Dorian Hunter (09) – Im Labyrinth des Todes

Titel:   Dorian Hunter (09) – Im Labyrinth des Todes / Verlag:   Folgenreich / Laufzeit:   ca. 76 min / 23 Tracks / Sprecher: Thomas Schmuckert, Claudia Urbschat-Mingues, Peter Matic, Robert Kotulla, Michael Prelle u.a.

Inhalt:   Coco Zamis ist tot! Diese vom Secret Service bestätigte Nachricht erhält Dorian Hunter aus Hongkong. Dorian bricht nach Asien auf um der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Die erste Spur führt ihn zu dem Lehrer Michael Lundsdale – doch Lundsdale hat sich auf grausame Weise verändert. Er ist nicht mehr der Mann, der Coco noch vor wenigen Tagen nach Hongkong begleitet hat.


Mit der neunten Folge wechselt Dorian Hunter zum Label Universal / Folgenreich, doch außer dem Logo auf dem Rückencover ändert sich mit diesem Wechsel nichts für den Hörer. In dieser Folge bekommt Dorian Hunter es mit Gruselgestalten zu tun, die es bisher nur in wenige Hörspiele geschafft haben, und die daher umso interessanter sind: Ghouls. Dämonen also, die sich von Leichen ernähren. Da ist Grusel vorprogrammiert und tatsächlich kann ich es nicht empfehlen, sich Im Labyrinth des Todes im Dunklen zum Einschlafen anzuhören – oder vielleicht doch und gerade deshalb. Es soll ja Menschen geben, die lieben solche Geschichten 😉
Allerdings sind es nicht nur die Szenen auf dem Friedhof oder in unterirdischen Gängen, die es speziell in sich haben. Auch an eigentlich so harmlosen Orten wie einer Mietwohnung in Hongkong lauert das gefräßige Grauen und wird hier ausgesprochen anschaulich in Szene gesetzt.
Für Spannung sorgt natürlich auch die Frage, ob Coco Zamis wirklich tot ist. Die Frage klärt sich zwar recht zügig auf, doch bleibt es auch in dieser Richtung weiter spannend, denn ihr derzeitiger Zustand scheint ebenso wenig umkehrbar wie der Tod. Einzig das Ende dieses Daseins fand ich dann doch etwas arg einfach gehalten: ja, war plötzlich einfach so. Aha. Da hat auch die Erklärung bei mir nicht viel retten können.
Trotz allen Grauens braucht man auch in Sachen Humor keine Abstriche zu machen. Dorians oft trockene und schwarz humorige Erzählweise sorgt für manche Gelegenheit zum Grinsen, aber auch die übrigen Charaktere tragen ihren Teil dazu bei. Ich finde das immer wieder verblüffend. Da ist man die schaudernde Gänsehaut noch nicht ganz los, da kann man schon wieder schmunzeln.

Eines konnte man der Serie noch nie vorwerfen: Durchhänger bei den Sprechern. Da bildet auch Folge 9 keine Ausnahme. Da die Reihe ohne richtigen Erzähler auskommt, übernimmt Dorian Hunter selber diesen Part, indem er die Geschichte einem Therapeuten oder Arzt erzählt. Thomas Schmuckert hat also quasi zwei Parts zu sprechen, einmal als „Erzähler“ und einmal als handelnder Charakter, was er aber mit Bravour meistert. Versteckt hinter dem Pseudonym Tom Broke ist Andreas Fröhlich in der Rolle des Michael Lundsdale zu hören. Ich habe ihn aber erst nach eine ganzen Weile erkannt. Ihn kennt man ja nun wirklich aus zahlreichen Hörspielen und Hörbüchern, aber SO ist er mir noch nie zu Ohren gekommen! Genial! Gefallen hat mir außerdem, dass Olivaro, gesprochen von Stefan Krause, in dieser Folge einen größeren Part übernimmt. In seiner Stimme liegt so viel lauernde Gefährlichkeit und dennoch auch ein so schmeichelnder Ton, dass man aus ihm einfach nicht schlau wird und sich schon mal vorsorglich eher vor ihm fürchtet.

Die Musik der Serie lässt in mir immer wieder Bilder von dunklen Tunneln und Gängen aufkommen, durch die jemand gehetzt wird. Hart, düster, unerbittlich, genau der richtige Soundtrack für diese Reihe. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, dass die Serie diesem Stil so streng treu bleibt, die Musiken aber trotzdem so abwechslungsreich sind, dass man sch als Hörer nie gelangweilt fühlt.

Zu einer solch gruselig-mysteriösen Serie gehört ein ebenso düsterer Soundtrack und den bietet sie Folge für Folge immer wieder aufs Neue, da bildet auch Das Labyrinth des Todes keine Ausnahme. Da heißt es wirklich einfach nur Augen schließen und die Bilder genießen, die einem beim Hören der Musik und Kombination mit der gruseligen Story in den Kopf kommen.

Im Vordergrund ein Kreuz und ein Totenschädel, dahinter in rauchiges Licht getaucht die Stadt Hongkong, so präsentiert sich das Cover dieser Folge und passt entsprechend gut zum Hörspiel. Im Inneren des Covers findet man dieses Mal Informationen zu Stefan Krause und einen Hinweis auf die Dorian Hunter – Bücher.

Fazit:  Im Labyrinth des Todes lehrt einen das Gruseln, so mag ich die Serie. Dazu noch geniale Sprecher, ein guter Schuss schwarzer Humor und eine wirklich klasse Untermalung, was soll man dazu noch sagen außer: top!

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