Vanessa, die Freundin der Geister (06) – Die schöne vom Teufelssee

Titel: Vanessa, die Freundin der Geister (06) – Die schöne vom Teufelssee / VerlagTonstudio Braun / Laufzeit: ca. 52 min. / Sprecher:   Nina Danzeisen, Helmut Winkelmann, Erwin Scherschel u.A

Inhalt:  Vanessa trat ans Ufer des Teufelsees. Ein überirdisches Leuchten strahlte von seinem Grund herauf. Ein wunderschönes junges Mädchen lag regungslos unter der Wasseroberfläche… Als Vanessa sich vorbeugte, fielen ihre Haare auf’s Wasser. Plötzlich spürte sie einen heftigen Ruck daran. Die Ertrunkene wollte sie zu sich hinabziehen in den nassen Tod…


Die Schöne vom Teufelssee ist eine der seltenen Folgen, die nicht auf Westwood Manor spielen. Doch das alleine sagt über die Qualität dieser Folge natürlich noch nichts aus.
Sie beginnt sogar durchaus gruselig damit, dass Vanessa in einem verfallenen Haus Schutz vor einem Gewitter sucht und dort auf eine Geisterfrau trifft, die nichts Gutes im Schilde führt.
Die übrige Geschichte vereint dann die verschiedensten Motive und Ereignisse aus anderen bekannten Schauergeschichten in sich: zunächst das verfallene Spukhaus, ein böser und rachsüchtiger Geist, der versucht, einen Autofahrer in den Tod zu lenken und Vanessa im See ertränken will.
Der Hintegrund, weshalb die Geisterfrau so böse ist, ist eine geradezu klassisch anmutende Geschichte von einer großen Liebe, einem Missverständnis und einem Selbstmord aus Enttäuschung und Trauer.
Klingt an sich gar nicht mal so schlecht für eine Vanessa-Folge.
Aber sie hat einen Haken.
Die Geisterfrau hat es auf Liebespaare abgesehen. Daher sehe ich es ja noch ein, dass Luis und Carol ebenfalls am Spukhaus auftauchen.
Wieso es allerdings nötig ist, dass Luis seine Freundin wortwörtlich im Regen stehen lässt und Vanessa anbaggert, das will mir wiederum nicht einleuchten.
Ich habe nichts gegen Lovestorys, wirklich nicht.
Doch diese Flirterei ist überflüssig. Sie ist für die Geschichte völlig ohne Belang (Luis und Carol sind ja ein Paar als Opfer für die Geisterfrau) und lässt die gesamte Folge „unrund“ wirken.
Zudem hat Vanessa ja auch ihren Harold. Von dem hört man in dieser Folge leider recht wenig.

Mit Carols Stimme habe ich seit je her so meine Probleme. Erstens finde ich, dass sie sich wahrlich nicht wie ein Teenager anhört und zweitens ist sie unangenehm krächzig und -wenn Carol schreit- scheußlich schrill.
Begeistert hat mich dagegen die Stimme des alten Geoff. Eine so schöne, warme, tiefe Stimme, ihr hätte ich noch viel länger lauschen können.

Die musikalische Untermalung setzt auch hier wieder ganz auf altmodische, romantisch wirkende Melodien. Für diese Serie könnte ich mir keine passendere Art der Musik vorstellen.

Das Cover geht in Ordnung. Man könnte da jetzt die Erbsenzählerei anfangen und sagen, dass der See mehr nach einem Fluss aussieht und dass von Bergen rund um den See im ganzen Hörspiel keine Rede ist und auch, dass die Geschichte nicht in der Nacht spielt, aber das sind Kinkerlitzchen. Sie stimmen zwar, tun aber nicht groß etwas zur Sache.

Fazit:   Die kleine Eifersuchts-Lovestory und die Grusel-Geschichte wirken ungeschickt zusammengeschustert. Von daher eine der schwächeren Folgen der Reihe.

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