Benjamin Blümchen (29) – …auf dem Rummel

Titel: Benjamin Blümchen (29) – …auf dem Rummel / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 40 min   / Sprecher:   Edgar Ott, Frank Schaff-Langhans, Katja Primel, Wilfried Herbst, Sigrid Pein, Ulli Herzog u.A.

Inhalt:   Auf dem Rummelplatz will Benjamin eigentlich nicht. Doch als Otto sagt, daß es dort auch Zuckerwatte gibt, kann er gar nicht schnell genug hinkommen. Und plötzlich macht ihm alles großen Spaß. Nur, daß die alte Frau dort weint, gefällt ihm nicht. Was hat sie denn? O, je! Paulchen, ihr Enkel, ist verschwunden. Wo mag er sein? Das ist ein Fall für Benjamin und Otto. Sofort machen sie sich auf die Suche. Hoffentlich finden Sie ihn!


Die meisten Kinder mögen den Rummel (andernorts auch „Kirmes“) genannt, da lag es wohl einfach nahe, auch Neustadts Elefanten einmal dort hin zu schicken. Und eines muss man der Folge schon lassen: sie bringt die Atmosphäre eines Rummelplatzes wirklich prima an den Hörer. Benjamin und Otto fahren Kettenkarussell und Geisterbahn, sie essen Zuckerwatte und sauren Hering, da hört man doch die Kirmesmusik schon ganz automatisch und schnuppert den Duft der verschiedenen Leckereien. Lustig geht es außerdem zu als Benjamin das Kettenkarussell verbiegt oder seine eigene Zuckerwatte wickelt und nachher total klebrig ist.
Allerdings gab es ja damals keine Benjamin-Folge, in der sich nicht eine Moral versteckte oder in der Benjamin nicht den Helden mimte oder gute Taten verrichtete. Und so bekommt auch diese Geschichte nach der Kirmes-Freude noch die Kurve hin zu einem kleinen Abenteuer. Da steht plötzlich eine weinende Frau, deren Enkel im Gedränge verloren gegangen ist. Da lassen es sich Benjamin und Otto natürlich nicht nehmen, sofort auf die Suche zu gehen, und weil Neustadts Bürger ja für ihren Elefanten mehr tun würden als je für ihren Bürgermeister, haben sie auch direkt Hilfe bei der Hand. Die Suche fällt sogar recht spannend aus, denn Benjamin und Otto suchen in der Geisterbahn, wo sie sich ganz schön gruseln, und auch in der Märchenbahn, die ihnen irgendwie auch nicht recht geheuer ist.

In dieser Folge wird Otto noch von Frank Schaff-Langhans gesprochen, aber auch der heutige Otto ist mit von der Partie. Katja Primel spricht nämlich das verschollene Paulchen. Und ich muss gestehen, er geht mir mit dieser quengeligen, betont kleinkinderhaften Stimme entsetzlich auf die Nerven. Wenn man ihm so zuhört wie er sich anbiedert und einen Maiskolben fordert, dann möchte man gar nicht glauben, dass diese Stimme später dem aufgeweckten Otto gehören wird. Mit u.A. Eva-Maria Werth, Eberhard Prüter und Wilfried Herbst sind in dieser Folge durchweg Sprecher vertreten, die seit je her in der Serie mitsprechen, wenn auch meist in kleineren Rollen.

Neben dem Titellied gibt es im Hintergrund immer wieder lustige Kirmesmusik zu hören, das will in dieser Reihe schon wirklich etwas heißen. Für die Fahrt in der Geisterbahn hat man bei Kiosk zu dem Band gegriffen, das auch schon Bibis Gespenstertanz auf dem Schloss ihrer Cousine und den Spuk im Schullandheim untermalt hat. Einheits-Geister, oder so.

Benjamin und Otto im Kettenkarussell scheint das beliebteste Motiv für diese Folge gewesen zu sein, jedenfalls hat man es von der Erstauflage bis heute erhalten. Das Cover der Erstauflage ist für mich mal wieder das mit dem meisten Charme, aber bei dieser Folge gefällt mir auch das Motiv der zweiten Auflage. Es ist erstaunlich detailreich und mit dem blauen Himmel, den grünen Bäumen und den bunt angezogenen Karussellfahrern wunderbar frühlingshaft bunt. Leider meinte man wohl ab der ersten „blauen“ Auflage, man müsse den Rummel modernisieren um die Folge interessant zu machen. Oder was soll die Achterbahn da, die es in der Geschichte gar nicht gibt?

Fazit:   Ohne die Paulchen-Suche wäre es einfach eine schöne, aber an sich recht ereignislose Folge. Und während die heutigen Folgen sich an so einer Story nicht die Bohne stören würden, legte man früher noch Wert auf Handlung. Benjamin auf dem Rummel ist dafür ein gutes Beispiel.

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