Kleine Fische (02) – Des neie Radl

Titel: Kleine Fische (02) – Das neie Radl / Laufzeit: ca. 55 min / Sprecher: Gerhard Acktun, Matthias Schreiner, Lukas Beyerle, Hansi Kraus, Werner Zeussel u.a.

Inhalt:   Jaro und Fonse benötigen ein neues Radl, doch die finanziellen Mittel fehlen. Während sie sich bei ihren Kunden durchfragen, ob jemand eines übrig hat, kommt man auf die Idee, einen Flohmarkt zu veranstalten, um das Fahrrad finanzieren zu können. Kaum ist das Radl gekauft, macht sich Jaro rar. Irgend etwas stimmt nicht…


Nachdem ich bei Folge 1 schon so viel Spaß hatte, habe ich mir die zweite Folge direkt auch gegönnt. Auch hier hat man wieder mit den Bewohnern der Mini-WG Jaro und Fonse zu tun, deren Leben sich inzwischen nicht sonderlich verändert hat. Sie leben halt so vor sich hin, jobben ein wenig und haben meist Spass an ihrem Leben. Doch nun tauchen dunkle Wolken am Himmel auf: sie brauchen ein neues Fahrrad, allerdings erst mal auch das nötige Geld dafür. Dieses Mal gibt es sogar das, was ich bei Folge 1 beim ersten Hören noch reklamiert hatte: eine Handlung. Der erste Teil des Hörspiels beschäftigt sich mit der Beschaffung des Zweirads. Es macht Spaß, Jaro und Fonse dabei zuzuhören, wie sie sich ins Zeug legen um an ein Rad zu kommen und als die Idee mit dem Flohmarkt geboren ist, da geht es erst richtig los, denn das erfordert ja schließlich einiges an Vorbereitung. Er hat schon was, zu hören wie sie bei den Nachbarn und Bekannten um Flohmarktzeug bitten und sich auf den Tag einrichten. Das hat wenigstens Charme. In anderen Geschichten hätten die beiden sicher alles auf Ebay verkloppt und schon wäre das ganze etwas altmodische Flair der Story zum Teufel gewesen. Und bei dem „Flohmarkt“, den sie veranstalten, da habe ich ehrlich Tränen gelacht. Im Nu steht nämlich die Nachbarschaft, Freunde und auch die Polizei auf der Matte und sorgen für Situationskomik und höchst amüsante Dialoge.
Der zweite Teil der Geschichte befasst sich mit dem Rätsel um Jagros ständiges Verschwinden und hier geht es sogar ein klein wenig spannend zu, aber in jeden Fall menschelt es auch hier sehr und der Witz kommt ebenfalls nicht zu kurz.

Auf der Sprecherliste tummeln sich erneut zahlreiche bayerische Fernseh- und Bühnenschauspieler, die auch in diesem Hörspiel glänzen können. Mit dabei ist z.B. Hansi Kraus, den man von den „Lausbubengeschichten“ kennt, um mal den für mich prominentesten Namen hervorzuheben. In den Rollen von Jagro und Fonse geht es mit Matthias Schreiner und Lukas Beyerle weniger bekannt, aber nicht weniger gut und unterhaltsam zu. Die beiden ergänzen sich toll. Am besten finde ich aber immer noch „Frau Maurer“, ich kenne diese Stimme, sie ist einfach sowas von markant, dass man sie wohl nie mehr vergisst, wenn man sie einmal gehört hat. Ich habe nur noch nicht herausgefunden, woher ich sie kenne. Ich habe allerdings mal wieder eine Pumuckl-Folge im Verdacht.

Eine ordentliche Musik- und Geräuschkulisse begleitet die Geschichte. Das sorgt für zusätzliches Flair. Außerdem passt es zum Ansinnen der Autoren, dem Hörer mit diesen Hörspielen das „alte München“ nahebringen zu wollen. Wo die Leute noch beim Kramer einkaufen statt beim Discounter, da gehört auch kein imposanter, moderner Soundtrack hin. Da haben ausgewählte und gut eingesetzte Geräusche und bayerisch anmutende Melodien zwischen den Szenen absolut ihre Berechtigung.

Das Cover zeigt neben dem Schriftzug erneut nur die Dachlandschaft von München, dafür bekommt man im Inneren des Booklets noch ein paar Ansichten von Münchner Straßen und Hinterhöfen geboten, die zwar allesamt nicht schick und modern aussehen, dafür aber irgendwie charmant wirken. Das hat was!
Fazit:   Noch immer gilt: ein paar Brocken Bayerisch sind von enormen Vorteil bei diesen Hörspielen. Wer darüber verfügt und einfach schöne, unterhaltsame und gemütliche Geschichten hören mag, der sollte hier ein Ohr riskieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: