Evermore (01) – Die Unsterblichen

Titel:   Evermore – Die Unsterblichen / Verlag:   Random House Audio / Laufzeit:   ca. 280 min / 4 CDs / Buch:   Alyson Noel / gelesen von:   Marie-Luise Schramm

Inhalt:   Ever ist sechzehn Jahre alt, als sie ihre gesamte Familie bei einem Autounfall verliert – sie überlebt als Einzige. Seither ist sie in sich gekehrt und kapselt ihre verletzte Seele von der Außenwelt ab. Alles ändert sich jedoch, als sie Damen zum ersten Mal in die Augen blickt. Denn Damen sieht nicht nur verdammt gut aus, er hat etwas, was Ever zutiefst berührt. Aber irgendetwas an ihm irritiert sie. Seitdem sie dem Tod so nahe war, besitzt sie nämlich die einzigartige Fähigkeit, die Gedanken der Menschen um sie herum hören und ihre Aura sehen zu können. Doch nicht so bei Damen: Er scheint diese Gabe auf mysteriöse Weise außer Kraft zu setzen. Sie sieht und hört nichts – für sie ein untrügliches Zeichen, dass Damen eigentlich tot sein müsste. Er wirkt aber alles andere alles leblos, und am liebsten würde Ever sich nie mehr von seinem warmen Blick lösen. Wenn sie sich nur nicht ständig fragen müsste, wer er eigentlich ist und was er ausgerechnet von ihr will …


Ich habe zwei Anläufe gebraucht um Evermore zu hören. Normalerweise ist das schnell ein k.o.-Kriterium bei mir und so stand die Box dann auch erst mal eine Weile wieder im Regal. Bis zum zweiten Anlauf dann, und inzwischen bin ich froh, dass ich dem Hörbuch diese zweite Chance eingeräumt habe, zumal mein größtes Problem die Sprecherin war. An der Geschichte ist in den ersten beiden Dritteln wenig auszusetzen. Es ist halt eine weitere hoch romantische Lovestory zwischen einem normalen bzw hier relativ normalen Mädchen und einem übernatürlichen Wesen, in diesem Falle dem Unsterblichen Damen. Da sind die gewohnten kitschigen Momente von Berührungen, die ebenfalls schon sattsam bekannten Augenblicke der sonderbaren Gefühlsaufwallungen und schlichtweg die romantischen Szenen mit selbstverständlich traumhaften Küssen. Ich denke, Fans dieses Genres werden sich hier gut bedient fühlen, zumal Evermore auch in einer sehr gefühlsbetonten, fast schon etwas altmodisch anmutenden, Sprache geschrieben ist. Das letzte Drittel allerdings hat mir dann doch inhaltlich Magenschmerzen verursacht, denn ab hier wirkt die Geschichte wie in aller Eile und ohne Rücksicht auf Zusammenhänge heruntergerasselt. Plötzlich ertränkt Ever ihre hellseherische Fähigkeit in Alkohol, plötzlich wird es für Rylie -Evers verstorbene Schwester, die sie aber immer noch besucht- Zeit sich zu verabschieden, plötzlich gibt es das Sommerland und und und. Für nichts davon gab es anfangs je Anhaltspunkte, da habe ich dann schon mächtig gestaunt. Vielleicht wird das ja im zweiten Teil etwas klarer, es wäre wünschenswert.

Marie-Luise Schramm liest Evermore und auch sie hatte ich bisher in noch keinem Hörbuch gehört. Wie schon gesagt, lag es an ihr, dass ich im ersten Anlauf aufgegeben hatte. Schuld daran trägt keineswegs ihre Stimme, die mag ich ausgesprochen gerne, es war viel mehr die Art wie sie liest. Natürlich hat Ever eine schwere Zeit hinter sich, natürlich trauert sie, natürlich sieht ein Mensch mit ihren Fähigkeiten die Welt anders und intensiver, alles Schlechte dabei eingeschlossen. Aber die ganze Zeit dieser tief traurige, selbstzerstörerische, ja, jämmerliche Tonfall…Hilfe nein! Das deprimiert einen ja beim Zuhören. Sogar in ihren wenigen glücklichen Momenten hört man noch, dass sie sich weiterhin vor Selbstvorwürfen zerfleischt.

An Untermalung fehlt es der Lesung gänzlich, was ich aber beim Hören nicht weiter als Verlust empfunden habe. Seine Atmosphäre zieht Evermore auch so gut aus der Story und Marie-Luise Schramms Interpretation.

Mit vier CDs und 280 Minuten Spielzeit ist Evermore vergleichsweise kurz. Zusammen mit dem Vermerk „gekürzte Lesung“ macht mich das irgendwie ein wenig misstrauisch. Womöglich ist das Ende gar nicht so holterdipolter, sondern wurde nur um einige, womöglich erklärende, Passagen gekürzt?
Das Covermotiv bringt dem Hörbuch auf jeden Fall wieder ein paar Pluspunkte ein, denn die farbenprächtige Rose vor dem dunklen Hintergrund und darüber die unheimlichen schwarzen Vögel, doch, das gefällt mir. Und im Ladenregal fällt es damit auch sofort auf.

Fazit:   An sich eine ordentliche Story, die mit dem aktuellen Trend schwimmt und Romantasy-Fans sicher gefallen dürfte. Leider könnte man das Ende in einem Wort mit „Warum?“ zusammenfassen. Das hat in diesem Falle auch nichts mehr mit „überraschendem Ende“ oder „fiesem Cliffhanger“ zu tun, da ist Vieles einfach schlichtweg unverständlich. Womöglich klärt Teil 2 das noch auf, ich hoffe es zumindest.

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