Seegrund – Kluftingers dritter Fall

Titel:   Seegrund – Kluftingers dritter Fall / Verlag:   Der Audio Verlag / Laufzeit:   ca. 226  min / 3 CDs / Buch:   Volker Klüpfel / Michael Kobr / gelesen von:   Volker Klüpfel / Michael Kobr

Inhalt:   Kässpätzle sind sein Leibgericht. Doch ein mysteriöser Fall verdirbt dem kauzigen Kommissar ordentlich den Appetit: Die Leiche eines Tauchers liegt am Ufer eines Sees in einer riesigen roten Lache. Was zunächst aussieht wie Blut, entpuppt sich als eine seltene organische Substanz. Ein kniffliger Fall für den sympathischen Kommissar, der ihn bis auf den Grund der geheimnisvollen Sees führt.


Auf die Kluftinger – Krimis bin ich auf der Buchmesse durch den aktuellsten Band Rauhnacht aufmerksam geworden. Umso mehr habe ich mich gefreut als ich bald darauf Seegrund bekam, quasi zum Kennenlernen dieser Reihe, auch wenn es bereits der dritte Teil ist. Trotzdem findet man sich schnell hinein und wird schnell mit den Charakteren vertraut, die dafür nötige Zeit lässt einem Seegrund durchaus. Mir ist der etwas schrullige Kommissar, der kaum ein Fettnäpfchen auslässt, gewisse Probleme mit den Errungenschaften der heutigen Zeit (Handys, Sushi etc.) hat und der auch so seine zwischenmenschlichen Problemchen hat, jedenfalls schnell sympathisch geworden. Seegrund ist ganz klar ein Krimi, der Fall um den Toten am See ist spannend und wartet mit mancher Wendung auf, vor allem hat mir aber gefallen, dass es Bezüge zu tatsächlichen Orten und Vorkommnissen gibt. Hier haben die Autoren sich gewisse Eigenarten eines bestimmten Sees und Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg als Basis genommen, dann einige Mythen beigemischt und rund herum einen interessanten Kriminalfall „gestrickt“.

Die Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobri lesen dieses Hörbuch selber. Das hat Vorteile, so sprechen sie im passenden Dialekt (aber keine Sorge, man versteht sie einwandfrei) und kennen natürlich ihre Story ganz genau, was die Erzählweise flüssig wirken lässt. Es hat aber auch den einen oder anderen Nachteil. So können sie beiden in Dialog-Passagen überzeugen, in den beschreibenden Szenen eher weniger, da klingen sie manches Mal hölzern und / oder abgelesen.
Trotzdem kann man ihnen aber gut zuhören, was ich vor allem darauf zurückführe, dass sie abwechselnd lesen. Das hält die Lesung dynamisch, da wird das Hören trotz besagter „Macken“ niemals anstrengend.

Von Untermalung ist weit und breit nichts zu hören. Ich finde das schade, denn das Hörbuch hat tatsächlich auch seine unheimlichen, gespenstischen Szenen und gerade da hätte ein wenig passende Musik sicher zusätzlich zur Atmosphäre beigetragen.

Verkehrsschilder als hauptsächliches Titelmotiv scheinen das Markenzeichen der Kluftinger-Krimis zu sein. Mir gefällt die Idee, das ist erstens mal etwas Neues und zweitens auf jeden Fall ein Eyecatcher im Ladenregal.

Fazit:   Mein erste Begegnung mit Kommissar Kluftinger hat Spaß gemacht und mich über drei Stunden gut und spannend unterhalten. Wer Krimis mag, aber die Nase von 0815-Emittlern voll hat, dem sei Kluftinger wärmstens empfohlen.

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