Splitterherz (Bettina Belitz / Laura Maire)

Titel:   Splitterherz / Verlag:   Der Hörverlag / Laufzeit:   ca. 440 min. / 6 CDs / Buch:   Bettina Belitz / gelesen von:   Laura Maire

Inhalt: Die 17jährige Ellie ist alles andere als begeistert, als sie mit ihren Eltern in ein 400-Seelendorf ziehen muss. Bis sie dort den unnahbaren, aber äußerst faszinierenden Colin kennenlernt. Doch ihn umgibt ein düsteres Geheimnis, das die Liebe der beiden unmöglich erscheinen lässt: er raubt die Träume anderer Wesen um zu existieren…
Gegen alle Vernunft folgt Ellie der Stimme ihres Herzens.


Angesichts der aktuelle Schwemme an Romantasy ist es selten geworden, dass mich eine Geschichte dieses „Genres“ wirklich positiv überrascht. Splitterherz ist das spielend gelungen, auch wenn es natürlich auch hier mit einer gefährlichen, verbotenen Liebe zu einem mystischen Wesen offensichtliche Parallelen zu anderen Geschichten gibt. Doch ist ein Nachtmahr zweifellos endlich mal ein neues Geschöpf der Dunkelheit und vor allem auch eines, das durchaus auch für schauerliche Szenen gut ist, und davon hat Splitterherz nicht nur eine. Colin ist nicht nur gutaussehend und  unnahbar, sondern dann und wann auch wirklich unheimlich. Trotzdem mag man ihn sonderbarerweise vom ersten Moment an. Mit Ellie dagegen musste ich mich erst anfreunden und das hat eine Zeit gedauert. Ihr Groll über den Umzug ist zwar nachvollziehbar, trotzdem gebärdet sie sich anfangs wie eine Fünfjährige, nicht wie eine angehende Abiturientin, und ging mir mit ihrer Bockigkeit ordentlich auf den Geist. Einzig ihr Selbstbewusstsein hat mir von Anfang her gefallen. Und vor allem, dass sie es sich trotz ihrer Liebe zu Colin und manch romantischer Szene bis zum Schluss bewahrt hat. Sie ist nie das Mädchen, das den Liebsten hingebungsvoll anschmachtet und ihm alles glaubt und nachsieht und verzeiht, nein, sie hat ihren eigenen Kopf. So entstehen zwischen ihr und Colin einige lustige Dialoge (mit seinen 158 Jahren hat er halt andere Ansichten als sie ;)), aber auch in den Szenen mit ihren Freunden und Eltern weiß sie sich zu behaupten. Und mit der Freundschaft zu Colin ist das gerade bei Ellies Vater sehr wichtig.  Ellies Vater erkennt sofort, was Colin ist. Doch ist es nicht nur normale väterliche Sorge, nein, auch er hat ein dunkles Geheimnis, von dem Ellie nichts weiß und das ihr -als sie davon erfährt- praktisch den Boden unter den Füßen wegzieht. Denn in diesem Moment ist klar: die Liebe zu Colin gefährdet Ellies gesamte Familie. Auch dieser Punkt hat mir sehr gefallen. Wann sonst spielt ein Elternteil in solchen Geschichten mal eine größere Rolle?

Splitterherz wird aus der Sicht von Ellie in der Ich-Form erzählt. Somit verstand sich eine Sprecherin für dieses Hörbuch praktisch von selbst. Für mich war dies das erste Hörbuch, gelesen von Laura Maire. Ihre Stimme gefiel mir sofort und es fällt leicht, ihr über längere Zeit hinweg zuzuhören. Und dennoch! Natürlich ist Splitterherz wunderschön und romantisch geschrieben, und ja, Ellie ist oft traurig, aber sie ist auf jeden Fall auch selbstbewusst und energisch. Da hätte es nicht geschadet, auch das mal durchklingen zu lassen, auch außerhalb von Dialogen. Das hat mir leider sehr gefehlt. Dabei weiß man doch, dass Laura Maire durchaus auch selbstbewusst klingen kann. Jedenfalls wenn man Alice aus dem ersten Twilight-Film kennt 😉

Beim Layout hat man sich an der Buchvorlage orientiert. Das Cover von Buch und Hörbuch ist identisch. Erfreulicherweise hat man das wunderschöne Covermotiv auch für die CDs übernommen. Und auch auf den Innenseiten der Inlays finden sich kleine Teile des Motivs wieder, sehr schön auf grünem Grund, wie es zu der dörflichen Gegend und Colins Wald in der Geschichte passt. Das Booklet enthält die Trackverteilung und Fakten über Bettina Belitz und Laura Maire.

FazitSplitterherz ist eine traumhaft schöne, romantische, aber auch spannende und manchmal unheimliche Geschichte mit erfrischend neu wirkenden Charakteren und Wesen. Hat man einmal damit angefangen, kommt man so leicht nicht mehr davon los. Mir ging sie noch Tage nach dem Hören (und Lesen) im Kopf herum. Laura Maire liest die Geschichte sehr schön, wenn auch etwas mehr Pfeffer in ihrer Darbietung manchmal nicht geschadet hätte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: