Vanessa, die Freundin der Geister (08) – Die Mitternachts-Puppen

Titel: Vanessa, die Freundin der Geister (08) – Die Mitternachts-Puppen / VerlagTonstudio Braun / Laufzeit: ca. 55 min  / Sprecher:   Nina Danzeisen, Helmut Winkelmann, Erwin Scherschel u.A

Inhalt:  Ein grauenvolles Geheimnis lastet auf den Puppen des kleinen Wachsfiguren-Kabinetts. Sind es wirklich nur leblose Figuren? Als Vanessa dem Geheimnis auf der Spur ist, gerät auch sie in die Gewalt der Puppen, ihr Hilferuf an Harold verhallt ungehört.


Einen Vorwurf muss diese Folge sich machen lassen: ab einer bestimmten Stelle, weiß man einfach, was es mit diesen unheimlich lebensecht wirkenden Puppen auf sich hat.
Das unterscheidet die Mitternachts-Puppen in meinen Augen deutlich von den übrigen Folgen der Serie.
Dennoch gehört ist sie für mich gleichzeitig zu den besten Folgen der Reihe. Denn aus den anderen Folgen kennt man Geister hauptsächlich als Wesen, die durch ein tragisches Ereignis in diese Art der Existenz geraten sind und oft noch etwas zu erledigen haben, um endgültig ins Geisterreich zu gelangen. Es sind zumeist verzweifelte, traurige Wesen, die Hilfe von Vanessa und ihrem Geisterfreund Harold benötigen. Die Mitternachts-Puppen dagegen können gar nichts für ihren Zustand, sie verdanken ihn einzig und alleine einem grausamen Zauberer. Und  die Vorstellung davon, wie er zu den Puppen in seinem Kabinett kommt, die ist wirklich schauerlich.
Hinzu kommt bei dieser Folge noch eine ordentliche Portion Humor dieser Aspekt geht hauptsächlich auf die Kappe von Butler Brady und Mrs. Hagglon. Schon Bradys Diskussionen mit der Hamburger-Verkäuferin und dem Besitzer des Wachsfigurenkabinetts sind sehr lustig. Und spätestens wenn Brady in seinem Zimmer vor der wunderschönen Puppe kniet, in die er sich im Kabinett verguckt und die er dann hat mitgehen lassen, und Mrs. Hagglon kommt ins Zimmer, spätestens dann kommt man ums Lachen nicht herum.
Natürlich kann man den Mitternachts-Puppen auch wieder den typischen Charme der 80er-Jahre attestieren, man bekommt z.B. mehrere Sprüche zu hören, die damals sicher als „cool“ galten, die einen heute jedoch eher schmunzeln lassen. Im Phrasendreschen sind Vanessa und Co. in diese Folge unschlagbar.

Nina Danzeisen in ihrer Rolle als Vanessa begeistert mich immer wieder auf’s Neue. Ich mag ihre fröhliche, manchmal auch freche bzw kecke Stimme sehr. In dieser Folge beweist sie allerdings, dass sich auch ganz anders kann, denn ihre Doppelgängerin ist alles andere als fröhlich und nett. Wenn man ihr bei ihren Bösartigkeiten so zuhört, dann gewinnt man schnell den Eindruck, dass es Nina Danzeisen Spaß gemacht hat, auch mal eine nicht nette Rolle zu sprechen.
Erwin Scherschel alias Butler Brady und die Haushälterin Mrs. Hagglon (den Namen der Sprecherin kenne ich leider nicht) haben in dieser Folge einen ausgesprochen großen und wichtigen Part inne, entsprechend viel bekommt man auch von ihnen zu hören. Mrs. Hagglon ist einem zwar vom ersten Satz an ziemlich unsympathisch, aber es ist auf jeden Fall eine großartige Leistung der Sprecherin diesen Eindruck so konsequent aufrecht zu erhalten.

Musikalisch wird hier wieder auf altertümliche Melodien gesetzt, gespielt auf altertümlichen Instrumenten. Da die Geschichten der Vanessa-Serie ebenfalls einen recht altmodischen Charakter haben, passt diese Auswahl sehr gut.
Die Musik ist so ziemlich allgegenwärtig, drängt sich aber dabei niemals in den Vordergrund.
Die Effekte gehen ebenfalls in Ordnung, hier hat man gute Arbeit geleistet. Immer wieder schön finde ich den leicht hallenden Klang, wenn Geister sprechen. Für mich eine der schönste Art bestimmte Charaktere kenntlich zu machen.

Das Cover entspricht auch bei dieser Folge wieder dem Cover des entsprechenden Comics. Und auch in diesem Falle kann ich keine Parallelen zwischen Hörspiel und Motiv erkennen. Auf den ersten Blick könnte man die dunkel gekleideten Gestalten vielleicht noch für die Mitternachts-Puppen halten, doch bei näherem Hinsehen erkennt man, dass es diese Figuren eher Zombies sind. Die Mitternachts-Puppen dagegen mögen Vieles sein, aber Zombies sind sie nicht.

Fazit:  Eine sehr schöne Schauergeschichte in Oldschool-Manier, weniger märchenhaft als die übrigen Folgen, dafür aber unheimlicher.

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