Die Google-Falle (Gerald Reischl / Peter Matic)

Titel:   Die Google-Falle / Verlag:   Radioropa / Laufzeit:   ca. 7 Std : 03 min / 1 GB Micro-SD-Card / Buch:   Gerald Reischl / gelesen von:   Peter Matic

Inhalt:   Wir alle mögen die Suchmaschine Google. Man tippt einen Begriff ein und Bruchteile von Sekunden später erhält man eine Trefferliste. „Doch Google ist längst keine Suchmaschine mehr: es ist ein Weltkonzern, der die totale Kontrolle der Internet-Gemeinde anstrebt und zum größten Händler und Archivar von Informationen werden will“, sagt der Journalist Gerald Reischl. Ob mit Google-Earth, Google Docs oder Google Mail – die Entwicklung zur unkontrollierten Weltmacht im Internet schreitet voran.


Die Google-Falle hat mich zunächst aus zwei Gründen interessiert. Erstens weil man ja auch schon ohne je ein solches Buch gelesen / Hörbuch gehört zu haben irgendwie weiß, dass Googles Methoden mitunter nicht ganz so astrein sind. Da ich Google aber als Suchmaschine durchaus mag und letztlich finde, dass schließlich niemand Googles Dienste nutzen MUSS, wenn es ihm nicht geheuer ist, wollte ich zweitens auch hören, was der Autor Verdammendes mitzuteilen hat.
Nach dem Hören weiß ich nun, dass dies die falsche Herangehensweise an das (Hör)buch ist. Denn ich denke, Gerald Reischl will Google gar nicht verdammen oder schlecht machen. So gibt er anfangs ja sogar zu, selber auch mit verschiedenen Google-Funktionen zu arbeiten und via der Google-Suchmaschine Recherchen betrieben zu haben.
Ich habe das Hörbuch eher als ein Aufmerksammachen, eine Sensibilisierung aufgefasst. Denn wohl kaum jemand weiß was sich hinter der praktischen Suchmaschine bzw dem Konzern Google eigentlich verbirgt.
Gerald Reischl zeigt in diesem (Hör)buch eine ganze Reihe interessanter Hintergründe des Google-Konzerns auf, erläutert Zusammenhänge z.B. zwischen Google und anderen Programmen, die letztlich auch den ganz normalen Suchmaschinen-Nutzer angehen, und weist darauf hin, welche Informationen über den „Otto-Normal-Nutzer“ in welche Hände weitergereicht werden.
Ich habe bei fast jedem Kapitel einfach nur gestaunt. Mal über die Komplexität, mal über die interessanten (und manchmal durchaus unterhaltsamen) Informationen und auch mal über die unglaubliches Dreistigkeit bzw Großzügigkeit im Umgang mit allen möglichen persönlichen Daten.
Trotzdem, als wertend habe ich das Hörbuch wie gesagt nicht empfunden. Aber es lässt aufhorchen und man macht sich unweigerlich seine Gedanken über das Gehörte und erwägt persönliche Konsequenzen. Und wenn ein (Hör)buch eine solche Wirkung hat, dann hat es sein Ziel eindeutig erreicht.

Gelesen wird Die Google-Falle von Peter Matic und ich habe mich zunächst an ihn gewöhnen müssen. Denn Peter Matic ist Österreicher und das Bemühen um möglichst wenig Dialekt, die hört man schon heraus. Zudem verlangsamt es das Lesetempo.
Dafür schwingt in seiner Stimme an so mancher Stelle auch ein schelmisches Augenzwinkern mit, und das lockert dann schon wieder ganz gut auf.

Die runden sieben Stunden Laufzeit sind bei diesem Hörbuch nicht auf eine oder mehrere CDs gebannt, sondern auf eine 1 GB Micro-SD-Card.
Für mich war dieses Hörbuch auf solch einer Karte eine Premiere und ich bin mit Sekpsis an die Sache herangegangen. Beruhigt hat mich aber schon alleine die Tatsache, dass die Card trotz ihrer Größe in einer richtigen CD-Hülle mit Cover steckt. Denn eigentlich könnte man den Datenwinzling ja leicht in einem kleineren Behältnis unterbringen. Doch so mit der CD-Hülle reiht sich dieses Hörbuch problemlos in jedes CD-Regal ein.
Ich habe die Card nun auf zwei Geräten getestet. Einmal mit dem ebenfalls beiliegenden Adapter auf SD-Card in einem PC (Sony Vaio) und einmal als Micro-SD-Card in einem Handy (Nokia E66). Meine Bedenken galten hier in erster Linie der Handhabung (z.B. Anwahl der Titel) und der Geschwindigkeit beim Starten der einzelnen Tracks. Doch insgesamt konnte ich absolut keinen Unterschied zwischen der Card und einer mp3-CD feststellen. Die Auflistung der Kapitel ist identisch und übersichtlich und auch wenn man beispielsweise einen Track aus der Mitte des Hörbuchs anwählt, dauert es bis zum Start keine Sekunde länger als bei einer CD.
Hinzu kommt der unübersehbar praktische Aspekt der Card. Solch eine kleine Card kann man leicht mal irgend wohin mitnehmen, und selbst mehrere Cards dürften dabei kaum groß (und wortwörtlich) ins Gewicht fallen. Zudem sind sie mit den verschiedensten (portablen) Geräten nutzbar. Vom PC und dem Autoradio über das Handy und den DVD-Player bis hin zum mp3-Player. Sofern die Geräte einen SD- oder Micro-SD-Einschub haben, kann das Hörbuch abgespielt werden.

Fazit:   Nach diesem Hörbuch sieht man Google und seine Programme dann doch aus anderen Augen und durchaus auch ein wenig misstrauischer. Und das ganz ohne moralisch erhobenen Zeigefinger, sondern einfach durch die interessanten Informationen über den Konzern und die weiten Kreise, die er mittlerweile zieht. Mir hat es sehr gefallen, dass Gerald Reischl von einer Wertung abgesehen hat, denn die nimmt man am Ende ganz von alleine vor, und das ist auch gut so.
Ein Hörbuch auf SD-Card ist zweifellos eine feine Sache, gerade für unterwegs. Da ist der Winzling wirklich praktisch. Jeder, der oft unterwegs ist und nicht stapelweise CDs mitschleppen möchte, sollte die Kleinen mal testen. Einem Kassettenkind wie mir, das schon CDs nicht sonderlich mag, werden sie womöglich immer etwas  fremd bleiben 😉

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