Teufelsengel (Monika Feth / Anna Thalbach)

Titel:   Teufelsengel / Verlag:   Random House / cbj audio / Laufzeit:   ca. 420 min. / 6 CDs / Buch:   Monika Feth / gelesen von:   Anna Thalbach

Inhalt: Mona Fries. Alice Kaufmann. Ingmar Berentz. Thomas Dorau. Vier Tote. Vier Morde. Vier Geheimnisse. Niemand glaubt an einen Zusammenhang. Niemand außer Romy Berger, der jungen Volontärin beim Kölnjournal. Sie beginnt, auf eigene Faust zu recherchieren – und kommt einer gefährlichen Bruderschaft auf die Spur.


Ich kann es nicht genau erklären, aber mich hat die Inhaltsangabe dieses Hörbuchs sofort gepackt und neugierig gemacht. Und tatsächlich hat die Story einiges, das einen sofort für sie einnimmt. Die Charaktere sind allesamt ein wenig ungewöhnlich, werden einem aber trotzdem sehr schnell sympathisch und es macht einfach Spaß, sie bei ihrem jeweiligen „Werdegang“ zu begleiten. Der Fall an sich ist durchaus interessant und hat seine spannenden Szenen. Und die Erzählweise ist recht locker und man kann ihr leicht über längere Zeit hinweg folgen ohne dass es je anstrengend wird. Trotz allem bin ich insgesamt doch eher enttäuscht. Denn die Handlung spielt abwechselnd an verschiedenen Orten: mal begleitet man Romy bei ihren Nachforschungen, dann ist man bei den Ermittlungen der Polizei dabei und dann wieder erlebt man Calypsos erste Schritte bei Theater mit. ABER man ist auch immer wieder bei den Tätern mit dabei und so weiß man schon nach höchstens einem Drittel, wer hinter den Morden steckt und ahnt zumindest auch die Motive. Und das erwarte ich von einem Hörbuch, auf dessen Cover die Bezeichnung „Thriller“ prangt anders. Zum Ende hin nimmt die Story noch mal eine unerwartete Wendung und das Finale an sich ist zumindest spannend geschrieben, somit bleibt man zwar schon dabei, aber das meiste Pulver ist mit der frühen „Auflösung“ eben schon verschossen. Schade.

Gelesen wird Teufelsengel von Anna Thalbach. Und auch wenn ihre Stimme sicher immer die berühmte Geschmackssache bleiben wird, so hat sie mir bei diesem Hörbuch wirklich gut gefallen. Romy ist erst achtzehn Jahre alt, da passt Anna Thalbachs junge Stimme prima dazu. Einfach hat sie es bei diesem Hörbuch nicht. Denn sie muss den Ton bei beinahe jedem Ortswechsel ändern. Liest sie Szenen um Romy klingt sie jugendlich locker und auch mal verärgert oder nachdenklich. Geht es an Szenen mit dem Oberhaupt der Bruderschaft schaltet sie auf drohend um, geht es um Pia schwankt sie ständig zwischen hoffnungsvollem und ergebenem Ton und handelt die aktuelle Szene von den Ereignissen bei der Polizei klingt sie abgeklärt und gewissenhaft. Eine beachtliche Leistung, das muss man so einfach sagen.

Von musikalischer Untermalung ist weit und breit nichts zu hören, was ich aber nicht als schlimm empfunden habe. Ich kann mir auch nur schwer Melodien für dieses Hörbuch vorstellen, dafür ist die Geschichte doch zu verschieden in ihren Handlungssträngen. Aber einen ganz netten Effekt gibt es zu hören. Sobald deutlich gemacht werden muss, dass einer der Charaktere etwas denkt, werden die Sätze mit einem Hall unterlegt, was die Unterscheidung sehr erleichtert.

Die sechs CDs ziehen in einem Jewel Case ins Regal ein. Das Covermotiv lässt kaum Rückschlüsse auf die Story zu, dafür fällt es einem mit dem kräftigen Gelb leicht ins Auge. Zudem wirken der Engel und der „Kasten“ um den Titel herum schon ein wenig dreidimensional, was ebenfalls interessant aussieht. Insgesamt ist er mir für einen Thriller zwar etwas sehr hell, aber…warum eigentlich nicht?

Fazit:   Teufelsengel ist nicht schlecht, aber dadurch dass man so schnell so viel der Story durchschaut, geht dem Hörbuch leider viel an Spannung verloren.

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