Die drei ??? (137) – Pfad der Angst

Titel:   Die drei ??? (137) – Pfad der Angst / Verlag Europa / Laufzeit:   ca. 77 min / Sprecher:  Oliver Rohrbeck, Andreas Fröhlich, Jens Wawrczeck, Christian Rode, Uwe Friedrichsen, Tetje Mierendorf u.a.

Inhalt:   Ein neuer Fall bahnt sich an, ganz nach dem Geschmack der drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach: ein verschrobener Wissenschaftler bittet die drei ??? um Hilfe bei der Wiederbeschaffung einer Erfindung, die ihm gestohlen wurde. Doch dann häufen sich merkwürdige Geschehnisse und behindern die Recherchen. Natürlich lassen sich Justus, Peter und Bob zunächst nicht beeindrucken – bis sie um ihr Leben bangen müssen…


77 Minuten Laufzeit ist nicht gerade ein Pappenstiel, die wollen erst mal so spannend und unterhaltsam gefüllt sein, dass man sie als Hörer kaum bemerkt. Gefüllt sind diese 77 Minuten hier ohne Zweifel, bis zum Rand und eigentlich sogar noch darüber. Doch der Reihe nach. Die drei Jungs erhalten von einem Wissenschaftler den Auftrag, ihm eine seiner Erfindung wiederzubeschaffen, die ihm gestohlen wurde. Das ist ein ordentlicher Aufhänger, etwas ungewöhnlich, aber nicht verkehrt. Überrascht hat mich dann aber, dass die drei ??? den Auftrag relativ anstandslos übernehmen, obwohl sie kaum Informationen über die umkämpfte Erfindung bekommen und die Beschaffung glatt schlicht und ergreifend ein echter Diebstahl ist. Die drei sind doch sonst so korrekt! Es war natürlich auch klar, dass an der Sache mehr dran sein muss als der Diebstahl, aber WAS da alles dran hängt, das ist für meinen Geschmack doch etwas zu viel. Bodenschätze, ein Flugzeugabsturz, Erdbeben, ein unheimlicher Bergwerkstollen, verschlüsselte Botschaften, ein schrulliger Erfinder, eine Historie um eine Gegend…und so weiter und so weiter. Natürlich, überraschende Wendungen sind an sich gut für solche Geschichten und Staffage stört meist auch nicht, sofern man nicht übertreibt. Hier aber hatte ich den Eindruck, dass Autorin Astrid Vollenbruch das Maß verloren hat. Noch eine Überraschung und noch eine, noch mehr neue Elemente und noch welche…bis es eben einfach zu viel war. Und da habe ich dann irgendwann angefangen, mal auf den Zähler des Player zu schauen um zu sehen wie viel Restzeit noch übrig ist und abzuschätzen, was und wie viel mich noch erwarten würde. Wie ich finde, nicht der beste Effekt den ein Hörspiel haben kann.

Am Sprechercast gibt es nichts zu bemängeln, in dieser Hinsicht hat mir die Folge sehr gut gefallen. Christian Rode spricht den etwas sonderlichen Erfinder Winston Granville sehr überzeugend und sofort hat man ein Bild dieser Person vor Augen. Mit seinem hektischen Reden und dem Stottern hat er mich ein wenig an Muriel van Hoogen erinnert. In die Rolle von Winstons Bruder Matthew schlüpft Uwe Friedrichsen und gibt dabei ein genaues Gegenteil von Winston ab mit seiner rauen und unfreundlichen Art. Vom ersten Satz an ist diese Person kein Sympathieträger, was der Rolle zu hundert Prozent entspricht. Wilhelm Wieben übernimmt den Part von Professor Frazier und mit seiner ruhigen, klaren Stimme nimmt man ihm den gebildeten Wissenschaftler sofort ab.

Auch die Musikkulisse kann sich hören lassen. Oft klingen sie ein wenig nach Wildem Westen, was gut zum Handlungsort passt. Vor allem die einzelnen Gitarrentöne in einigen Szenen haben mir hier sehr gefallen, da sie trotz ihrem minimalistischen Einsatz sofort für die passende Stimmung sorgen.

Mal wieder ein Motiv das mit der Schattengestalt (obwohl die mir wirklich zusagt) und dem Gerippe im Hintergrund mehr unheimliche Atmosphäre verspricht, als sie die Story nachher bietet. Und so leid es mir tut, das Oculus Audiens hatte ich mir dann doch etwas anders vorgestellt als dieses spirrige Gebilde da. Die Szenerie mit der Wüste passt aber ganz gut.

Fazit:   Ein guter Ansatz, doch danach wirkt die Story einfach überladen und verzweigt sich in zu viele Richtungen. Weniger wäre hier mehr gewesen.

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