Benjamin Blümchen (22) – …als Kinderarzt

Titel: Benjamin Blümchen (22) – …als Kinderarzt / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 39 min  / Sprecher:   Edgar Ott, Frank Schaff-Langhans, Gisela Fritsch, Otto Czarksi, Eva-Maria Werth, Ulli Herzog u.a.

Inhalt:   Die Masern sind ausgebrochen! Auch Otto, Benjamin Blümchens bester Freund, liegt krank im Bett. Aber es kommt noch schlimmer, auch Dr. Wunderlich bleibt nicht verschont. Wer soll nun den vielen kranken Kindern helfen? Ihr meint, Benjamin, der klügste Elefant der Welt, würde das gerne tun? Natürlich, aber wird er es auch schaffen?


Kinder werden leicht mal krank, das werden wohl sämtliche Eltern bestätigen können. Und somit steht auch immer mal ein Besuch beim Kinderarzt an. Was liegt da näher als eine Benjamin-Folge genau mit diesem Thema bzw Beruf aufzunehmen? Und das ist hier wirklich sehr niedlich und einfühlsam gelungen. Um den kleinen Hörern nicht unnötige Ängste zu bereiten, hat man sich auf vergleichsweise harmlose „Krankheiten“ verlegt, das Schlimmste in dieser Folge ist ein sehr glimpflich verlaufener Autounfall mit einem gebrochenen Bein beim jungen Patienten. Das kann diese Serie ganz klar schlimmer, man denke nur an das Schmerzgeschrei in Benjamin hat Zahnweh oder Dr. Muffels beängstigende Voraussage über den Verlauf der Blauen Elefantenmasern. Im Vergleich dazu, geht man das Thema Krankheit in Folge 22 wirklich sehr sachte an. Dafür hat man sich offenbar darauf verlegt, einige wichtige Botschaften mit einzubinden.
Eine Patientin von Benjamin darf rein gar nichts, woran Kinder Spaß haben, die Mutter verbietet was nur geht. Clever wie Benjamin ist, setzt er mit seiner Diagnose und „Medikation“ entsprechend direkt bei der Mutter an. Ich mag diese Szene ganz besonders. Wenn ich im TV Werbung für zig desinfizierende Sprays, Lotionen und Tücher sehe, dann finde ich es mal gar nicht verkehrt, dass Benjamin predigt, dass Kinder auch mal toben und schmutzig werden dürfen und dass auch ein aufgeschlagenes Knie nicht der Weltuntergang ist. Ein weiterer Patient von Benjamin leidet unter dem Qualm von Mutters Raucherei und ich denke, 1983 als die Folge damals erschien, wurde längst nicht so ein Gewese wie heute darum gemacht, wenn Kinder diesem Qualm ausgesetzt waren. Da war diese Szene gar nicht mal so unberechtigt, könnte ich mir vorstellen.
Trotz aller „Krankheiten“ muss man aber auch in Sachen Spaß keine Abstriche machen. Benjamin hat einige lustige Sprüche auf Lager und Karla als Sprechstundenhilfe ist auch nicht zu verachten.

Bei den Sprechern möchte ich Virpy Rückert besonders hervorheben. Sie spricht die Katrin, das Mädchen, dessen Mutter alles verbietet was Kindern Spaß macht. Es ist herrlich wie sie leiert: „Ich bin Katrin. In den Kindergarten darf ich nicht gehen“. Ansonsten quillt die Sprecherliste schon praktisch über an vertrauten, lieb gewonnenen Kiosk-Stimmen: Hallgerd Bruckhaus, Otto Czarski, Carsten Zachariae, Christine Schnell-Neu, Eva-Maria Werth und und und. Und alle sind hörbar bester Laune und machen ihre Sache wirklich ausgezeichnet.

Benjamin als Kinderarzt dürfte eine der Folgen mit der magersten Geräuschkulisse überhaupt sein. Stimmengewirr, Telefonklingeln, die Sirene des Krankenwagens, das dürften sie wesentlichen Effekte auch schon gewesen sein.

Was die Cover angeht, so gibt es ein paar interessante Besonderheiten. Auf dem Cover der Erstauflage sind alle Kinder gepunktet, alle haben sie Masern, was der Geschichte nach aber so gar nicht stimmt. Auf dem Cover der zweiten Auflage hängt interessanterweise ein Bild von Benjamin zusammen mit Bibi Blocksberg an der Wand. Ein netter Gag, wo Bibi in dieser Folge doch gar nicht dabei ist. Außerdem gucken die Kinder hier wirklich arg kläglich aus der Wäsche. Ob da nun Katrin und Olli dabei sind, ist nicht zu erkennen. Bei den Covers der neueren Auflagen hat sich das geändert. In dem Jugend mit dem Halstuch kann man recht gut Olli wiedererkennen.

Fazit:   Eine wirklich liebevoll gemachte Geschichte, bei der ich mir durchaus vorstellen kann, dass sie Kindern die Angst vor der Arzt nimmt oder sie bei Krankheit tröstet.

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