Horrorhaus (02) – Don E.

Titel:   Horrorhaus (02) – Don E. / Verlagfear4ears / Laufzeit:   ca. 100 min / 2 CDs / Sprecher:   Jan Krogmann, Christian Senger, Markus Haase, Karen Schulz-Vobach, Ron Matz u.a.

Inhalt:   Wie weit würdest du gehen, um deinen Traum zu erfüllen? Der erfolglose Schauspieler David Bernett denkt, er würde die Antwort auf diese Frage bereits kennen. Doch erst als er den Geschäftsmann Don E. trifft, wird ihm von Auftrag zu Auftrag klarer, wie weit er in Wirklichkeit bereit ist zu gehen.


Lang erwartet ist sie nun da, die zweite Folge „Horror Haus “  aus dem Hause Fear4Ears. Als erstes fiel mir auf, dass diese Folge auf 2 CDs daher kommt, was mir anfangs schon zu denken gegeben hatte. Ich zweifele halt immer schnell, ob ein Hörspiel den Hörer über solch lange Zeit bei der Stange halten kann. Und die ersten Minuten verstärkten diese Zweifel auch noch, denn die Handlung ist nicht sonderlich temporeich. Es geht eher gemächlich zu und so recht schlau bin ich aus dem Anfang auch nicht geworden. Dass die Geschichte nicht gerade rasant ist, das bleibt auch bis zum Ende so, doch als sie sich David zuwendet und seinem Treffen mit Don E. wird sie auf jeden Fall deutlich interessanter. Und ab diesem Zeitpunkt war ich mit dem ruhigen Tempo gleich wieder versöhnt, denn so kann sich das Grauen wunderbar einschleichen. Zwar durchschaut man relativ schnell, wer dieser Don E. (sehr nettes Wortspiel übrigens) ist, aber es ist schon sehr interessant, seinem bösen Wirken beizuwohnen. Denn was David für ihn tun muss und welche Auswirkungen dies später hat, das hat es in sich und lässt einen schon manches Mal ordentlich schaudern. Außerdem wird nie ganz klar, wohin seine „Engagements“ für David schließlich führen werden. Eines ist jedenfalls klar, denn das hat sich Fear4Ears auf die Fahnen geschrieben: Happy End war gestern. Und daran hält sich auch Don E.

An den Sprecherleistungen gab es ja schon beim Erstling nur wenig zu bemängeln. Hier und da wäre es sicher noch etwas besser gegangen, schlecht war es aber auf keinen Fall. Ich finde bei Don E. hat man in dieser Hinsicht noch mal eine Schippe nachgelegt, denn hier ist mir keiner der Sprecher negativ aufgefallen. Einzig Markus Haase in der Rolle von Davids Freund Eddie hätte für meinen Geschmack manchmal etwas weniger aufgedreht klingen dürfen. Zu seinem Part passt diese Art zwar, mir war es aber ab und an etwas zu viel. David selber wird von Christian Senger gesprochen und er setzt die Entwicklung seines Charakters stimmlich sehr gut um. Anfangs ruhig, etwas unsicher als erfolgloser Schauspieler, dann zunächst euphorisch wegen des Geldes von Don E. und schließlich zu Tode verzweifelt als er Don E.s Spiel durchschaut. Jan Krogmann leistet als Don E. ganze Arbeit. Er klingt genau so kühl wie man es von diesem Charakter erwartet und hat etwas wunderbar Böses in seiner so ruhigen Stimme, selbst noch in aufregendsten Situationen. Prominentere Namen sind auf der Liste ebenfalls zu finden, u.a. Martin Sabel, Karen Schulz-Vobach und Dirk Hardegen.

Einen großen Teil seiner ruhigen, bedrohlichen und kühlen Atmosphäre verdankt Don E. ganz klar der musikalischen Untermalung, die hier punktgenau wirkt. Unheimlich, mysteriös und genau auf die Stimmung der Geschichte zugeschnitten Dazu sind sorgfältig eingesetzt Geräusche zu hören und machen das Hörspiel auch in dieser Hinsicht zu einer runden Sache.

Das Cover ist Geschmackssache. Farbe und Motiv mögen zur Handlung passen. Ich fürchte nur, dass jemand, der noch nie davon gehört hat und die CD zum ersten Mal im Laden entdeckt, durch das Rot zwar aufmerksam werden , aber in dem Motiv kaum etwas erkennen würde.
Bei der ersten Folge war immerhin ein Wald klar zu erkennen, so ein wenig deutlicher als bei Don E. dürfte es demnächst also schon gerne sein.

Fazit:   Ich finde, mit Don E. ist Fear4Ears ein großer Schritt voran gelungen. Dieses Hörspiel beweist klar, dass nicht immer eine Schar Profisprecher, ein mittelgroßes Orchester und eine wunders wie innovative Story von Nöten ist, um spannende und sehr gruselige Unterhaltung zu bieten. Mir jedenfalls hat Don E. noch besser gefallen als Owls Creek.

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