Die Schattenritter (01) – Unsterbliches Verlangen

Titel:   Die Schattenritter (01) – Unsterbliches Verlangen / Verlag:   Radioropa / Laufzeit:   ca. 534 min / 8 CDs + 1 mp3-CD / Buch:   Kathryn Smith / gelesen von:   Alexander Königsmann

Inhalt:   Seit er vor sechshundert Jahren zu einem Vampir gemacht wurde, sucht der Mann, der sich Chapel nennt, nach Erlösung. Nun folgt er einer Spur an die rauhe Küste von England. Dort begegnet er der schönen, aber todkranken Pru, die ihn vom ersten Moment an in ihren Bann schlägt. Aber darf er seinem Verlangen nachgeben?


Natürlich kann man bei der aktuellen Vampir-Schwemme auf dem (Hör)buch-Markt nicht mit jedem Roman das Rad neu erfinden, das steht ganz außer Frage. Aber immerhin haben viele Geschichten doch einen gewissen besonderen „Kniff“ an sich, eben etwas, das sie von der Masse abhebt. Der Prolog von Unsterbliches Verlangen ließ ebenfalls darauf hoffen, denn die Idee, wie sechs Söldner einst zu Vampiren wurden, die hat tatsächlich das gewisse Etwas und ist mal etwas anderes. Auch die Suche nach dem Gral ist ein guter Ansatz, bei dem ich davon ausging, dass sie die Geschichte rund um die Romanze stellen würde. Der Prolog spielt 1307, danach unternimmt die Story einen Zeitsprung hinein ins 19. Jahrhundert und irgendwo auf dem „Weg“ bleiben dann beide guten Ansätze auf der Strecke. Was übrig bleibt, das ist einfach eine sachte, durch die Ausdrucksweise historisch angehauchte Lovestory mit paranormalem Einschlag, die sich unglaublich in die Länge zieht. In der Idee mit dem Gral schlummerte eine Menge Potenzial, leider wird es nicht ansatzweise ausgeschöpft. Dieser Teil der Geschichte bleibt viel zu sehr im Hintergrund. Auch Dramatik will -trotz Prus Erkrankung- nicht wirklich aufkommen, noch nicht mal als es auf ihren Tod zugeht. Und die Liebesgeschichte schließlich kommt einfach nicht in die Pötte. Nein, ich erwarte nicht, dass die beiden Beteiligten im Nullkommanichts ins Bett hüpfen und natürlich hat das Prickeln zwischen den Liebenden so seinen Reiz, aber nach mehreren hundert Minuten Prickeln, darf dann doch mal was passieren, ansonsten geht besagter Reiz verloren. Genau das ist bei mir dann auch passiert, da hat auch das Happy End nichts mehr rausreißen können.

Alexander Königsmann habe ich hier zum ersten Mal als Sprecher gehört und ich habe seine Stimme als ganz angenehm empfunden. Es fällt leicht, ihm über längere Zeit hinweg zuzuhören. Ich hätte mir allerdings etwas mehr Einsatz gewünscht, schon alleine um an diesem Stoff wenigstens noch etwas zu retten. Die Stimmen der Charaktere unterscheiden sich kaum und selbst bei den wenigen Szenen in denen mal etwas passiert, greift er die jeweilige Stimmung nicht ausreichend auf.

Die Front der edel aussehenden Box ist ein Mann zu sehen, der einer Frau in den Nacken küsst. Aus solchen Motiven ist ein ganzes ist bei Büchern ein ganzes „Sub-Genre“ entstanden, die so genannten „Nackenbeißer“. Also Romane auf deren Cover sich eine oft in wehende Gewänder gehüllte junge Dame an einen sehr maskulinen Kerl lehnt, wobei einer der beiden den anderen in den Nacken küsst.
Das Bild auf dem Hörbuch-Box könnte einem solchen Romancover entnommen sein. Das tiefe Blau trimmt alles auf mystisch und die roten Lippen lassen gleich erahnen, welche Kreaturen hier der Liebe verfallen.
Der verschlungene goldene Schriftzug wertet dieses Motiv klar auf und so kann es sich schon sehen lassen, wie ich finde.

Fazit:   Unsterbliches Verlangen konnte mich leider nicht begeistern. Es braucht schon etwas mehr als einen gut aussehenden, von Selbstzweifeln geplagten Vampir und ein hübsches, aber krankes Mädchen um eine interessante und packende Geschichte auf die Beine zu stellen. Mit dem Blutgral, Chapels Wandlung zum Vampir und seinen Diensten für den Vatikan sind viel versprechende Ansätze gegeben, die aber leider nicht ausreichend ausgearbeitet wurden.

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