House of Night (01) – Gezeichnet

Titel:   House of Night (01) – Gezeichnet / Verlag:   Lübbe Audio / Laufzeit:   ca. 296  min / 4 CDs / Buch:   P.C. Cast und Kristin Cast / gelesen von:   Marie Bierstedt

Inhalt:   Als die 16jährige Zoey Redbird auf ihrer Stirn mit einer saphirblauen Mondsichel gezeichnet wird, weiß sie, dass ihr nicht viel Zeit bleibt um ins HOUSE OF NIGHT, das Internat für Vampire zu kommen. Sie ist absolut nicht begeistert davon, ein neues Leben anfangen zu müssen. Aber Zoey ist kein gewöhnlicher Vampir – sie ist eine Auserwählte der Vampirgöttin Nyx. Und sie ist nicht die einzige im HOUSE OF NIGHT mit besonderen Fähigkeiten. Als sie entdeckt, dass die Anführerin der „Töchter der Dunkelheit“ ihre von der Göttin gegebenen Kräfte missbraucht, muss Zoey den Mut aufbringen, sich ihrem Schicksal zu stellen…


Grundsätzlich hat man auch hier wieder ein relativ typische Schema der Vampir-Teenie-Stories: ein ahnungsloses Mädchen, das plötzlich Vampir wird, ein geheimnisvolles Internat und ein Kampf den es zu kämpfen gilt. Ein Schuss Romantik dazu und somit steht das Gerüst an sich schon recht stabil.
Es gibt aber einige Aspekte, die diese Geschichte aufpeppen und innovativ erscheinen lassen.
Diese Geschichte verlangt einem schon gleich zu Anfang eine Menge ab. Es ist nämlich so, dass man in Zoeys Stadt von dem Vampirinternat weiß, und man weiß auch, dass diese Schule immer wieder Späher aussendet um neue Schüler zu zeichnen und somit dieser Schule zu verpflichten. Grundsätzlich ein klasse Idee, denn das ist wenigstens mal etwas Anderes als dieses stundenlange „ach was, Vampire gibt es nicht“ – Gerede bis ein Vampir seine Zähne in dem Hals dieser Person versenkt und sie ihren Irrtum einsehen muss. Aber wenn man darauf eingefahren ist, dann schluckt man bei Gezeichnet doch erst mal.
Dann erzählt Zoey die Ereignisse aus ihrer Sicht und das mit einem Ton und Wortschatz, der ganz und gar einer Sechzehnjährigen von heute entsprechen dürfte. Was haben die Lektoren bei der amerikanischen Ausgabe nur gemacht? Kann man auch bei Büchern Worte „raus piepen“?
Zudem wäre da die Tatsache, dass Zoeys Eltern sich kein Stück mehr um sie scheren seit sie im HOUSE OF NIGHT lebt, auch das stelle ich mir für amerikanische Verhältnisse schon sehr brisant vor.
Und zuletzt die Mischung aus Vampir-Kult bzw Vampir-„Religion“ und der Religion der Cherokee, deren Blut in Zoeys Adern fließt. Beides ist ein Teil vor ihr und es wird hier ganz gelungen gemischt, da gibt es nichts.

Was man aber klar sagen muss ist, dass die Buchvorlage für dieses Hörbuch drastisch gekürzt wurde. Da fehlen teilweise komplette Seiten und leider meist solche, die einem die Charaktere noch greifbarer hätten machen können, die Szenen enthalten, die die Handlung noch mal auflockern oder solche, in denen Erklärungen z.B. über die Vampire oder das Internat gegeben werden. Da hätte man besser bei den oft wirklich langatmigen Szenen mit Ritualen oder Beschwörungen sparen dürfen. Verstehen kann man die Handlung trotzdem, keine Frage, aber sie wirkt löcherig.

Marie Bierstedt hat mir bei dieser Lesung prima gefallen. Mit ihrer markanten und jugendlichen Stimme passt sie prima zu Zoey. Sie trifft sowohl deren rebellischen und frechen Ton, wie auch den ruhigen und intensiven Ton, wie er beispielsweise bei den Beschwörungen der Rituale notwendig ist. So richtig „vorgelesen“ hat die Lesung auf mich nie gewirkt, zumal Marie Bierstedt je nach Vorgabe im Text auch mal lacht oder hustet oder ein ein abfälliges Zungeschnalzen parat hat. So bleibt die Lesung stets lebendig und es macht einfach Spaß ihr zuzuhören.

Musikalische Untermalung wird dann und wann ebenfalls geboten und hier hört man sehr schöne, ruhige Melodien, die prima zur Geschichte passen.

Beim Layout hat man sich an der Buchvorlage orientiert und somit bleibt es dabei, dass mal wieder ein Gesicht herhalten musste, kombiniert mit verschlungenen Ornamenten und einem Mond, was aber nun mal alles nichts über die Story aussagt. Es sieht trotzdem schick aus und ist mit den Neonfarben auf dem dunklen Hintergrund zweifellos ein Hingucker im Regal.
Im Inneren des Digi-Paks gibt es Fotos und Infos zu den Autorinnen und Marie Bierstedt und Hinweise auf den zweiten Teil der Serie.

Fazit:   Gezeichnet erfindet sicher nicht das Rad neu, aber es macht Spaß, ist spannend und hebt sich aus verschiedenen Gründen klar von der Konkurrenz in diesem Genre ab. Marie Bierstedt liefert einen sehr guten Job ab und somit wäre für Fans solcher Storys sicher eigentlich alles im grünen Bereich, wenn die Schere da nur nicht so fürchterlich und an falschen Stellen gewütet hätte.

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