
Die kräftigen Farben heben sich gut vom schwarzen Hintergrund ab und fallen einem im Ladenregal auch sofort ins Auge.
So muss ein Cover einer Kinder- / Jugendserie aussehen, das Aufmerksamkeit erregen will.
Mir fällt kein vergleichbares Design unter den „alteingesessenen“ Serien ein.
Fazit:   Ein hervorragender Auftakt zu einer großartigen Serie. Die Geschichte ist spannend, an der einen oder anderen Stelle schon fast gruselig, die Sprecher liefern einen erstklassigen Job ab und Musik und Effekte sorgen für eine stets passende Atmosphäre. Ich kann jedem nur empfehlen, mal in  Point Whitmark vorbeizuschauen.

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