Vanessa, die Freundin der Geister (10) – Wenn der bleiche Graf erscheint

Titel: Vanessa, die Freundin der Geister (10) – Wenn der bleiche Graf erscheint / VerlagTonstudio Braun / Laufzeit: ca. 55 min   / Sprecher:   Nina Danzeisen, Helmut Winkelmann, Erwin Scherschel u.A

Inhalt:  Es ist Mitternacht auf Westwood Manor. Geisterstunde. Eine bleiche Hand erscheint am Fenster von Vanessas Zimmer und drückt es leise auf. Das Geräusch weckt Vanessa aus ihrem Schlaf. Mit schreckgeweiteten Augen starrt sie auf den Sarg, der langsam durch das Fenster hereinschwebt. Sie will schreien, aber die Angst schnürt ihr die Kehle zu. Was soll sie tun?


Der Titel, das Cover, die Inhaltsangabe, dies alles lässt sicher jeden Grusel-Fan davon ausgehen, dass man mit dieser Folge eine Geschichte rund um einen Vampir zu hören bekommt.
Das wäre toll, das wäre mal etwas anderes als immer nur Geister, doch…man darf sich hier nicht in die Irre führen lassen. Denn es geht tatsächlich wieder „nur“ um einen Geist, der zufällig ein Graf ist, der über Tag zufällig in einem Sarg schläft und der sich ebenso zufällig in eine Fledermaus verwandeln kann.
Ich werde bei dieser Folge das Gefühl einfach nicht los, dass man die vorwiegend weibliche Hörerschaft für eine waschechte Blutsauger-Story für zu zart besaitet gehalten und diesen merkwürdigen Mix zwischen Geist und Vampir erdacht hat. Harold nennt ihn ja sogar einmal „Wurst-Vampir“, also muss der Gedanke schon in diese Richtung gegangen sein.
Gekrönt wird diese Glanzleistung noch davon, dass die Vampir-Geist nicht etwas hinter süßem Blut her ist, sondern hinter herzhaften Würsten, Käse und allerlei anderen Leckereien.
Und damit hat er etwas mit dem armen Butler Brady gemeinsam, womit sich der Kreis wieder schließt.
Womit die Folge bei mir aber punkten kann, das sind ein paar ganz lustige Sprüche und Wortgefechte zwischen Brady und der Hagglon. Und auch Vanessa hat so manchen witzigen Spruch auf Lager angesichts des Wurst-Vampirs, der in ihrem Schrank Zwischenstation gemacht hat.

Neben dem verfressenen Vampir-Geist sind die üblichen Sprecher hier am Werk und machen ihren Job gewohnt gut und souverän.
Dennoch gehört auch Wenn der bleiche Graf erscheint zu den speziellen Folgen, in denen die Streitereien zwischen der Hagglon und Brady zwar sehr unterhaltsam sind, aber einfach zu abgelesen rüberkommen. Gar nicht mal wegen falscher Betonung, da passt alles, aber die Antworten kommen zu schnell. Zwischen den Sätzen zweier Personen, die im Gespräch sind, liegt immer wenigstens eine winzige Pause, doch hier nicht.

Altmodische Musiken begleiten das Hörspiel und verleihen ihm so die passende Atmosphäre. Ich bin wahrlich kein Fan solcher Melodien, aber in den Vanessa-Hörspielen mag ich sie sehr. Romantisch und leicht schaurig, eben zu 100 Prozent so wie die Geschichten an sich.

Ein sehr schönes Cover, aber wie schon erwähnt einfach völlig irreführend. Das Aussehen des bleichen Grafen, der Sarg, den er trägt, es lässt einfach alles auf einen Vampir schließen.
Sehr schade, dass die Geschichte auf der MC hinter dem Cover dem nicht entspricht.

Fazit:  Eine absurdere Geschichte ist mir in der ganzen Reihe noch nicht untergekommen. Gerettet wird diese Folge einzig durch die Komik. Glücklicherweise, denn sonst wäre sie eine reine Katastrophe.

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