Angelus (Danielle Trussoni / Regina Lemnitz)

Titel:   Angelus / Verlag:   Der Hörverlag / Laufzeit:   ca. 449 min. / 6 CDs / Buch:   Danielle Trussoni / gelesen von:   Regina Lemnitz

Inhalt: Die junge Nonne Evangeline stößt in der Klosterbibliothek auf die geheime Korrespondenz einer früheren Äbtissin. Sie ahnt nicht, dass sie mit ihren Nachforschungen einen seit Jahrtausenden herrschenden Konflikt befeuert: den Krieg zwischen den Angelologen, den Anhängern der Engelslehre, und den überirisch schönen Nephilim, den Nachkommen der Enge, die einst gegen Gott rebellierten. Ein Kampf zwischen Gut und Böse entbrennt, der über die Weltherrschaft entscheidet.


Ja, es scheint wirklich so, als würden die Engel die Vampire als Trend im (Hör)buchregal ablösen. Angelus ist nun mein zweites Hörbuch zu diesem Bereich der Fantasy. Und obwohl es grundsätzlich um das Gleiche geht wie in Der Kuss des Morgenlichts, nämlich um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Engeln und den Nephilim, so konnte Angelus bei mir deutlich eher punkten. Und das, obwohl ich schon skeptisch war, weil ich mit Kirche nichts am Hut habe. Und nun eine Geschichte um eine Nonne? Allerdings ist es Danielle Trussoni gelungen, Evangeline und ihr Leben im Kloster zwar sehr anschaulich zu beschreiben, dabei aber nicht in Religiosität zu versinken, sondern es stattdessen interessant zu schildern.  Es wirkt alles schon recht modern. Somit habe ich mich mit Evangeline schnell angefreundet und das Kloster als passenden Handlungsort empfunden, denn was ist am Thema Engel näher dran als Religion und Kirche?
Längen gibt es bei Angelus über den größten Teil hinweg nicht, schon wenige Minuten nach dem Beginn tauchen die Vorboten der späteren Ereignisse auf und die Handlung nimmt ihren Lauf und an Fahrt zu. Irgend etwas ist immer los und so bleibt man als Hörer gespannt bei der Sache. Gefallen hat mir, dass Danielle Trussoni für ihre Erzählung unverkennbar sehr gründlich recherchiert hat. In wissenschaftlicher Hinsicht ebenso wie in mythologischer. Und so wirkt die ganze Geschichte trotz offenkundig phantastischer Elemente glaubhaft und überzeugend.
Einen Punkt Abzug gibt es dann allerdings doch, denn zum Ende hin gibt es schon eine ganze und gar nicht mal kleine Passage, die ich als zu breit ausgewalzt empfunden habe, auch wenn sie schon interessant ist. Nämlich die Suche nach den Teilen der Leier. Bis zum diesem Teil läuft die Handlung sehr geradlinig und flüssig, man denkt eigentlich, gleich stehe das Ende an, für das noch eine ganze CD Zeit übrig ist und das sicher entsprechend beeindruckend ausfällt. Doch geht diese ganze CD und ein Teil der letzten für besagte Suche drauf und als die dann bewältigt ist, fragt man sich, was da nun noch groß an imposantem Ende geboten werden kann, bei nur noch einer Handvoll Kapitel. Kurz: imposant ist das Ende nicht, dafür aber mächtig überraschend, ich habe wirklich Bauklötze gestaunt. Und umso fassungsloser war ich dann, als ich mit einem mehr als fiesen Cliffhanger zurück gelassen wurde. Das schreit förmlich nach einer Fortsetzung!

Regina Lemnitz habe ich in Angelus zum ersten Mal als Hörbuchsprecherin gehört und mir hat sehr gefallen, wie sie diese Geschichte liest. Schön flüssig und locker, so dass ich ihr gut über längere Zeit hinweg zuhören konnte. Zudem geht sie mit dem Tempo der Handlung mit und schafft es entsprechend, Atmosphäre und Stimmung der jeweiligen Szenen rüberzubringen. Ohne große Stimm-Akrobatik verleiht sie den Charakteren eindeutige Stimmen, so dass man auch nie im Ungewissen ist, wer da gerade das Wort ergriffen hat. Besonders beeindruckt hat sie mich mit der markanten Stimme, die sie Vladimir verleiht, denn hier schwingt obendrein noch ein deutlicher ausländischer Akzent mit.

Die sechs CDs ziehen in einer sehr schönen, festen Box ins Regal ein. Immer noch meine liebste „Verpackung“ für ein Hörbuch, auch wenn sie so nie aufrecht ins Regal passen. Bei der Gestaltung ist man sehr nahe am Look des Buches geblieben. Schön dunkel wie es zu dem düsteren Teil der Story passt und mit dem leuchtend roten Band auf jeden Fall ein Hingucker. Im Booklet findet man die Kapiteleinteilung, ein kleines Interview mit Danielle Trussoni und einige Informationen über sie.

Fazit:  Mir hat Angelus insgesamt wirklich sehr gut gefallen und ich kann es jedem Fantasy-Fan nur empfehlen, der keine Lust auf (Engels)-Fantasy „von der Stange“ hat, sondern nach einer besonderen Geschichte sucht. Ach ja…und ich möchte bitte die Fortsetzung…sofort! Wenn das kein Kompliment ist 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: