Dorian Hunter (10.1) – Der Folterknecht – Die Nacht von Nancy

Titel:   Dorian Hunter (10.1) – Der Folterknecht – Die Nacht von Nancy / Verlag:   Folgenreich / Laufzeit:   ca. 65 min / Sprecher: Thomas Schmuckert, Claudia Urbschat-Mingues, Peter Matic, Robert Kotulla, Michael Prelle u.a.

Inhalt:   Seit Monaten wird Dorian Hunter von Albträumen verfolgt, in denen ihm ein geheimnisvoller französischer Baron aus dem 15. Jahrhundert begegnet. Eines Tages fällt Dorian das Tagebuch von Nicolas de Conde in die Hände. Der Baron hat also wirklich gelebt! Dorian beginnt zu lesen – und das Schicksal nimmt seinen Lauf…


Folgenreich widmet dem ersten zweistelligen Jubiläum der Reihe direkt eine Doppelfolge, was die Fans sicher freuen dürfte. Doch steht hier ausnahmsweise mal nicht Dorian im Mittelpunkt. Stattdessen hören wir quasi das, was er im Tagebuch von Baron de Conde liest. Dieser hatte ja schon gelegentlich mal einen kleinen „Auftritt“, in dieser Folge dreht sich aber fast alles alleine um ihn. Darum, wie er zur Schwarzen Familie kam, was danach geschah und welchen Weg er letztlich eingeschlagen hat. Dabei geht es deutlich ruhiger zu als in den vorigen Folgen, die ja oft auch von actionreichen Szenen geprägt waren. Spannend ist es aber dennoch und auch auf die gewohnte Portion Gänsehaut muss man nicht verzichten. De Condes erste Begegnung mit Asmodi und speziell die Szene mit dem Hexensabbat hat es in dieser Richtung schon ganz gut in sich. Mir hat diese Folge trotz des sehr gemäßigten Tempos sehr gut gefallen, und das, wo ich doch an sich kein Fan von Geschichten bin, die anno Schnee spielen. Da muss mir dann schon etwas Besonderes geboten werden, was der Folge gut gelungen ist. Ein interessanter Blick auf Baron de Conde und somit auf einen Teil der Vorgeschichte von Dorian Hunter.
Dorian selber hat immer nur recht kurze Auftritte, doch auch hier scheint sich ein separater Handlungsstrang anzuspinnen, was der zweite Teil der Doppelfolge sicher noch deutlicher machen wird.

Die Sprecherliste ist mächtig lang und läuft vor prominenten Namen geradezu über, aber in dieser Hinsicht konnte man der Serie ja noch nie etwas vorwerfen. Da sitzt eben dem Creme de la Creme am Mikrofon. Im Wesentlich trägt allerdings David Nathan diese Folge. Er übernimmt als Nicolas de Conde nicht nur den erzählenden Part um die Geschehnisse von Nancy, nein, er ist natürlich auch in den anschließenden, gespielten Szenen in dieser Rolle zu hören. Mit tiefer und dunkler Stimme, aber auch mit einem vornehmen Ton wird er sowohl seiner Rolle als Baron gerecht, als auch der düsteren Stimmung der Geschichte. Klaus Dieter Klebsch gibt einen wunderbar listig-bösen Asmodi und Martin Semmelrogge hat mich als Equinus ein weiteres Mal begeistert. Weitere Rollen übernehmen u.A. Wolf Frass, Kerstin Drager, Stefan Krause und Utz Richter.

Auch was die Musik anlangt hat man bei dieser Folge wieder alles richtig gemacht. Auch wenn Dorians Szenen kurz sind, so sind sie aber sorgfältig mit passenden Klängen ausgestattet. Und die Ereignisse in der Vergangenheit haben ebenfalls einen passenden Soundtrack bekommen. Dabei geht es wie gewohnt düster zu, was für durchgängig dichte Atmosphäre sorgt.

Neben dem Hörspiel findet sich auf der CD noch ein Interview mit den Leuten hinter den Dorian Hunter – Hörspielen. Hier wird eine gute Viertelstunde lang allerlei an Hintergrundwissen um die Produktionen geboten, dem ich ähnlich gespannt gefolgt bin wie der Geschichte an sich.

Eine Kutsche in wilder Fahrt, dahinter ein unheimliches Schloss, auch das Cover kann sich wieder gut sehen lassen. Mir gefällt diese Mischung aus dunklen Motivteilen und solchen, die von einem diffusem Licht erhellt werden.

Fazit:  In Sachen Action muss man bei dieser Folge Abstriche machen, was der Qualität und dem Unterhaltungswert aber keinen Abbruch tut. Mir hat die Idee gefallen, bei diesem Mini-Jubiläum mal von Dorian „wegzugehen“ und stattdessen eine andere wichtige Person in den Vordergrund zu stellen.

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