Benjamin Blümchen (28) – …rettet den Kindergarten

Titel: Benjamin Blümchen (28) – …rettet den Kindergarten / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 40 min   / Sprecher:   Edgar Ott, Frank Schaff-Langhans, Gisela Fritsch, Tobias Pagel, Maria Axt, Gerd Holtenau u.a.

Inhalt:   Der Kindergarten soll geschlossen werden, da kein Geld da ist, die wichtigen Reparaturen bezahlen zu können. Tante Rosi, die Kindergärtnerin, weint fast, als sie das Benjamin und Otto erzählt. „Da muß man doch helfen“, denkt Benjamin und hat auch schon eine großartige Idee. „Wir machen ein Sommerfest und laden viele Leute ein. Und dann gibt es viele Überraschungen .. und wir bekommen viel Geld. Und damit retten wir den Kindergarten!“


Wenn es darum geht jemandem zu helfen oder jemanden oder irgendwas zu retten, dann ruft Benjamin ja seit je her als Erster hier. Bei dieser Folge allerdings ist so viel Gutherzigkeit und Hilfsbereitschaft dabei, dass es im Grunde schon wieder -vorsichtig ausgedrückt- geradezu eklig ist. Ausgerechnet ein Kindergarten muss gerettet werden, wo Benjamin doch Kinder so sehr liebt. Und der armen Kindergartentante droht die Arbeitslosigkeit, was ihn schier zu Tränen rührt. Da setzt er sofort alle Hebel in Bewegung um Kindergarten und samt Fräulein Rosi wieder auf die Beine zu bringen. Ja, normalerweise würde ich wirklich sagen, dass der Kitsch hier wahrlich aus dem Kassettenrecorder trieft.
Tut er irgendwo zweifellos auch. Aber Benjamin Rettungspläne und ihre Umsetzung wird so herrlich rasant und engagiert geschildert, dass es einen einfach mitreißt. Und das Kindergartenfest mit den Buletten mit Senf, den vielen bunten Lampions und dem vergnüglichen Tanz wird so schön anschaulich und gemütlich-altmodisch beschrieben, dass man irgendwie sofort mitfeiern möchte. Es ist wirklich zu schön. Außerdem birgt die Folge noch so manchen amüsanten Dialog, wie man sie in den frühen Folgen so oft zu hören bekommt. Da wirbt der Polizeipräsident knackig mit: „Bist du jung, gesund und frei? Komm‘ zu uns’rer Polizei!“, da lobt eine Ehefrau beim Tanze ihren mit Senf bekleckerten Gatten mit: „Ob mit Senf, oder ohne, würzig bist du immer!“

Auf der Sprecherliste fällt eines sofort auf: die beiden Kinder (die hier für die gesamten Kindergartenkinder stehen) Tammo und Moritz werden von zwei Mädchen gesprochen, nämlich von Karla Moslè und Constanza Ott. Das scheint bei Kiosk damals durchaus üblich gewesen zu sein, der heutige Otto ist ja ebenfalls so ein Paradebeispiel dafür. Ansonsten fährt die Folge alles an Sprechern auf, die diese Serie quasi seit Anfang an begleiten. Maria Axt ist dabei, Gerd Holtenau ebenfalls und auch Tobias Pagel und Alexander Herzog ist zu hören. Vermutlich macht auch diese Anzahl an so vertrauten Stimmen einen großen Teil des Gemütlichkeits-Faktors aus.

Bemerkenswert ist in dieser Folge vor allem die Tanzmusik auf dem Kindergartenfest. Ich bin mir sicher, auch 1983  tanzte man auf Feiern schon zu anderer Musik als der, die sich hier auf dem Plattenteller dreht. Denn das ist noch so richtige, altmodische, beschwingte Tanzmusik, die ich an sich noch um ein paar Jahrzehnte früher ansiedeln würde. Außerdem wird das Benjamin-Lied während der Folge gesungen, auch so eine Besonderheit der Folge.

Eigentlich könnte man diesen Satz standardmäßig für die ersten 50 Folgen der Reihe festlegen: das Cover der Erstauflage hat klar den meisten Charme und kommt der Geschichte am nächsten. Immerhin findet das Fest abends statt, einer der gebastelten Plüsch-Elefanten ist mit darauf, die Lampions leuchten richtig schön und alle sehen glücklich aus. Die sehen zwar auf den Covers der nächsten Auflagen auch alle glücklich aus, aber ansonsten könnten die Motive durchweg auch zu einer Folge um einen Kindergeburtstag gehören. Ich werde diese Entwicklung wohl nie verstehen.

Fazit:   Ja, an sich ohne Ende klebrig kitschig, aber eben auch so schön, so charmant und so lustig. Also eine klare Empfehlung!

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