Der Trakt (Arno Strobel / Tanja Geke)

Titel:   Der Trakt / Verlag:   Argon Hörbuch / Laufzeit:   ca. 423  Min / Buch:   Arno Strobel / gelesen von:   Tanja Geke

Inhalt:   Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen?


Ich war „Der Trakt“ gegenüber anfangs eher skeptisch. Der Rückentext klang ja interessant, aber auch verdächtig nach Sebastian Fitzeks „Splitter“. Ein Schuss davon steckt auch zweifellos davon drin, aber an sich habe ich die Geschichte doch als sehr eigenständig empfunden. Mit langen Vorreden hält sie sich jedenfalls nicht auf. So abrupt wie es Sybille Aurich aus dem Koma zurück ins Leben wirft, so unmittelbar ist man auch als Hörer in der Geschichte drin. Durch diesen abrupten Start fühlt man sofort mit Sybille mit: ihre Angst und Verzweiflung, die Hoffnung und ihre Zweifel an sich selbst. Die Story ist sehr spannend und lässt einen so schnell nicht mehr los. Das liegt hauptsächlich daran, dass man gemeinsam mit Sybille immer wieder in die Irre geüfhrt wird, irgendwann nicht mehr weiß, wem man überhaupt noch trauen kann und mit ihr von einem Schrecken zum nächsten stolpert. Man ist ihr lediglich insofern einen kleinen Schritt voraus, dass man weiß: da gibt es Gegenspieler, die auf der Jagd nach Sybille sind. Wieso, das ist lange nicht klar, und so rätselt man automatisch mit. Ab einem gewissen Punkt ahnte ich in etwa, was es mit Sybille, dem Projekt „Jane Doe“ und dem Trakt auf sich hat, aber eben nur in sehr groben Zügen, und so blieb es spannend bis zum Ende. Die Idee hinter „Jane Doe“ ist zwar schon etwas sehr weit her geholt, aber für meinen Geschmack äußerst interessant und genial. Wenn das wirklich möglich wäre…wow!

Der Trakt ist ein Psychothriller und zu diesem Genre passt für mein Empfinden am besten ein Erzähler. Gelesen wird das Hörbuch allerdings von Tanja Geke, was aber eigentlich schon alleine deshalb gut passt, weil die Hauptperson schließlich auch eine Frau ist. Tanja Geke bringt die wechselnden Stimmungen von Sybille gut an den Hörer, kann aber auch in den Teilen der Geschichte überzeugen, die die Seite von Sybilles Gegenspielern schildern. Es ist also eindeutig nicht so, dass Sprecherin nicht zu solch einer Story passt.

Die Geschichte kommt gut ohne Musik und / oder Geräusche aus, mir haben sie jedenfalls nicht gefehlt.

Das Covermotiv gibt nicht viel her, ich finde aber, gerade dadurch ist es wirkungsvoll. Dieser düstere, kalte Gang, am Ende die erleuchtete Tür, das ist so ein Bild, das zum Begriff „Trakt“ wirklich gut passt. Da fragte man sich automatisch, was das für ein Gang ist, wohin er führt und gleichzeitig gibt es einem das Gefühl von einer unbestimmten Bedrohung. Mir geht das jedenfalls so.

Fazit:  Eine wirklich tolle Idee in einer sehr spannenden Geschichte umgesetzt. Ich habe das Hörbuch in einem Rutsch durchgehört, man kommt davon einfach nicht mehr los. Absolut empfehlenswert!

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