Der Fürst des Nebels (Carlos Ruis Zafon / Rufus Beck)

Titel:   Der Fürst des Nebels / Verlag:   Argon Hörbuch / Laufzeit:   ca. 347  Min. / 5 CDs / Buch:   Carlos Ruiz Zafon / gelesen von:   Rufus Beck

Inhalt:   Max und seine Familie ziehen in ein altes Haus am Meer, auf der Flucht vor dem Krieg. Hier herrschte Frieden, so scheint es zunächst. Doch schon bald legt sich ein dunkler Schatten über den Zufluchtsort, als Max erfährt, dass der Sohn der ehemaligen Bewohner unter mysteriösen Umständen ertrunken ist. Eine geheimnisvolle Macht scheint das Leben seiner Familie zu bedrohen…


Nachdem mir Der dunkle Wächter so ausnehmend gut gefallen hat, ließ das nächste Zafon-Hörbuch nicht lange auf sich warten. Und erneut bin ich nicht enttäuscht worden, was sicher daran liegt, dass der Stil der Geschichte sich nicht dramatisch vom Dunklen Wächter unterscheidet. Wieder spielt die Handlung zu Zeiten des Krieges, wieder zieht eine Familie auf der Flucht davor in ein Haus auf dem Lande nahe dem Meer, wo sich dann sehr sachte, sehr leise der Schrecken einschleicht. Dieses Mal steht ein Junge, der 13jährige Max, im Mittelpunkt der Geschichte und er ist es auch, dem die seltsamen Ereignisse und die eigentümlichen Orte in der Umgebung als erstes auffallen. Zafon verzichtet auch in dieser Geschichte auf große Schreckmomente und blutige oder eklige Szenen. Stattdessen verlegt er sich darauf, bestimmte Szenen besonders anschaulich und atmosphärisch zu beschreiben, böse Charaktere durch ihr Wesen erschreckend wirken zu lassen und eine für sich alleine ebenfalls sehr schauerliche Erzählung in die eigentliche Geschichte zu integrieren. Von Grusel oder gar Horror würde ich also auch bei Der Fürst des Nebels nicht sprechen. Es ist vielmehr eine weitere leicht märchenhaft angehauchte Schauergeschichte, die einen deswegen aber nicht weniger für sich einnimmt als die „Kollegen“ aus dem Grusel- / Horror-Sektor. Dieses märchenhafte Flair nimmt einen sofort gefangen und lässt einen gespannt Max‘ Abenteuern lauschen. Für mich hatte Der Fürst des Nebels noch den zusätzlichen Reiz, dass die Handlung direkt mit dem Meer zu tun hat, das mir als Wasser-Angsthase schon von Hause aus recht unheimlich ist. Und die Tatsache, dass mir seit ES Clowns mehr als suspekt sind, war dem Gänsehautfaktor ebenfalls sehr zuträglich.

Auch Der Fürst des Nebels wird von Rufus Beck gelesen, dem es sehr gut gelingt, die Schauergeschichten-Atmosphäre an den Hörer zu bringen. Er liest ruhig, aber sehr eindringlich, so dass man sich den Handlungsort und die Charaktere leicht vorstellen kann. Beim Part des Leuchtturmwärters zeigt er sein Können darin, feine Akzente zu vergeben, ansonsten verzichtet er auf stimmliche Experimente und macht einzig durch Betonungen und markante Sprechweisen deutlich, welchen Charakter er gerade spricht.

Die Untermalung fällt erneut ausgesprochen dezent aus. Neben den französisch und maritim anmutenden lauteren Musiken zu Beginn und zwischen einigen Kapiteln, sind an nur ganz wenigen Stellen Geräusche eingesetzt worden. Aber auch wenn sie noch so leise sind, ihre Wirkung verfehlen sie nie. Mal ist es das Rauschen des Windes, dann das Knarren von Holz auf einem Schiff, eben alles eher leise Geräusche, die aber ganz eindeutig sind und so für eine ebenso eindeutige Stimmung sorgen.

Das Schiffswrack, dahinter das Leuchtturmwärterhaus, die Szene auf dem Cover würde auch ohne das grünliche Leuchten schon stimmungsvoll und unheimlich wirken, das Glühen trägt aber noch mal dazu bei diesen Eindruck zu verstärken. Außerdem macht es das Hörbuch im Regal zu einem Hingucker. Im Booklet findet man neben weiteren Argon-Hörbuch-Empfehlungen noch ein Interview mit einer Sprecherin. Allerdings zu einer ganz anderen Serie. Das habe ich nicht so ganz verstanden.

FazitDer Fürst des Nebels hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich mag diesen Schauergeschichten-Stil, der einen von gleichzeitig verzaubert, aber auch schaudern lässt. Und auch wenn ein 13jähriger die zentrale Person ist, so können hier ruhig auch erwachsene Fans solcher Geschichten reinhören.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: