Hamburg Krimis – Für Sie um die Ecke gebracht (03) – Der Tod in Harvesterhude

Titel:   Hamburg Krimis – Für Sie um die Ecke gebracht (03) – Der Tod in Harvesterhude / Verlag:   Vitaphon / Laufzeit:   ca. 78 min, /  1 CD / Buch:   Carmen Korn / Sprecher:   Nina Petri, Andreas Pietschmann, Marlen Diekhoff, Robert Missler, Douglas Welbat, Andreas Gärtner u.a.

Inhalt:   Eigentlich sonderbar, dass alle gelöst schienen, obwohl ein Mord zu beklagen war und der Täter noch nicht gefasst. Oder war es eine Täterin? Aber was war das Motiv? Beschaffungskriminalität nahmen viele an, dabei hatte es selten Drogensüchtige in der Gegend gegeben, und der Toten war nichts gestohlen worden – nur ihre Pantoletten fehlen, diese außergewöhnlichen Pantoletten von Prada…


Was ist denn nun los?! Die Reihe hat doch mit zwei schönen, unterhaltsamen Folgen einen wirklich guten Start hingelegt. Wieso hat man da bei Folge 3 eine andere Richtung, einen anderen Stil eingeschlagen? Anfangs hat es mir ja noch gefallen, dass man die Ereignisse quasi aus den Perspektiven dreier verschiedener Personen verfolgt, immer abwechselnd. Das klang vielversprechend und abwechslungsreich und ich mag es, wenn bei solcher Struktur gegen Ende alle Sichtweisen zusammenfließen. Aber die Zeit bis zum Ende will erst mal überbrückt werden, und das bekommt diese Geschichte nicht annähernd spannend oder kurzweilig hin. Die Handlung schreitet spürbar langsam und zäh vor sich hin und auf der Hälfte hat dann bei mir das Interesse stark nachgelassen. Ich habe das Gefühl, diese Geschichte sollte mehr in Richtung „altmodischer“ Krimis gehen mit einer sehr gepflegten Ausdrucksweise, diesem ungewöhnlichen  Kreis von Charakteren und natürlich einem Mord, das gehört sich in Krimis schließlich so. Dabei sind Spannung und Unterhaltungswert nur sehr auf der Strecke geblieben, leider.

Die drei Personen, aus deren Blickwinkel die Geschichte erzählt wird, werden von Douglas Welbat, Marlen Diekhoff und Christian Stark gesprochen. Sprecher also, die man auch schon in den beiden vorigen Folge gehört hat. Das mag nicht gerade abwechslungsreich sein, heißt aber andererseits auch, dass in dieser Hinsicht alles in trockenen Tüchern ist. Den Schwung, den die Handlung eigentlich ganz hätte brauchen können, geben sie ihr zwar nicht, aber die Leistungen sind zweifellos gut. Weitere Rollen übernehmen Ansgar Döbertin, Rolf Schmieding, Annette Gunkel und Andreas Gärtner.

Die musikalische Inszenierung fällt sehr ruhig, schon richtig gehend getragen aus, was der Handlung nicht nur einen recht düsteren Anstrich verleiht, sondern eben auch jedes bisschen Tempo ausbremst. Die Geräusche sind auf gewohnt gutem Niveau, da gibt es nichts.

Ein Bild des „Damen-Kränzchens“ klebt bei dieser Folge auf der Hülle und nach wie vor begeistern mich diese kleinen Accessoires ebenso wie der Stadtplanausschnitt im Inneren des Covers und die zahlreichen Fakten rund um die Story, die Sprecher und den Verlag Vitaphon. Von der Ausstattung her sind die Hamburg-Krimis etwas ganz Besonderes.

Fazit:   Ich hoffe, bei den nächsten Folgen findet man zum Stil der beiden ersten Folgen zurück: ungewöhnliche Krimi-Ideen unterhaltsam präsentiert.
Der Tod in Harvestehude konnte mich nicht überzeugen. Schade.

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