Insignium – Im Zeichen des Kreuzes (01) – Keusche Hure

Titel:   Insignium – Im Zeichen des Kreuzes (01) – Keusche Hure / Verlag:    Maritim / Laufzeit:   ca. 77 min / Sprecher:   Dietmar Wunder, Florian Hahn, Wolfgang Condrus, Christine Pappert, Sascha Draeger u.a.

Inhalt:   Sante Della Vigna, Geistlicher und Sonderermittler im Auftrag des Vatikan, steht vor einem schier unlösbaren Rätsel: er soll die Wahrheit über einen brutalen Doppelmord ans Licht bringen, der sich im Jahr 1998 ereignet hat und niemals wirklich aufgeklärt wurde.
Die Opfer: ein Kommandant der Schweizergarde und seine Ehefrau.
Bei seinen Ermittlungen stößt Della Vigna bald auf einen dritten Todesfall, der sich kurz nach dem Mord zugetragen hat: den überraschenden Selbstmord eines Schweizergardisten. Welches düstere Verhängnis schwebt über der Leibwache des Papstes? Noch während Della Vigna verzweifelt versucht, diesen Fall aufzuklären, kommt er einer weiteren mörderischen Intrige auf die Spur, die der Schlüssel zu diesen Todesfällen sein könnte. Da dazu muss Sante Della Vigna eine letzte Frage beantworten: Wer ist die „Casta Meretrix“ – die „Keusche Hure“?


Mit Insignium – Im Zeichen des Kreuzes startet im Maritim Verlag eine neue Serie, in der der Geistliche Sante Della Vigna sich im Auftrag des Papstes mit ungeklärten (Mord)fällen der Vergangenheit befasst, die im Zusammenhang mit dem Vatikan stehen. Dass sich unter dem Schutz der Kirche und / oder hinter den Mauern des Vatikans so manches Geheimnis verbirgt, das weiß man spätestens seit der bekannten Kirchen-Thriller, die den Kinos seit einiger Zeit volle Säle bescheren. Allerdings wäre es zu einfach, Insignium nun als Klon dieser Geschichten abzutun. In dieser ersten Folge bekommt man natürlich zunächst einen Überblick über den Handlungsort und die wichtigsten Personen, doch schon wenig später wird deutlich, dass man Della Vignas Auftrag im Vatikan nicht wohlgesonnen gegenübersteht. Doch dann nehmen auch schon die Ermittlungen um den Mordfall seinen Lauf. Erfreulicherweise verlässt sich die Geschichte nicht auf die Vorbilder aus Film und Buch, sondern bietet stattdessen eine eigene interessante und spannende Geschichte. Mir hat besonders gefallen, wie gründlich man für die Serie offenbar recherchiert hat. Denn natürlich bekommt man hier von Ereignissen, Gruppen und Gegenständen zu hören, die in Verbindung mit der Kirche und dem Vatikan stehen und unter denen sich mancher eventuell nichts Genaues vorstellen kann. Hier und da fallen die Erklärungen zwar etwas lang aus, aber mir ist das nicht allzu negativ aufgefallen, zumal sie wirklich fundiert wirken und eben ausgesprochen interessant sind.

Dietmar Wunder leiht Della Vigna seine Stimme, die ruhig und einprägsam ist und somit gut zur Rolle eines Geistlichen passt. An seiner Seite in der Rolle des Don Aurelio ist Florian Halm zu hören, der als Geistlicher ebenfalls auf ganzer Linie überzeugen kann. Dass man Helmut Krauss und Bernd Vollbrecht für weitere Rollen aus den Reihen des Vatikans gewählt hat, zeigt, welche Sorgfalt man in dieser Hinsicht hat walten lassen, denn auch sie sprechen ihre Parts mit der nötigen Ruhe, aber auch mit einem unüberhörbaren dunklen und geheimnisvollen Unterton. In weiteren Rollen sind u.a. Melanie Fouché, Sascha Draeger und Wolfgang Condrus. Grundsätzlich sind also insgesamt typische Maritim-Sprecher zu hören, die hier allerdings beeindruckend gute Arbeit leisten.

Für den Titelsong konnte man die Band Nightwish gewinnen, die dafür ihren Titel  Amaranth zur Verfügung stellten. Eine gute Wahl, denn mit diesem Song wird man direkt auf die Geschichte mit ihrer besonderen Atmosphäre und Thematik eingestimmt. Auch die übrige musikalische Untermalung kann sich absolut hören lassen und auch hier wird mehr als deutlich, wie sorgfältig man bei der Zusammenstellung und dem Einsatz der Stücke gearbeitet hat. Auf elektronische Klänge wird weitgehend verzichtet, stattdessen setzt man ganz auf Musiken wie Chorgesänge und Orchesterstücke, eben immer im Stil der kirchlichen Thematik.

Beim Cover hat man erfreulicherweise daraus verzichtet, hier Sprecherangaben unterzubringen. So bleibt dem Motiv mehr Wirkung erhalten und das ist mit dem Ausblick auf die Heilige Stadt im oberen Teil und dem Kreuz im unteren Bereich prima gelungen. Im Inneren des Booklets bekommt man recht umfangreiche Informationen zur Serie, aber auch ein Bild von Nightwish und Infos zum Song Amaranth.

Fazit:   Hier hat Maritim einen ganz feinen Start für eine neue Serie hingelegt. Ein ungewöhnlicher Handlungsort, der der Serie Brisanz verleiht, ein spannender Kriminalfall und eine Reihe interessanter Charaktere. Alles untermalt von einem wirklich gelungenen Soundtrack. Einfach stark!

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