Point Whitmark (19) – Der Weg zur Dunkelmühle

Titel:   Point Whitmark (19) – Der Weg zur Dunkelmühle / VerlagUniversal / Laufzeit:   ca. 55 / Sprecher:  Sven Plate, Kim Hasper, Gerrit Schmidt-Foss, Ulrich Voß, Nicolas Böll, Heinz Ostermann, Uschi Hugo u.a.

Inhalt:   Aus einem Radiobeitrag für das bevorstehende Halloween-Fest entwickelt sich ein nicht enden wollender Albtraum. Jay, Tom und Derek werden Zeugen, wie der alte Jeremiah Fowler unter dem geisterhaften Einfluss der VanDrulen-Feder seinen Verstand verliert. Steckt in den Schauergeschichten über den verstorbenen Besitzer der Feder etwa doch ein Körnchen Wahrheit? Als die Jungen genauer nachforschen, geraten die in die Klauen der Hexe aus dem Totenland. Dort, im Schatten der Dunkelmühle, fordert das Vermächtnis seinen schrecklichen Tribut…


Man könnte meinen, der Herr Autor dieser Folge hätte selbst ein wenig vom Mutterkorn genascht und einen arg strangen Trip erwischt. Ich mag die Serie, weil sie wirklich gute Jugendkrimis mit übersinnlichem Einschlag bietet. Und der Fall an sich geht auch noch in Ordnung: was geschieht mit dem alten Jeremiah Fowler und was hat die Gruppe illustrer Personen damit zu schaffen, die sich plötzlich für ihn interessieren?
Nur das ganze Drumherum ist einfach zu abgefahren. LSD-Kürbis-Kekse, eine sonderbare alte, die in einem Schuppen auf einem Kürbisfeld lebt und deren Vorgelscheuchen zum Leben zu erwachen scheinen, eine Mühle, in der es spukt, waghalsige Stunts an den Mühlenflügeln, unheilbringende Federn, eine Drossel-Kamera…das könnte noch ewig so weitergehen. Hier sind ein Dutzend und mehr schräger Ideen in einem Hörspiel verarbeitet worden.

Die Sprechergarde kann sich wie gewohnt hören lassen. Besonders Ulrich Voß in der Rolle des alten, scheinbar verwirrten Mr. Fowler tut sich hier hervor. Seine hysterischen Ausbrüche wirken sehr überzeugend und verursachen einem eine Gänsehaut.
Außerdem gibt es ein Wiederhören mit Ingeborg Wunderlich als verschrobene Selma Metheny. Mir gefällt der Kontrast zwischen ihrer verträumten, ätherischen Redeweise und dem bösen Tonfall, zu dem sie im Nu wechseln kann.
Tanja Neumann spricht die alte Golliwog und auch wenn sie mich ein wenig an Gollum erinnert, so ist es schon eine bemerkenswerte Leistung solch einen Charakter zu sprechen: rau, ein wenig bedrohlich, aber nicht unsympathisch.

Die Musikkulisse unterscheidet sich gänzlich von der, die man von den bisherigen Folgen gewöhnt war. Für diese Folge ist das allerdings sehr von Vorteil. Die leisen Töne, die oft nur einzeln, quasi tröpfelnd, oder in sonderbaren Melodien zu hören sind, verstärken den Eindruck eines Rauschs, in dem man die Geschichte erlebt.

Das Cover ist mit der dunklen Mühle im Hintergrund, dem verfallenen Tor und dem unheimlich leuchtenden Himmel darüber sehr stimmungsvoll und unheimlich ausgefallen.

Fazit:   Eine sehr kaputte Folge. Nicht schlecht, aber kaputt. Wer so etwas mag, der wird seine Freude daran haben. Ich höre sie mitunter sehr gerne 😉

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