Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten (Kerstin Gier / Sascha Icks)

Titel:   Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten / Verlag:   Arena Verlag / Laufzeit:   ca. 292 min / 4 CDs / Buch:   Kerstin Gier / gelesen von: Sascha Icks

Inhalt:   Manchmal ist es ein echtes Kreuz; in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!


Das Buch Rubinrot wird – so weit das Auge reicht- überall sehr gelobt und so habe ich es mir schließlich auch  gekauft und kurz darauf dann eben auch das Hörbuch.
Doch egal welches Medium, diese himmelhoch jauchzende Begeisterung kann ich einfach nicht teilen. Die Idee der Geschichte ist sicher nicht schlecht, ein Mädchen, das in der Zeit reisen kann ist immerhin eine nette Abwechslung auf dem Fantasy-Sektor. Trotzdem ist mir die Story schlicht weg zu „etwas“, will heißen: etwas spannend, etwas jugendlich, etwas historisch, etwas lustig (dabei wird gerade der Witz dieser Geschichte mächtig gelobt!), etwas Science-Fiction bzw Fantasy, etwas romantisch… Klar, es ist mutig und auch eine klasse Idee, mal eine Mischung sämtlicher Genres in eine Story zu packen, aber wenigstens eine Eigenschaft sollte dabei sein, die den Hörer / Leser „packt“. Und das war hier bei mir nicht der Fall.
Ein wenig reißt die Erzählweise heraus, denn Gwendolyn selber schildert ihre Erlebnisse, und das auch in einer recht modernen, flapsig-jugendlichen Art, der man leicht zuhören kann, aber das reicht nun wirklich nicht.
Rubinrot ist der erste Teil einer Trilogie und am Ende wird man mit einem leidlich gemeinen Cliffhanger sitzen gelassen. Das ist umso gemeiner, weil die Geschichte erst im letzten Drittel etwas auf Touren kommt. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Fortsetzungen dann einen Aspekt herausgreifen und ausarbeiten, so dass es dann etwas gibt, dass einen bei der Stange hält und gefangen nimmt.

Rubinrot ist meine erste Begegnung mit Sascha Icks als Erzählerin und alleine ihr ist es zu verdanken, dass ich das Hörbuch nicht frühzeitig aufgegeben habe. Denn sie erzählt die Geschichte einfach wunderbar locker, ganz so wie es für eine Geschichte gehört, die aus der Ich-Perspektive eines 16jährigen Teenagers geschildert wird. Ich hatte nicht eine Sekunde lang das Gefühl, dass Sascha Icks überhaupt liest, es klingt viel eher so als erzähle sie alles frei weg.
Im Buch gibt es vor den Kapiteln je eine Art Vorwort, mal um Begriffe zu erklären, mal sind es Zitate, alles jedenfalls auf historisch belegt oder wissenschaftlich getrimmt, und auch die wurden ins Hörbuch übernommen. Und hier klingt Sascha Icks dann absolut sachlich, auch das liegt ihr offenbar sehr gut.

An Untermalung bekommt man bei Runbinrot lediglich am Anfang und am Ende des Hörbuchs eine kleine Gitarrenmusik zu hören, eigentlich sehr hübsch. Mir haben Musik oder gar Geräusche hier und da zwar nicht gefehlt, aber da die Geschichte wohl u.A. auch als sehr romantisch gilt, hatte ich eigentlich damit gerechnet. Gepasst hätte es an mancher Stelle ganz sicher.

Rubinrot umfasst überschaubare vier CDs, deren Jewel-Case in einem schönen Schuber stecken. Das Layout gleicht dem des Buches und gefällt mir mit diesem Scherenschnitt-Motiv immer noch sehr gut. Das ist wirklich mal etwas anderes und außerdem ein echter Hingucken.

Fazit:   Mich konnte Rubinrot leider nicht überzeugen. Das hat mich umso mehr überrascht, da ich sonst durchaus ein Faible für Jugendromane habe und Rubinrot wird ja für Kinder ab 10 Jahren empfohlen. Ich denke aber, diese Altersgruppe kann ruhig mal ein Ohr riskieren, da kann eigentlich nicht viel schief gehen.

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