Die Alster-Detektive (02) – Grausame Zustände

Titel:    Die Alster-Detektive (02) – Grausame Zustände / Herausgeber:   Hamburger Bürgerschaft / Laufzeit: ca. 57 min / Sprecher:  Jodie Blank, Shirin Westenfelder, Tobias Kluckert, Dietmar Wunder, Jens Wawrczeck, Leyla Rohrbeck  u.A. / erhältlich als Gratis-Download auf: Alster-Detektive

Inhalt:  „Du hockst da, als hätte dir einer die Wurst vom Brot geklaut.“ „Tja, wir hatten doch diesen tollen Gig für unsere Band ergattert, aber der muss nun leider ausfallen.“ „Wieso? Will euch keiner hören?“ „Hey, das ist nicht lustig, ok? Nein, Kevin liegt im Krankenhaus. Und ohne Schlagzeuger wird’s halt schwierig.“
Was ist mit Kevin passiert? Welche Rolle spielt die Bürgerinitiative Pro Hund und welche das Tierheim Sonnen berg? Der zweite Fall der Alster-Detektive ist eine harte
Nuß. Aber als Johanna und ihre Freund die Fakten einmal zusammentragen, läßt die Geschichte ihrem Freund, dem Abgeordneten Strasser, keine Ruhe mehr. Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.


Nach den ersten Minuten dieser Folge könnte man denken, die Geschichte befasse sich mit der Diskussion um die so genannten „Kampfhunde“. Doch wenn man bereits die erste Folge der Reihe kennt, dann weiß man, dass die Reihe ihre jungen Hörer nicht alleine damit abspeisen wird, alleine schon um auch dem Anspruch gerecht zu werden, ein ordentliches Detektiv-Hörspiel vorzulegen. Und so nimmt die Story eine geschickte Wendung und plötzlich steht das verantwortungslose Verhalten mancher Tierzüchter und somit der Tierschutz im Vordergrund. Es macht auch bei dieser Folge wieder Spaß, den Alster-Detektiven bei ihren Ermittlungen zuzuhören mit denen sie den üblichen Machenschaften eines hoch angesehenen Mannes auf die Schliche kommen. Mit unerwarteten Entdeckungen und manch waghalsiger Aktion ist für Spannung gesorgt. An einem gewissen Punkt kommt dann auch in dieser Folge wieder die Politik ins Spiel, doch erneut gelingt es, sie quasi beiläufig -einfach als logischen Weiterverlauf der Geschichte- einzubinden, den Hörern aber dennoch einiges an Wissen zu vermitteln, halt nur ohne (bildlich gesprochen) mit dem Schulbuch zu winken.

In den Hauptrollen sind wie gehabt Shirin Westenfelder, Jodie Blank, Sebastian Kluckert und Daniel Claus zu hören. Sie alle haben bereits Erfahrung in Sachen Hörspiel oder Synchronarbeit, einen entsprechend überzeugenden Job liefern sie auch in dieser Folge ab. Zudem sind sie mit unüberhörbaren Spaß bei der Sache und klingen einem frisch und unverbraucht in den Ohren.
Viele der Nebenrollen sind auch in dieser Folge wieder sehr prominent besetzt. Unter Anderem wirken Lutz Schnell, Dietmar Wunder, David Nathan und natürlich Jens Warczeck mit.

Die musikalische Untermalung kommt kinder- und jugendgerecht locker und modern daher, hält aber auch Melodien parat, die den Detektiv-Charakter der Geschichte unterstreichen. Eine gelungene Mischung, die rundum zum Hörspiel passt. In Sachen Geräusche gibt es ebenfalls nichts zu beanstanden. Mich hat besonders gefreut, dass bei manchen Geräuschen -beispielsweise dem Hundegebell- nicht auf aus x Hörspielen bekannte Tonspuren zurückgegriffen wurde.

Das Covermotiv zeigt eine der Schlüsselszenen der Geschichte, die nebenbei auch noch eine der spannendsten Momente ist. Eine gute Wahl, die sich sehen lassen kann. Mir gefällt es sehr, dass man bei dieser Reihe nicht versucht mit grellen Farben oder reißerischen Bildern zu punkten, sondern offenbar Wert auf sorgfältig gezeichnete Bilder und farbliche Harmonie zwischen Motiv und den Schriftzügen des Titels und der Hamburger Bürgerschaft legt.

Fazit:   Auch das zweite Abenteuer der Alster-Detektive hat mich wieder auf ganzer Linie überzeugt und eine knappe Stunde prima unterhalten. Es geht eben doch, über Politik zu informieren bzw politisches Interesse zu wecken, ohne dass man sich gleich wie in der Schule fühlt. Sorgfältig verpackt in die spannende Geschichte, ergibt sich das ganz von alleine.
Ein paar Mal weniger die wertende Bezeichnung „Kampfhund“ hätte es -für meinen Geschmack- aber auch getan. Bei Bezeichnungen wie „Staffordshire“ oder „Bullterrier“ weiß auch jeder, welche Art Hund gemeint ist.

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