Arkadien erwacht (Kai Meyer / Andreas Fröhlich)

Titel:   Arkadien erwacht / Verlag:   Silberfisch / Laufzeit:   ca. 508  min / 6 CDs / Buch:   Kai Meyer /gelesen von:   Andreas Fröhlich

Inhalt:   Bei ihrer Ankunft in Sizilien warten verwirrende Ereignisse und Wahrheiten auf die siebzehnjährige Rosa Alcantara. Ihre Tante gehört der Mafia an, und sie hat mächtige Feinde. Seit vielen Jahren kämpfen die Clans der Alcantara und Carnevare erbittert gegeneinander. Und dann ist das noch Alessandro, Erbe der Carnevare, der Rosas Herz erobert, bevor sie es richtig merkt. Seine kühle Anmut, seine animalische Eleganz faszinieren und verunsichern sie gleichermaßen. Gemeinsam geraten sie zwischen die Fronten in einem Kampf auf Leben und Tod…


Arkadien erwacht ist Kai Meyers neuester Roman und dank des Klappentextes wurde ich recht schnell neugierig darauf. Denn hier schien mal eine andere Art der Romance-Fantasy vorzuliegen. Keine Vampire oder Werwölfe, dafür -das Cover ließ es erahnen- Raubkatzen, vermischt mit einer Mafia-Geschichte. Und soweit stimmt das auch. Außerdem ist Rosa eine Hauptperson, die ebenfalls nicht ins Schema der gängigen Fantasy-Literatur passt. Das hat mir besonders gefallen und Rosa war mir mit ihrer ruppigen, sarkastischen, direkten und risikobereiten Art schnell sympathisch. Die übrigen Personen dagegen werden recht oberflächlich vorgestellt, so dass ich außer Rosas Familienmitglieder und Alessandro kaum jemanden sofort am Namen wiedererkannt habe, wenn er eine Zeit lang nicht vorgekommen war.
Die Fantasy schleicht sich mächtig langsam in die Story ein, es dauert wirklich geraume Zeit ehe man davon auch nur etwas erahnt. Und trotzdem durchschaut man die Sache schneller als die eigentlich doch ganz clevere Rosa. Alleine Alessandros Nachname, den man auch ohne große Italienischkenntnisse leicht übersetzen kann, gibt schon einen ganz entscheidenden Hinweis.
Die Handlung um die Fehde zwischen den Mafia-Clans ist dagegen nicht so leicht zu durchschauen, denn in dieser Hinsicht geschieht quasi alle naselang etwas Neues. Da alle Zusammenhänge zu erkennen, das ist wirklich nicht leicht. Da habe ich Rosa manches Mal bewundert, doch kann es ja nicht sein, dass man als Hörer nicht für sich selbst Verbindungen erarbeiten kann und sie sich von der Hauptperson vorsetzen lassen muss. Ganz ehrlich: was den Teil mit der Mafia anlangt, da wäre weniger dann doch mehr gewesen, auch wenn es schon interessant ist etwas über diese Organisation zu erfahren. Aber es ist zu wirr, zu viel und kaum etwas wird wirklich zu einem Ende gebracht. Da bleibt nur die Hoffnung auf die nächsten Teile.
Zuletzt noch ein paar Worte zu der Beziehung zwischen Rosa und Alessandro. Ja, Rosa hat eine traumatische Erfahrung gemacht, so etwas verarbeitet man nicht so leicht, aber Alessandro lässt ihr wirklich massig Zeit und irgendwann habe ich nur noch gedacht, wie lange das nun noch hin und her gehen soll. Davon abgesehen, als sie sich endlich näher kommen, da kommt beim Hörer nicht ein Hauch von Gefühl an. Schade, man muss es ja nicht übertreiben, aber etwas darf schon sein.

Andreas Fröhlich liest das Hörbuch und ich habe ihm gerne dabei zugehört. Wenn es der Story schon nicht recht gelingt, allen Personen Charakter zu verleihen, er schafft das durchaus und alleine ihm habe ich es somit wohl zu verdanken, dass bei mir nicht alles in einem Brei aus Namen geendet ist. Sehr schön ist auch, dass er die italienischen Namen und Ausdrücke glaubhaft rüberbringt. Das klingt durchweg authentisch und ist bei einem Hörbuch sehr wichtig, wenn es ernst genommen werden möchte.

Auf Untermalung muss man verzichten, was ich aber nicht als Manko empfunden habe. Andreas Fröhlichs Darbietung funktioniert auch ohne sehr gut.

Optisch macht das Digipak eindeutig etwas her. Das Design lehnt sich an das der Buchvorlage an und wurde erfreulicherweise auch für die CDs übernommen. Dazu noch einige Fakten über Kai Meyer und Andreas Fröhlich und fertig ist eine durchaus gelungene „Verpackung“ für dieses Hörbuch.

Fazit:   Die Mischung aus Fantasy und Mafia-Geschichte ist mal etwas ganz Anderes, daran gibt es nichts zu rütteln. Allerdings habe ich die Handlung als sehr zäh und -insbesondere was die Handlung um die Mafia-Clans anbetrifft- wirr und so oberflächlich empfunden, dass mir kaum etwas wirklich im Gedächtnis geblieben ist. Da bekommt Teil 2 noch gut etwas zu tun, wenn er die Story griffiger machen möchte.

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