Der Augensammler (Sebastian Fitzek / Simon Jäger)

Titel:   Der Augensammler / Verlag:   Lübbe Audio / Laufzeit:   ca. 310 min / 4 CDs / Buch:   Sebastian Fitzek / gelesen von:   Simon Jäger

Inhalt:   Er spielt das älteste Spiel der Welt: Verstecken. Er spielt es mit deinen Kindern. Er gibt dir 45 Stunden, sie zu finden. Doch deine Suche wird ewig dauern. Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer in seinem Versteck. Doch damit ist das Grauen nicht vorbei: Den aufgefundenen Kinderleichen fehlt jeweils das linke Auge. Bislang hat der Augensammler keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine mysteriöse Zeugin: Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin, die behauptet, durch bloße Körperberührungen in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen zu können. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt…


Da ist er also nun endlich, der fünfte Psychothriller von Sebastian Fitzek, von den Fans mit Spannung erwartet. Ich muss aber schon sagen, dass ich die Bezeichnung „Psychothriller“ nicht unbedingt gerechtfertigt finde, jedenfalls im Vergleich gesehen mit früheren Fitzek-Romanen. Der Augensammler ist zwar ohne jeden Zweifel super spannend und  hat man sich einmal auf die Geschichte eingelassen, kommt man davon nicht mehr los. Aber solcherlei psychologische Verwirrung wie beispielsweise bei Die Therapie sucht man hier vergebens. Beim Augensammler weiß man schon immer, was Realität ist und was die Phantasie einer der Charaktere gerade erschafft. Verkehrt ist das nicht, denn so hat man trotz unterschiedlicher Blickwinkel im Grunde immer einen recht geradlinigen Verlauf. Und der ist keineswegs weniger spannend, im Gegenteil, ich fand, so fiebert man eher noch mehr mit den Hauptpersonen Alexander Zorbach und Alina Gregoriev mit, weil die Ablenkung einfach fehlt. Mit Alina Gregoriev ist Sebastian Fitzek wohl einer seiner interessantesten Charaktere gelungen. Im Grunde war sie für mich die ganze Geschichte hindurch quasi die Hauptperson. Einfach weil sie durch ihre Blindheit in Verbindung mit ihrem „Talent“ schon außergewöhnlich ist, aber auch weil sie von der Beschreibung her so in überhaupt kein Schema passt. So eine Person fällt eben auf und nimmt einen schnell für sich hin.

Seit je her liest Simon Jäger die Fitzek-Romane und eigentlich ließe sich dieser Teile in einem Satz abhaken. Denn auch den Augensammler liest er mit unverwechselbarer Eindringlichkeit, die beim Hörer im Handumdrehen für Spannung sorgt. Es gelingt ihm ausgezeichnet, die Atmosphären der einzelnen Szenen einzufangen und ganz besonders hat mir gefallen, wie er Alina Gregoriev spricht. Mal resolut, mal wütend, dann wieder ängstlich und empfindsam, aber auf jeden Fall auch immer mit einem ganz leichten Unterton, der deutlich macht, dass Alina schon etwas Besonderes ist.

Wie gewohnt kommen die 4 CDs in einem Digipack daher, bei dem sich das Covermotiv klar am Buchcover orientiert. Im Inneren ist alles wie gehabt bei den Fitzek-Hörbüchern. Hier findet man Fotos von Simon Jäger und Sebastian Fitzek mit einigen Informationen zu den beiden und natürlich Werbung für andere Hörbücher des Autors. Erfreulicherweise liegt auch wieder ein Download-Gutschein für audible.de bei, wo man sich die gut doppelt so lange, ungekürzte Version kostenlos herunterladen kann.

Fazit:   Weniger „psychologische Verwirrung“, wie man sie von vorigen Romanen von Sebastian Fitzek kennt, aber trotzdem genauso spannend. Sauspannend sozusagen! Unbedingt hören (am besten ungekürzt).

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