Benjamin Blümchen (36) – …wird verhext

Titel: Benjamin Blümchen (36) – …wird verhext / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 40 min / Sprecher:   Edgar Ott, K. Primel, Till Hagen, Gisela Fritsch, Hermann Wagner, Susanna Bonasewicz, Buddy Elias u.a.

Inhalt: Was ist denn heute mit Benjamin Blümchen los? Die Sonne scheint, die Vögel singen, sein Freund Otto ist da, – alles ist toll! Aber Benjamin ist traurig. Seine Stoßzähne hängen bis auf die Wiese herunter, und essen will er auch nichts mehr. Ist er vielleicht krank? Auch Herr Tierlieb weiß keinen rechten Rat. Was kann man nur tun? Ob Bibi Blocksberg, die liebe kleine Hexe helfen kann?


Eines gleich vorweg: diese Folge hat ohne jeden Zweifel eine ganz wichtige Moral, daran gibt es nichts zu rütteln. Ich finde es toll, dass den Kindern hier aufgezeigt wird, dass man so, wie man ist, völlig in Ordnung ist. Ganz gleich, was irgendwelche Idioten manchmal auch behaupten mögen. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass gerade in den Schulen heute Mobbing in dieser Richtung gut verbreitet ist. Und mir gefällt es auch, dass Benjamins Freunde so toll zu ihm stehen, auch wenn er sie die ganze Zeit anmotzt und vor sich hin grummelt. Aber: nennt mich meinetwegen egoistisch, aber ich höre diese Hörspiele zur Unterhaltung, zum Abschalten nach einem stressigen Tag, zum Lachen. Ich höre sie mir sicher nicht an, um nachher ebenfalls mit stinkiger Laune herumzusitzen. Und genau diesen Effekt haben Benjamins Gebrummel, sein tief trauriges Gejammere und seine Selbstzerfleischungen. Ich verstehe es auch ganz schlicht nicht. Sonst ist er doch wirklich immer gut von sich überzeugt, sonst würde er es doch nicht jede Folge mit einer neuen Herausforderung aufnehmen, sonst würde er sich doch nicht so oft selber auf Karlas Fotos bestaunen… Und jetzt plötzlich dieser Wandel, wegen einem dummen, kleinen Gör?
Ach ja, und dann ist da natürlich auch noch der Clown Govi. Ich mag keine Clowns und es macht es nicht besser, wenn sie in den Benjamin-Hörspielen immer so überaus affig auftreten.
Einige wenige gute Sprüche gibt es zwar und auch Bibi Blocksbergs Auftritt ist toll, ganz besonders, dass sie Benjamin an einem Beispiel von sich selbst erklärt, wie wichtig ist es, sich selbst zu mögen. Davon aber mal abgesehen ist der Verlauf ziemlich langweilig und zutiefst deprimierend.
Außer den „üblichen Verdächtigen“ sind nur zwei Sprecher mit am Werk. Da ist einmal der arme Andreas Mannkopff, der sich mit viel „hahahahaHAHA“ und „ich falle auf de Schnauze“ und „ein rundes Kaninchen sitzt auf meinen schwarzen Schlabberschuhen“ für Benjamin und die Hörerschaft zum Deppen machen muss. Bewundernswert, wie er das meistert.
Und dann ist da noch Buddy Elias, der den Otto Oberschlau gibt. Er taucht in Nebenrollen ja immer mal wieder in der Serie auf und ich mag seine Stimme irgendwie. Auch zu Otto Oberschlau passt sie prima.

Die gewohnte magere, aber trotzdem für die Serie ausreichende, Geräuschkulisse begleitet die Handlung. Und an Musik gibt es neben dem Titellied immerhin Clown Grovis misstönendes Getröte.

Von den Covers gefällt mir bei dieser Folge kein einziges so richtig, weil ich finde, dass keines wirklich darstellt, was das Thema der Folge ist. Mit diesem Titel und den Bildern wird man eher darauf schließen, eine Geschichte zu hören, bei der Bibi Benjamin lustig verhext. Aber dass dahinter ein ernsteres Thema steckt, das erkennt man nun gar nicht. Wobei Benjamin auf dem Cover der Erstauflage wenigstens noch grimmig guckt.

Fazit:   Eine tolle Moral absolut deprimierend präsentiert. Ich bleibe dabei, diese Reihe soll auf unterhaltsame Art Botschaften vermitteln, und sie hat x-mal bewiesen, dass sie das kann. Diese Folge hier, tanzt da völlig aus der Reihe und ist daher nur schwer auszuhalten.

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