Aus die Maus – Ungewöhnliche Todesanzeigen (Christian Sprang / Christian Tramitz)

Titel:   Aus die Maus – Ungewöhnliche Todesanzeigen / Verlag:   der Hörverlag / Laufzeit:   ca. 58 min / 1 CD / Buch:   Christian Sprang & Matthias Nöllke / gelesen von:   Christian Tramitz

Inhalt:   Von Selbstanzeigen („Ich bin dann mal weg“), Hassanzeigen („Zum Tode von Dr. Volker P. fällt mir nur ein Wort ein: Danke! Ein Patient“) und nachträglichen Klarstellungen („Er hatte Vorfahrt!“) bis zu überraschenden Motti („s’is Feierobnd“): Wie ungemein komisch Todesanzeigen sein können, zeigt diese Sammlung von Christian Sprang und Matthias Nöllke. Und wer könnte dieses liebenswerte Bild vom Leben und Sterben in unserem Land besser interpretieren als Christian Tramitz.


Das Buch war mir in den Läden schon häufiger begegnet und ich habe jedes Mal kurz hineingesehen und stichprobenmäßig die Anzeigen überflogen. Dabei kam ich um ein Grinsen nie herum, denn so manche Anzeige hat es schon schwer in sich. Dann zog recht zufällig das Hörbuch ein und wurde erwartungsfroh in den Player gelegt. Und dann kam…die Ernüchterung. Natürlich sind die Texte der Anzeigen witzig, keine Frage, aber in vorgelesener Fassung wirken sie nicht.
Ich schiebe das darauf, dass jeder beim Lesen im Kopf für sich ganz speziell betont. Und bei Komik ist die Betonung schon sehr wichtig. Das heißt nun nicht, dass Christian Tramitz das Hörbuch mit seiner Betonung verdirbt, nein. Die Schuld liegt weder beim Sprecher, noch bei den Autoren, noch bei der Regie.
Aber solch kurze Texte dem Humor jedes einzelnen Hörers entsprechend pointiert vorzutragen, das halte ich für eine fast schier unlösbare Aufgabe.
Zudem fehlen dem Hörbuch natürlich die Illustrationen des Buches, die die Anzeigen so authentisch wirken lassen wie sie es ja auch sind. Da schüttelt man dann schon eher mal ungläubig und amüsiert den Kopf.
Generell gilt für Buch der Hörbuch in jedem Falle, dass man schon einen Sinn für schwarzen bis makabren Humor mitbringen sollte. Denn natürlich stecken selbst hinter den skurrilsten Anzeigen letztlich trauernde Angehörige oder Freunde. Man muss also durchaus in der Lage sein, das außer Acht zu lassen.

Wie erwähnt wird Aus die Maus von Christian Tramitz gelesen. Er liest recht flüssig und locker weg und -in seinen Augen bzw Ohren- sicher auch amüsant.
Leider kam sie bei mir nicht sonderlich witzig an. Zu wenig betont, teilweise zu trocken, da hätte ich mir mehr Frechheit, Gewitztheit und hier und da auch gerne etwas mehr Boshaftigkeit in seiner Stimme gewünscht. Ich bin wirklich kein Fan überzogener, alberner Darbietungen, aber etwas mehr von allem hätte es hier gerne sein dürfen. Hinzu kommt, dass Christian Tramitz auch keine solch markante Stimme hat, dass die Lesung zumindest schon mal auf diesem Wege einen besonderen Pfiff hätte erhalten können.

An Untermalung fehlt es dem Hörbuch gänzlich, mir hat sie aber auch nicht gefehlt. Welche Klänge hätte man schon wählen sollen? Glockenklingen? Traurige Orgelmusiken? Oder fröhliche, lustige Melodien? Nein, nichts davon hätte dem Hörbuch gestanden und somit ist es absolut in Ordnung, dass man auf Musik verzichtet hat.

Fazit:   Ich empfehle klar, lieber das Buch zu lesen. Es macht wesentlich mehr Spaß als dem Hörbuch zu lauschen, denn in dieser Version wirkt es nicht.

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