Die geheime Asservatenkammer (01) – Permtuto, Laptop des Tode

Titel:   Die geheime Asservatenkammer (01) – Permuto, Laptop des Todes / Verlag:   jtm Records / Laufzeit:   ca. 57 min / Sprecher: Bodo Henkel, Andi Königsmann, Oliver Krietsch, Jan Tappé u.a.

Inhalt:   Stevie hat Schulden, Spielschulden. Er hat in einer der illegalen Spielhallen von Jeoy Fontana gezockt und verloren, auf Pump…. Doch mit „Big Boss“, wie Fontana in der Unterwelt genannt wird, ist nicht zu spaßen. Er will seine dreißigtausend Euro in drei Tagen wieder haben – nebst Zinsen. Stevie und sein Partner Spinne brechen deshalb in einer Computerfirma ein. Diese Firma ist jedoch keine gewöhnliche Softwareschmiede, sondern anscheinend eine okkulte Sekte, die sich auf das Böse eingelassen hat…


Die geheime Asservatenkammer, dort arbeitet Major Kramer. Er sichtet die dort lagernden Beweismittel und die Akten zu den entsprechenden Fällen. Das erste Asservat ist ein seltsames Laptop und in dieser Folge bekommen wir den Fall dazu zu hören. Der ist nicht gerade das Neueste vom Neuen. Da hat also so ein Kleinkrimineller Spielschulden, die er innerhalb kürzester Zeit zurückzahlen muss. Also bricht er mit einem Kumpel in eine Softwarefirma ein um dort PCs und Hardware zu stehlen, um sie später zu Geld zu machen. Das kennt man. Und dass Pentagramme, ganz gleich wo sie auftauchen, selten etwas Gutes zu bedeuten haben, das ist ebenfalls allgemein bekannt. Und dass eine solch unglaubliche Glückssträhne, wie sie mit dem erbeuteten Laptop Stevie ereilt, nicht von Dauer sein kann, ist genau so klar. Immerhin halte ich der Sache aber zu Gute, dass man ein solch modernes Asservat ausgewählt hat und die Szene mit dem seltsamen Nebel in der Softwarefirma hat durchaus auch etwas, ist so schön oldschool irgendwie. Inmitten der so zahlreichen auf modern bis futuristisch getrimmten Mystery- und / oder Grusel-Reihen gefällt mir das an sich ganz gut. Unterhaltsam ist es allemal.
Ich finde allerdings, Major Kramer hätte man auch rauslassen können. Denn dadurch, dass er immer mal wieder etwas von wegen „mal weiterlesen“ vor sich hin murmelt, raucht oder ihm Passfotos hinfallen, kommt die Handlung keinen Schritt voran. Das hätte der Erzähler -den es ja ebenfalls gibt- auch erzählen können.

Sehr positiv sind mir die Leistungen der Sprecher aufgefallen, denn die können sich durchweg sehr gut hören lassen.
Bodo Henkel hat mir als Erzähler sehr gut gefallen, er greift Tempo und Atmosphäre der Geschichte auf und trägt mit seiner ruhigen, eindringlichen Erzählweise zur Spannung bei. Oliver Krietsch alias Stevie liefert ebenfalls einen ordentlichen Job ab, sowohl als verzweifelter Kleinkrimineller, als auch später als er selber den „Big Boss“ heraushängen lassen kann. Er trifft für jede Situation den passenden Ton. Mit Jan Tappé als Kumpel Spinne mit der gänzenden Idee für den verhängnisvollen Einbruch, hatte ich da eher meiner Schwierigkeiten. Das liegt aber vornehmlich daran, dass er für diese Rolle stottern muss und da muss man ab und zu schon fein hinhören um alles zu verstehen.

Wo wir gerade bei fein hinhören sind, machen wir damit doch direkt mal weiter. Es gibt nämlich Szenen, in denen die Hintergrundmusik oder Geräusche den gesprochenen Text schlichtweg übertönen und man den Player lauter drehen muss um zu verstehen, was da gesagt wird. Von diesen Szenen abgesehen geht der Soundtrack aber soweit in Ordnung. Und auch in Sachen Geräusche gibt es nicht allzu viel zu bemängeln, ich frage mich nur, wieso in so vielen Hörspielen eine Schlägerei so cartoonhaft klingt? Bei der Abmischung allerdings sind arge Unterschiede zu bemerken. Viele Szenen klingen wirklich klar nach Studioaufnahme, dagegen gibt es andere, die sich deutlich dumpfer anhören als seien sie an einem ganz anderen Ort aufgenommen worden, das fällt schon auf.

Das Cover gefällt mir gut mit dieser uralt aussehenden Tür und dem dagegen doch sehr modernen Laptop dahinter. Eine interessante Kombination, die einerseits deutlich macht, dass es in Die geheime Asservatenkammer zwar unheimlich zugeht, die andererseits aber auch aufzeigt, dass der Fall schon modern gehalten ist. Im Inneren des Booklets findet man neben den Sprecherangaben noch einen weiteren Text zum Inhalt der ersten Folge.

Fazit:   Wenn ich das jetzt alles noch mal so lese, dann klingt es dramatischer als es ist. Denn Permuto, Laptop des Todes mag zwar nicht das Neueste in Sachen Mystery und Grusel sein und was die Abmischung anlangt, gibt es auch einiges zu verbessern, aber mir hat die Geschichte Spaß gemacht. Und das ist letztlich -jedenfalls für mich- einer der wichtigsten Punkte: ein Hörspiel soll mich unterhalten. Und das hat Die geheime Asservatenkammer allemal geschafft.

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