Hamburg Krimis – Für Sie um die Ecke gebracht (02) – Fegefeuer am Grindel

Titel:   Hamburg Krimis – Für Sie um die Ecke gebracht (02) – Fegefeuer am Grindel / Verlag:   Vitaphon / Laufzeit:   ca. 72 min, /  1 CD / Buch:   Michael Koglin / Sprecher:   Nina Petri, Andreas Pietschmann, Marlen Diekhoff, Robert Missler, Douglas Welbat, Andreas Gärtner u.a.

Inhalt:   Vier Menschen sollen dran glauben, das hat Marina sich vorgenommen. Sie weiß nämlich, dass sie sterben muss, und will sich vorher rächen: an ihrem Geliebten in der Unibibliothek, am Stiefvater, ihr Erzeuger wird folgen und schlussendlich Dr. Kleineidam, ihr Arzt. Noch sind winzige Details zu klären, z.B. kann man mit E605 wirklich töten? Braucht jeder Mord eine neue Methode?


Nachdem mir der erste Hamburg-Krimi so gut gefallen hat, ist natürlich direkt die zweite Folge in den Player gewandert. Marina ist der Meinung, sie müsse bald sterben  und beim Schreiben diverser Abschiedsbriefe erkennt sie plötzlich, dass es für sie damit nicht getan ist. Sie sinnt auf Rache an den Menschen, die ihr -wie es ihr immer vorgekommen ist- das Leben schwer gemacht haben. Die Liste ist schnell erstellt und schon geht es ans Eingemachte. Doch bald stellt sich heraus, dass Morden gar nicht so einfach ist, wenn man entweder schlicht handwerklich ungeübt darin ist, oder sich einem unerwartet das Gewissen in den Weg stellt. Mir hat es Spaß gemacht, Miranda bei ihren Plänen zu lauschen und zu verfolgen, wie kolossal ihre Mord-Bemühungen jedes Mal scheitern. Dabei geht es zwar recht vorhersehbar zu und auch was Mirandas Todesahnung angeht hatte ich seit Anfang an einen leisen Verdacht, der sich am Ende dann als richtig entpuppte, aber das Hörvergnügen hat das keinen Abbruch getan. Schön, dass es auch in dieser Folge ein wenig humorvoll zugeht.

Einen Mann als Sprecher bei einer Geschichte, die von einer Frau handelt, habe ich anfangs als nicht so günstig eingestuft. Aber Andreas Pietschmann macht das dann doch wieder so gut, dass sich der Eindruck sehr schnell verflüchtigt hat. Außerdem hat Nina Petri alias Miranda ja durchaus auch eine ganze Menge zu sagen und dieser Kontrast zwischen einer männlichen und einer weiblichen Stimme hat es mir dann sehr leicht gemacht, Mirandas Part und den des Erzählers zu trennen. Bei zwei Frauenstimmen wäre mir das sicher nicht so gut gelungen. Nina Petri mit ihrer sympathischen Stimme und dem gewitzten Humor darin macht einem Miranda jedenfalls sehr schnell sympathisch.
Marlen Diekhoff fällt die Rolle von Trudchen zu, der zweiten Frau von Mirandas Stiefvater, und spricht die dröge Trudchen sehr überzeugend. Wenn man ihr so lauscht, kann man Miranda schon irgendwie verstehen. Aber für etwas wird Trudchen ja dann doch noch gut sein…

Die Untermalung kann sich auch bei der zweiten Folge durchweg hören lassen. Die Musiken sind sehr gut gewählt und die Geräusche klingen authentisch und sind immer passend eingesetzt. So ergibt sich insgesamt eine sehr stimmungsvolle Musik- und Geräuschkulisse.

Genau wie die Vorgängerfolge bringt auch Fegefeuer am Grindel wieder ein kleines Gimmick mit. Dieses Mal ist es ein Kartenspiel im Format eines Daumenkinos. Den Bezug zur Geschichte erkennt man aber erst nach dem Hören. Das Cover kann man erneut voll entfalten und im Inneren ist auch wieder ein Stadtplanausschnitt von Hamburg zu finden, samt Spielfiguren um die Geschichte „nachspielen“ zu können. Diese Idee hat einfach was, da gibt es nichts.

Fazit:   Zwar recht vorhersehbar, aber die Idee der Story weiß zu gefallen und unterhaltsam ist sie ebenfalls.

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