Schattenauge (Nina Blazon / Simon Jäger / Nina Petri)

Titel:   Schattenauge / Verlag:   Silberfisch / Laufzeit:   ca. 392  min / 5 CDs / Buch:   Nina Blazon / gelesen von:   Simon Jäger / Nina Petri

Inhalt:   Weiß wie Schnee, schwarz wie Ebenholz, rot wie Blut – Gil kann die Augen kaum von Zoë lassen, als er sie im Diskolicht tanzen sieht. Aber Gil ist nicht nur fasziniert; das schöne Mädchen weckt auch seinen Beschützerinstinkt. Draußen in der Stadt treiben sich unberechenbare Wesen herum. Panthera, auf der Suche nach leichter Beute. Niemand weiß das besser als Gil, denn er ist selbst eins dieser Geschöpfe. Was er nicht ahnt, Zoë gehört ebenfalls dazu…


Nach Arkadien erwacht ist Schattenauge mein zweites Hörbuch mit den Panthera, Menschen also, die sich in Raubkatzen verwandeln können. Und genau wie Arkadien erwacht hat mich Schattenauge nicht vollends überzeugen können. Allmählich möchte man meinen, ich hätte es nicht wirklich mit Raubkatzen. Doch ist das nicht der Grund dafür, dass mich Schattenauge schon etwas enttäuscht zurück gelassen hat. Kurz gesagt: die Geschichte hat von allem eigentlich zu wenig. Zu wenig Tiefe bei den Charakteren um sie dem Hörer vertraut zu machen, zu wenig Ausarbeitung bei der -zugegeben neuen- Idee bzw Vorstellung von den Pathera, zu wenig Tempo bei der Handlung. Die läuft einfach so vor sich hin, vergeudet viel Zeit damit, Zoës sonderbare Wesenszüge interessant zu machen, obwohl man -hat man den Klappentext gelesen oder einigermaßen Erfahrung im Fantasy-Bereich- sofort oder sehr schnell durchschaut, was da in ihr schlummert. Dann wird viel Zeit darauf verwendet, Zoës Beziehung zu Irves und ihr Vergnügen an nächtlichen Diskobesuchen und anderen Unternehmungen aufzuzeigen, ihre Begeisterung für den Laufsport zu verdeutlichen… Und so ganz nebenbei sind immer mal wieder die seltsamen Morde in der Stadt ein Thema, aber eben wirklich: ganz nebenbei! Ich habe sie nie als Hauptthema oder gar als wahre Bedrohung empfunden, weshalb ich die Story auch zu wenig spannend finde. Selbst Personen, die mit den Morden in direktem Zusammenhang stehen, werden irgendwann mal so nebenbei erwähnt und nicht näher beleuchtet. Als sie dann am Ende Thema werden, fragt man sich im ersten Moment glatt, wer das noch mal war. Aber als größtes Manko habe ich die Auflösung empfunden, also die Antwort auf die Frage, wer hinter den Morden steckt. Denn immer wieder wird erwähnt, dass womöglich sogar einer der Panthera der Stadt beteiligt sein könnte. Da grübelt man doch automatisch mit, hat ab und zu sogar Zoë selbst in Verdacht…und dann stellt sich heraus, dass [spoiler] eine ganz andere Art [/spoiler] dahinter steckt?! Okay, das kommt überraschend, aber da hätte ich mir doch eine ausgetüfteltere Auflösung gewünscht.

Nina Petri und Simon Jäger teilen sich die Geschichte, wobei Nina Petri den größeren Anteil zu bewältigen hat, denn sie schildert das Geschehen um Zoë, ihr Leben, ihre Erlebnisse, ihre Gedanken. Simon Jäger dagegen gewährt dem Hörer Einblick in Gils Gedanken. Mir haben die beiden als Sprecher von Schattenauge gefallen. Nina Petris markante Stimme passt gut zu Zoë, die -das immerhin ist gelungen- kein romantisches Naivchen ist, sondern Köpfchen und Selbstbewusstsein hat. Simon Jäger auf der anderen Seite gelingt es, mit Gils oft recht tiefgründigen Gedanken, wenigstens etwas Tiefe in die Story zu bringen.

Eigentlich reicht auch ein Blick auf das Cover um flott zu begreifen, welches Wesen sich noch in Zoë verbirgt. Das Motiv jedenfalls hat mir sofort gefallen: ein halber Raubkatzenkopf, ein halber Menschenkopf, dazwischen Haare, die sowohl zum einen als auch zum anderen gehören könnten…das ist clever gemacht.
Fazit:   Schattenauge ist okay. Mehr leider nicht, was ich sehr bedauerlich finde, denn erstens hatte ich mich sehr darauf gefreut und zweitens ist Urban Fantasy genau mein Ding. Fantasy-Fans können es aber ruhig mal mit Schattenauge versuchen, ein neuartiger Blickwinkel auf die Panthera wird immerhin gewährt, die Story ist wie gesagt okay und die beiden Sprecher können überzeugen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: