Benjamin Blümchen (14) – …als Filmstar

Titel: Benjamin Blümchen (14) – …als Filmstar / VerlagKiddinx / Laufzeit: ca. 40 min   / Sprecher:   Edgar Ott, Frank Schaff-Langhans, Hallgerd Bruckhaus, Ulli Herzig, Gisela Fritsch, Stefan Behrens u.a.

Inhalt:  Benjamin Blümchen, unser lieber, sprechender Elefant, wird für den Film entdeckt. Er soll die Rolle des Horror-Elefanten spielen. Doch Benjamin und seinem Freund Otto gefällt das gar nicht. Böse sein ist nicht schön, sagen die beiden. Doch das viele Geld, das Benjamin für die Rolle bekommen soll, hätten sie sehr gerne. Davon könnte man ja ein wunderschönes Kinderheim bauen! Und plötzlich hat Otto eine Idee.


Davon haben Menschen, die in die Musikbranche oder eben zum Film wollten früher geträumt, bevor es DSDS & Co gab: einfach so auf der Straße entdeckt zu werden. Benjamin passiert das in dieser Folge, ein Regisseur sieht ihn auf der Straße und sieht in ihm sofort den Star seines nächsten Films. Der soll ein Horrorfilm werden und soll von einem bösartig gewordenen Elefanten handeln, der in einer Stadt einmarschiert, sie zu Asche zertrampelt und als krönenden Abschluss ein kleines Mädchen zermalmt und frisst. In einem Punkt haben Benjamin und Otto also Recht: der Film ist schlecht, Trash pur. Zur Verteidigung sei aber erwähnt, dass es in den 80ern wirklich reichlich Filme in diesem Stil gab, so mit harmlosen Tieren, die plötzlich zu Killern werden.

Bei dieser Folge wird vor allem heiß darüber diskutiert, ob man Kindern ab fünf Jahren etwas so Gruseliges überhaupt zumuten darf. Ich denke, den Kindern von heute, über deren Konsolenbildschirme oft schon viel früher kleine Monster hopsen, dürfte diese Geschichte kaum etwas ausmachen. Außerdem wird nach jeder etwas schaurigen Szene doppelt und dreifach betont, dass eben alles nur Film und somit gar nicht echt ist. Das dürfte auch die Kleinen schon erreichen.
Die Story geht an sich also schon in Ordnung, lediglich das Ende, diese „Komödie“, finde ich absolut daneben, platt und unlustig.

Stefan Behrens gibt in der Rolle des hyperaktiven, nahezu hysterischen Filmregisseurs wirklich alles. Was Karla Kolumna für das Abendblatt, das ist er quasi für den Film…zum Teil nur noch überdrehter. Das Kind, das zermalmt werden soll wird von Natascha Rybakowski gesprochen und klingt hier -wie ich finde- erstens noch sehr jung und zweitens etwas frecher als in ihrer Rolle der Moni bei Bibi Blocksberg.

Bei dieser Folge hat man doch wirklich geschafft, ein wenig Film- oder Kino-Atmosphäre durch Geräusche oder dumpferen Ton einzufangen. Ich würde wetten, bei den heutigen Folgen käme das nicht mehr vor, da würde alles gleich klingen. Somit mein Kompliment für die Arbeit. Besonders gelungen ist in dieser Hinsicht die Szene, in der Benjamin röhrend durch die Pappmachee-Stadt trampelt.

Also ich habe ja nicht ernsthaft erwartet auf einem der vier Auflagencover je einen bluttriefenden oder gruselig geschminkten Benjamin zu sehen. Aber was man hier zu sehen bekommt, das ist nun wirklich meilenweit weg von der Handlung.

Selbst das Cover der Erstauflage kann maximal mit dem Nostalgiebonus punkten, mehr aber auch nicht. Bei sämtlichen anderen Auflagen sieht es viel mehr nach einfachem Posieren vor der Kamera aus, aber niemals nach einem Film, geschweigen denn einem Horror-Film. Da hilft auch der grimmige Blick bei der zweiten Auflage nichts.

Fazit:   Ein reichlich blödes Ende, sonst eine Geschichte die wohl immer Geschmackssache und Stein des Anstoßes bleiben wird, da hier gewagt wird, Grusel ins Kinderzimmer zu bringen. Da gibt es ganz klar bessere Episoden in dieser frühen Zeit der Reihe.

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