Bibi Blocksberg (69) – Verhexte Weihnachten

Titel: Bibi Blocksberg (69) – Verhexte Weihnachten / VerlagKiddinx /Laufzeit: ca. 40 min / Sprecher: Susanna Bonasewicz, Hallgerd Bruckhaus, Guido Weber,  Gisela Fritsch, Wilfried Herbst, Heinz Giese u.a.

Inhalt:   Vater Blocksberg kämpft mit dem Weihnachtsbaum. Schief steht er und wackelt. Bibi will mit einem Hexspruch helfen, aber irgendwas stimmt nicht. Den jetzt steht da ein ziemlich verunglücktes Gebilde, das sich nicht mehr gerade hexen lässt. Warum? Mit den Rückhexsprüchen zu Weihnachten ist das nämlich so eine Sache.


Verhexte Weihnachten ist die zweite Bibi-Folge, die sich mit diesem besonderen Fest befasst. In ihr dreht sich alles um Weihnachtsbäume, um Geschenke, um Schnee und den Wunsch nach einem schönen, besinnlichen Weihnachtsfest. Toll, oder? DAS muss doch einfach eine schöne Bibi-Weihnachtsfolge sein!
Mitnichten! Denn alle krummen oder gerade Bäume, alle Zeitungsumblättermaschinen-Geschenke und alle Schnee-Kanonen nutzen nichts, wenn eines fehlt: nämlich die zu Weihnachten passende Atmosphäre.
Davon hat diese Folge nicht mal ein Fünkchen. In mir will einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen, wenn Eddie Edison auf seinem quietschenden Fliege-Fahrrad unterwegs ist oder Bibi sich etwas so Neumodisches wünscht wie Inline Skates. Nennt mich altmodisch, aber ihre früheren Wünsche nach Kassettenrekordern, Büchern oder meinetwegen auch einem neuen Besen wirkten wesentlich passender zu ihrem Charakter. Diese Skates sind einfach ein Versuch, der Serie mit der Brechstange Modernität angedeihen zu lassen.  Dass gerade diese „Modernisierungsversuche“, der Reihe letztlich jedes Flair genommen haben, spricht wohl für sich.
Fairerweise muss man aber sagen, dass die Folge immerhin einige ganz nette, lustige Sprüche und Dialoge bereithält. Mein Favorit ist hier eine Frage von Bernhard als der Weihnachtsbaum von den Blocksbergs wieder gerade gehext wurde und alle in Freudentaumel ausbrechen. Ich liebe sein listiges: „Wenn ich mal vorsichtig etwas anmerken dürfte […] Könnte es nicht sein, dass überall da, wo kein Schnee liegt, die Bäume noch krumm sind?“
Doch auch ein ganzer Sack voll Sprüche reißt in Sachen Stimmung nichts raus.

Von Seiten der Sprecher her hätte eine stimmungsvollen Weihnachtsgeschichte jedenfalls nichts im Wege gestanden. Die Liste ist sehr kurz und mit von der Partie sind die so vertrauten Stimmen von Hallgerd Bruckhaus, Guido Weber, Wilfried Herbst, Heinz Giese, Karla Kolumna. Alleine Santiago Ziesmer alias Eddie Eddison fällt hier aus dem lieb gewonnen Rahmen. Nicht dass ich ihm nicht einen schönen Heiligen Abend bei den Blocksbergs wünschen würde, aber er gehört eben nicht zum „harten Kern“ und nimmt der Story schon damit einen guten Teil Gemütlichkeit.

Die Geräuschkulisse geht bei dieser Folge in Ordnung, wo Geräusche hingehören, da wurden sie auch eingesetzt. Musikalisch bleibt es neben dem Titellied aber bei einem Weihnachtslied am Ende der Folge. Dünn für eine Weihnachtsgeschichte.

Das Cover zeigt immerhin eine Szene, die gut veranschaulicht, was in dieser Folge Thema ist. Der Baum sieht wirklich sehr eigentümlich aus. Was ich mich jedoch frage ist, wieso ist es vor dem Fenster schon so dunkel? Und wieso schneit es? Der Baum mit den Stufen wird doch klar tagsüber gehext. Und Schnee fällt erst später. Außerdem gucken mir die Eltern nicht entsetzt genug. Barbara wirkt ganz im Gegenteil eher erheitert.

Fazit:   Zu viel Action, zu viel Moderne, zu viel von einem neuen, noch unvertrauten Charakter…und alles auf Kosten der Stimmung. Sehr schade. Weihnachten ist nun mal ein stimmungsvolles Fest, doch das wird  hier gründlich untergraben.

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