Mimi Rutherfurt und die Fälle… (Box 04)

Titel:   Mimi Rutherfurt und die Fälle…(Box 04)  / enthält die Folgen „Spuk im Herrenhaus“ , „Treu bis in den Tod“ / „Der Kreis der Literaten“ / Verlag:    Maritim / Laufzeit:   ca. 210 min / Sprecher:   Gisela Fritsch, Viola Sauer, Udo Schenk, Bernd Vollbrecht, Niels Clausnitzer, Christian Rode u.a.

Nachdem bekannt wurde, dass die Autorin der Serie Mimi Rutherfurt ermittelt… sich für die erste Geschichte bei einem anderen Krimi bedient hatte, wurde diese Serie eingestellt.
Nun ermittelt Mimi in 3er-CD-Boxen weiter und hat den neuen Titel Mimi Rutherfurt und die Fälle… bekommen.


Spuk im Herrenhaus (von Maureen Butcher)

Inhalt:   Welches dunkle Geheimnis verbirgt sich hinter den Mauern des alten Herrenhauses? Wer steckt hinter dem brutalen Überfall auf einen harmlosen Schäfer und seinen Hund? Die Ereignisse überschlagen sich und ehe sich die gewitzte Hobbydetektivin versieht, befindet sie sich bereits mitten in den Ermittlungen zu einem neuen Fall. Doch es ist höchste Vorsicht geboten, denn schon bald muss sie selbst um Leib und Leben fürchten!

Irgendwie hat es sich eingeschlichen, dass ich bei den Mimi-Boxen immer eine Art Rangfolge aufgestellt habe, also belasse ich es bei auch bei der vierten Box dabei.
Spuk im Herrenhaus belegt dabei den ersten Platz. Das liegt in erster Linie daran, dass die Geschichte ein wenig gruselig angehaucht ist mit dem alten Herrenhaus in einem verwilderten Garten, mit Lichtern in den Fenster und einer schaurigen Geschichte um eine der Familien, die dort gewohnt haben. Meinetwegen hätte man den Spuk noch ein wenig länger aufrecht erhalten können, Mimis realistische Sichtweise macht das leider zu zeitig zunichte. Spannend bleibt die Geschichte aber trotzdem bis zum Schluss und Mimi leistet hier genau das, was ich unter Detektivarbeit solch altmodischer Krimis verstehe. Sehr schön finde ich auch die Zusammenarbeit von Mimi und ihrer Freundin Audrey. Die beiden geben ein tolles Team ab, das auch so manchen spaßigen Wortwechsel auf Lager hat.


Treu bis in den Tod ( von Maureen Butcher)

Inhalt:   Ein fröhlicher Wanderausflug findet ein jähes Ende, das man in einem abgelegenen Waldsee die grauenvoll zugerichtete Leiche eines Mannes entdeckt. Mit jedem neuen Detail aus dem Privatleben des Verstorbenen wächst die Gewissheit, dass dieser kein so unauffälliges und zurückgezogenes Leben führte, wie es zunächst den Anschein hat. Wird es Mimi Rutherfurt gelingen, den Täter dingfest zu machen, bevor Inspektor Brewster seines Amtes enthoben wird?

Treu bis in den Tod ist das Schlusslicht auf meiner Rangliste dieser Box. Dabei beginnt die Geschichte wirklich vielversprechend mit einer Leiche an einem einsamen Waldsee, das hat an sich schon ein gewisses Flair. Was mir dagegen so gar nicht gefallen hat, sind diese beiden Punkte. Erstens mag ich es nicht, wenn der Inspektor neben der rüstigen Rentner-Detektivin wie der letzte Depp hingestellt wird. Immerhin ist er Inspektor, also sicher nicht auf den Kopf gefallen. Und so jemand muss bei Mimi quasi Nachhilfestunden in Sachen Detektivarbeit nehmen? So wirkt es hier nämlich. Nein, das passt einfach nicht. Der zweite Grund ist der, dass die Auflösung nachher schon sehr, sehr weit hergeholt ist.


Der Kreis der Literaten (von Maureen Butcher)

Inhalt: Audrey Montgomery erhält von einem langjährigen Freund eine exklusive Einladung, als eine der Ersten einen Blick auf das bisher unbekannte Manuskript eines bekannten Schriftsteller zu werfen. Mimi begleitet ihre gute Freundin auf ihrer Reise ins verschneite Schottland. Mit der ausgelassenen Stimmun des kleinen Kreises von Literaturliebhabern  ist es jedoch schon bald vorbei, als man einen der Teilnehmer tot auffindet. Durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten, bleibt Mimi Rutherfurt keine andere Wahl, als auf eigene Faust zu ermitteln…

Alleine der Titel hat schon klar gemacht, dass mir diese Geschichte gefallen würde. Und dazu noch ein altes, schlossähnliches Haus in Schottland, eingeschneit und somit von der Außenwelt abgeschnitten und ein überschaubarer Kreis an Personen, die alle an einem Manuskript interessiert sind. Das hat Flair, das hat Atmosphäre, das klingt nach gemütlicher, krimi-spannender Leserunde in plüschigen Sesseln, die plötzlich zu einem sehr realen Krimi wird. So etwas mag ich und deshalb belegt dies Geschichte berechtigt den zweiten Platz. Vom Titel her hätte er eigentlich Anspruch auf die Poleposition gehabt, das ist aber daran gescheitert, dass der Verlauf nicht unbedingt gut strukturiert ist. Der Vorlauf, der einem die Situation und die Gegend nahe bringt, dauert zu lange. Diese Zeit fehlt dem Teil mit Mimis Ermittlungen und das Ende kommt zu plötzlich.


Viola Sauer alias Audrey Montgomery, die hier in gleich zwei Folgen mit von der Partie ist, hat mir sehr gut gefallen. Mit ihrer rauhen, ein wenig lästernden Stimme bildet sie eine gute Ergänzung zu der gewitzten und cleveren Detektivin Mimi. Ich würde die beiden gerne noch häufiger gemeinsam ermitteln hören. Im Kreis der Literaten ist in der Rolle des Gastgebers Sir Winston Gray Udo Schenk zu hören. Mimi beschreibt Sir Winston Gray anfangs recht präzise und bei dieser Beschreibung kann man ihn sich schon sehr gut vorstellen: edel, seriös, gut aussehend. Und Udo Schenk wird dieser Vorstellung auf stimmlich gerecht.

In allen drei Folgen herrschen die vertrauten Miss Marple – Musiken vor. Und wenn das vielleicht auch nicht sonderlich abwechslungsreich ist, aber es passt tadellos. Ich könnte mir keine bessere Untermalung für die Hörspiele vorstellen.

Das Cover dürfte Fans altmodischer Krimis sofort ansprechen, da sie Miss Marple sicher sofort erkennen und damit darauf schließen können, welchem Genre die Mimi Rutherfurt-Krimis angehören. Ansonsten ist der Stil recht schlicht gehalten, was den Boxen aber stets gut steht.

Fazit:   Insgesamt eine spannende und unterhaltsame Box der Serie, die mir gefallen hat. Einen richtigen Ausreißer sucht man hier vergeblich. Mit etwa 210 Minuten Gesamtlaufzeit bekommt man hier übrigens die längsten Folgen bisher zu hören.

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