Alterra – Die Gemeinschaft der Drei (Maxime Chattam / Timmo Niesner)

Titel:   Alterra – Die Gemeinschaft der Drei / Verlag:   Lübbe Audio / Laufzeit:   ca. 264 min. / 4 CDs / Buch:   Maxime Chattam / gelesen von:   Timmo Niesner

Inhalt:   Ein Orkan bricht über New York herein. Innerhalb weniger Stunden versinkt die Stadt in Eis und Schnee. Aus der Dunkelheit, die folgt, schießen blaue Blitze hervor. Als sie verschwunden sind, ist die Welt eine andere geworden: gefährlich und wild, ohne Technik und Zivilisation – und ohne Erwachsene. Übrig sind nur die Kinder, unter ihnen Matt, Tobias und Ambre. Gemeinsam machen sie sich auf in ein unglaubliches Abenteuer…


Zum ersten Mal bin ich auf Alterra auf der Seites des PAN-Verlags aufmerksam geworden, wo man sich einen Buchtrailer dazu ansehen kann. Der Trailer sah interessant aus und so kam ich zunächst zum Buch, dann zum Hörbuch von Alterra.
Die Geschichte an sich gefällt mir. Ich habe ja eine Schwäche für Endzeit-Storys und Alterra beginnt genau wie eine solche Geschichte. Mit allem Drum und Dran, das dazu gehört. Mit extremen Wetterverhältnissen, einem Blizzard, der die Stadt in Schnee und Eisversinken lässt und mit einer beschwerlichen Flucht aus der Stadt, in der es nach dem Blizzard offenbar keinen Erwachsenen mehr gibt. Das ist spannend und zum Teil auch recht gruselig, insbesondere die Momente, in denen Matt die blauen Lichtblitze sieht oder als Tobias und er sich durch einen plötzlich aufgetauchten Dschungel oder durch reißende Fluten kämpfen. Bis dahin hatte ich mich wirklich auf eine tolle Weltuntergangs-Geschichte mit Fantasy-Elementen gefreut und war gespannt, wie es mit Matt und Tobias weitergeht.
Leider sagte mir der weitere Verlauf nicht mehr so sehr zu. Matt und Tobias gelangen auf eine Insel, auf die die Kinder -sie nennen sich „Pans“- geflohen sind und sich eingerichtet haben. Dort leben sie in verbliebenen Häusern zusammen, allerdings ohne jede Technik, quasi mittelalterlich. Und genau darin liegt mein Problem. Ich mag solche altertümlichen Geschichten einfach nicht besonders. Klar, solch eine Gemeinschaft muss sich organisieren, sich mit einander arrangieren, das kommt hier auch sehr gut rüber. Mut, Freundschaft, Solidarität, das alles steht hier klar im Mittelpunkt, das merkt man in nahezu jedem einzelnen Satz, und auch Ambres Vermutung, die Welt habe sich gegen die Menschen, vor allem gegen die Erwachsenen aufgelehnt, den Kindern aber noch eine Chance eingeräumt, hat etwas für sich und regt zum Nachdenken an. Dennoch haben mich die Passagen über Gartenarbeit, Kämpfe mit so gewöhnlichen, einfachen Waffen wie Stöcken, und die Beschreibungen der Natur auf Wanderungen ganz gut gelangweilt.

Timmo Niesner war -mal wieder- eine Sprecher-Premiere für mich und mir hat es gefallen, wie er Alterra liest. Er klingt sehr jung, was gut zu einer Geschichte für Jugendliche passt, und da er ja auch die deutsche Stimme des „Frodo“ ist, ist auch der Bezug zur Fantasy gegeben. Herr der Ringe – Fans werden daran sicher Gefallen finden. die Charaktere lassen sich bei ihm leicht unterscheiden, da er jedem eine recht markante Stimme oder einen speziellen Tonfall verleiht, allerdings ohne dabei in irgendeiner Form zu übertreiben. Und auch das Tempo und de Atmosphäre der einzelnen Szenen bringt er gut an den Hörer.

Untermalung sucht man vergebens, einzig am Anfang gibt es eine leichte Melodie zu hören. Ich merke immer wieder, ich brauche bei den meisten Hörbüchern gar keine Untermalung oder Musik zwischen den Szenen oder am Ende bzw Start einer CD. Mir hat das bei Alterra nicht einen Moment lang gefehlt.

Die CDs ziehen in einem Digipak ins Regal ein, bei dem mir das Layout besonders gut gefallen hat. Die Schrift und die Zeichnungen wirken tatsächlich golden und scheinen zu glänzen. Schön ist ebenfalls, dass die CDs selber ebenfalls einen passenden Druck erhalten haben. Auch hier ist die Skyline zu sehen, am Rand zierliche Schnörkel, das hat was.

Fazit:   Alterra ist ohne Zweifel eine tolle Geschichte. Eine Mischung aus Endzeit- und Fantasy-Story voller phantasievoller Gestalten und spannender Ereignisse. Zudem wird hier noch ein ganz wichtiges Thema angeschnitten und da ja ausschließlich Kinder und Jugendliche nach dem Blizzard übrig geblieben sind, wird dieses Thema auch sehr kind- bzw jugendgerecht aufbereitet. Und wer -im Gegensatz zu mir- dann auch noch mit dem mittelalterlichen „Anstrich“ leben kann, der sollte Alterra ausprobieren.

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