Team Undercover (04) – Die Nacht des Vampirs

Titel: Team Undercover (04) – Die Nacht des Vampirs / VerlagContendo / Laufzeit: ca. 79 min / Sprecher:   Christoph Piasecki, Tatjana Auster, Tobias Diakow, Martin Sabel, Claudia Urbschat-Mingues, Patrick Bach u.a.

Inhalt:   Eigentlich sollte es für die drei Freunde ein erholsamer Urlaub in Niedersachsen werden. Doch gleich am ersten Abend entdecken sie eine finstere Stätte, über die die Alten des kleinen Ortes unheimliche Geschichten erzählen. Als dann eine 150 Jahre alte Leiche ihrem Grab entsteigt und nachts ein Vampir die Einwohner verängstigt, sind die drei schon mittendrin in einem neuen, gefährlichen Abenteuer. Als tatsächlich einer der drei gebissen wird, beginnt für sie ein Wettlauf gegen die Zeit.


Als erstes fiel mir an dieser Folge die schon sehr üppige Laufzeit auf. Da kamen ganz automatisch Bedenken auf, ob man knapp 80 Minuten Jugendhörspiel gut füllen konnte, oder ob es Längen geben würde. Doch diese Klippe hat Contendo sauber umschifft. Das Hörspiel hält sich mit langen Vorreden nicht auf, die Geschichte um das Rätsel der gruseligen Ereignisse und die teilweise schon sehr sonderbaren Dorfbewohner startet sofort durch. Und je mehr sich Freddy, Nick und Anne damit befassen, desto schauriger wird es. Diese Folge hält so manche unheimliche Szene parat. Mir hat besonders gefallen, dass man so lange im Unklaren darüber gelassen wird, ob da nun wirklich ein waschechter Vampir umgeht, oder ob der Spuk menschlichen Ursprungs ist. Keine der gruseligen Passagen klärt das auf, sie scheinen im Gegenteil noch daraufhin zu arbeiten, dem Hörer weis zu machen, dass die drei Kinder es tatsächlich mit einem echten Vampir zu tun haben. Das gipfelt dann schließlich in der Szene, in der Freddy gebissen wird. Spätestens da dürften dem größten Zweifler Bedenken kommen. Es ist also wirklich immer etwas los, Langeweile kommt da sicher nicht auf.
Abgerundet wird das alles dadurch, dass auch die Ereignisse in dieser Folge eine Verbindung in die Vergangenheit haben, wie es einem bereits aus den ersten beiden Folgen vertraut ist, und was der Reihe ein gewisses Etwas gibt, und einigen Lachern. Freddy hat manchen Spruch parat, Annes trockene, manchmal sarkastische Art ist auch nicht zu verachten, und bei Nicks Panik vor einer Dachsfamilie habe ich wirklich herzlich gelacht.

Christoph Piasecki, Tatjana Auster und Tobias Diakow haben sich unüberhörbar gemausert, im Großen und Ganzen machen sie ihre Sache sehr ordentlich. Man kann ihnen gut zuhören und sie arbeiten inzwischen auch das Wesen ihrer Charaktere sauber heraus. Es ist aber nach wie vor noch eine Besserung möglich. Insbesondere wenn es um jugendlich flapsige Sprüche geht, oder wenn einer von ihnen den Klugschwätzer rauskehrt, darf es gerne noch eine Spur lockerer klingen. Bei den Erläuterungen über Erker war ich Freddy für sein Eingreifen überaus dankbar.    Hallo, Tante Mathilda oder auch Karin Lieneweg in der Rolle der alten,Ladenbesitzerin, die die Kinder direkt nach ihrer Ankunft auf das einstimmt, was sie in Siedembuk erwartet. Sie klingt so liebenswert verschroben, dass man sie sich sofort zwischen ihren Waren und Kräutern vorstellen kann und ins Herz schließt.  Klasse ist auch Robert Missler alias Carl van Schneider, der diesen Part wunderbar geheimnisvoll und undurchsichtig spricht, so dass man aus dieser Person einfach nicht schlau wird. Für mich der schillerndste Charakter dieses Hörspiels. Und auch in den kleineren Rollen hat man sich nicht lumpen lassen und bekannte Sprecher und / oder Schauspieler ans Mikrofon gesetzt.

Musikalisch muss sich das Team Undercover hinter keiner der großen Serien des Genres verstecken. Was hier in einem Jugendhörspiel aufgefahren wird, stände so mancher Erwachsenenproduktion gut zu Gesicht. Mal leise, eindringliche, schleichende Musiken, dann wieder große, bombastische Klänge, die jeweils 1a zur Szene passen. Dazu noch eine dichte Geräuschkulisse, die durchweg authentisch klingt, und schon gibt es auf diesem Sektor rein nichts auszusetzen.

Da ist sie wieder, die vertraute Lupe, die dieses Mal das Gesicht des Vampirs hervorhebt. Wobei die Fratze nur wegen der Zähne wie ein Vampir aussieht und mir einfach zu freundlich durch das Lupenglas grinst. Schön gemacht ist das Cover aber auf alle Fälle, alleine schon von den düsteren und flammenden Farben her. In Inneren gibt dieses Mal Freddy seine Gedanken zu diesem Fall zum Besten. Mir gefallen diese Briefchen zumal sie vor dem Hören noch mal etwas mehr verraten als der Rückentext alleine.

Fazit:   Mir hat Die Nacht des Vampirs gefallen. Das Hörspiel hat herrlich schaurige Szenen und der Fall an sich ist erfreulich komplex für ein Kinder- bzw Jugendhörspiel. Dadurch bleibt dann auch die Spannung bis zum Schluss erhalten, was bei einem so langen Hörspiel immens wichtig ist.

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