Scripta Obscuritatis (01) – Der Pilwiz

Titel:   Scripta Obscuritatis (01) – Der Pilwiz / Verlag:   HaRo Verlag / Laufzeit:   ca. 90 min / Sprecher:   Bert Stevens, Anke Foltin, Peter Reibel, Günther Dicks, Uwe Deussen, Bodo Venten u.a

Inhalt:   Heinrich, Sohn des Grafen Wilhelm von Kessel, lebt und lernt in der Benediktiner-Abtei zu Gladbach, um dort auf sein zukünftiges Leben als Landvogt vorbereitet zu werden. Als ihn jedoch seine Freundin Katharina von einem mörderischen Korndämon erzählt, der ihren Onkel beinahe umgebracht und zwei weitere Männer niedergemetzelt hat, wird sein bis dahin beschauliches Leben ordentlich durcheinander gebracht. Katharina, die das Oberhaupt des Klosters um Hilfe ersucht, wird unverrichteter Dinge fortgeschickt, denn Abt Theoderich kümmert sich mehr um den Neubau des Münsterchors durch den Dombaumeister Gerhard, als sich diesem Problem anzunehmen. Als dann ein weiterer Mord passiert und Katharina entführt wird, nimmt Heinrich allein den Kampf gegen den tödlichen Dämon auf. Dabei stößt er auf ein erschütterndes Geheimnis aus Rache, Habgier und Teufelsbeschwörung…


Regional-Krimis gibt es inzwischen in Mengen, wieso als nicht auch Gruselgeschichten mit lokalem Bezug? Diese Idee hat man beim HaRo-Verlag aufgegriffen und die Hörspielserie Scripta Obscuritatis ins Leben gerufen. Schauergeschichten aus dem Gladbacher Raum vor historischem Hintergrund.
In dieser ersten Folge treibt ein Korndämon, der Pilwiz, sein blutiges Unwesen in den Feldern eines Getreidebauern. Und wer  glaubt, die altertümlichen Dämonen müsste sich hinter den aktuellen Kollegen verstecken, der wird sich hier mächtig umgucken. Denn der Pilwiz ist für so manche gruselige Szene und einige blutige Greueltaten gut, die man obendrein auch noch bemerkenswert anschaulich beschrieben bekommt.
Natürlich blieb die Behauptung von Knechten und Bauern, ein Dämon gehe in den Feldern um, damals nicht ohne Folgen. Da war die Kirche immer sehr flott dabei sich einzumischen. Und auch in dieser Geschichte scheint die Kirche bzw die Geistlichen des Ortes ihre Finger mit in der Sache drin zu haben, was für Spannung und wohlig schauderndes Rätselraten sorgt, wer den Dämon beschworen haben könnte und wie man ihn nun am schnellsten wieder los wird. Das Ende fand ich dann etwas schnell abgehandelt. Zum einen findet Heinrich in der Bibliothek ein uraltes Buch, das andere schon seit Generationen suchen, und das ihm hilft, einen Plan zu schmieden wie man den Pilwiz zurück in die Tiefen der Hölle schickt. Welch ein Zufall! Und auch dieses Verbannen des Dämons an sich hätte eine ganze Spur spektakulärer und ausführlicher ausfallen dürfen. So wirkt das etwas abgewürgt.

Mit den Sprechern und ihren Leistungen ist das hier so eine Sache. Der einzige bekannte Name, der mir aufgefallen ist, ist Bert Stevens, der als Chronist der Scripta Obscuritatis die Geschichte begleitet und von Zeit zu Zeit Auszüge aus diesen Schriften einstreut. Mit seiner ruhigen und tiefen Stimme fügt er sich harmonisch ein und lässt seinen Part ehrwürdig und weise klingen.
Die Sprecher der übrigen Rollen sind insofern gut gewählt, als dass sie zu ihren Rollen passen. Lediglich bei Stephan Lenzen, der den alten Bruder Cornelius spricht, war ich ziemlich überrascht. Denn vom Klang seiner Stimme her, hätte ich ihn weit jünger eingeschätzt als er in der Geschichte beschrieben wird.
Wirklich schlecht ist keiner der Sprecher und man muss schließlich auch berücksichtigen, dass die altertümliche Redeweise es nicht unbedingt einfacher macht, authentisch zu klingen. Ich habe ihnen jedenfalls gut zuhören können, sie sind engagiert dabei und schaffen es, einem Bilder ihrer Personen zu vermitteln.  Und im Vergleich mit manch anderen eher unbekannten Sprechern würde ich die Riege vom Pilwiz glatt in die Oberliga einsortieren.

Der Soundtrack ist -das muss man einfach so sagen- vom Feinsten. Düstere, eindringliche Musiken, die schnell für die nötige Atmosphäre sorgen, und schöne kleine Spielereien mit manchmal nur einem einzigen Geräusch, das aber sofort Wirkung entfaltet. Den Dreh, dass die Musik- und Geräuschkulisse nicht der Handlung den Rang abläuft, den hat man beim HaRo-Verlag also ganz klar raus. Deswegen hätte es also gerne noch etwas mehr sein dürfen, einige Stücke fand ich etwas zu kurz, wie abgeschnitten.

Alleine das Covermotiv und die Bilder auf den CDs sind schon zum Weglaufen gruselig, da bleibt kein Zweifel daran, in welche Richtung das Hörspiel geht. Im Inneren des Covers erfährt man einiges über den geschichtlichen Hintergrund der Geschichte und außerdem eine Erläuterung der Bezeichnung „Pilwiz“ und dem Wesen dieses Dämons


Fazit:   In einem Wort: klasse! Trotz genannter kleinerer Schwächen ist mit Der Pilwiz ein wirklich toller Start in die Serie gelungen. Ich freue mich bereits auf weitere Folgen. Und das will von mir -wo ich es mit historischen Geschichten so gar nicht habe- schon wirklich etwas heißen 😉

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