Shutter Island (Dennis Lehane / Oliver Rohrbeck)

Titel:   Shutter Island / Verlag:   Lauscherlounge / Laufzeit:   ca. 470 min. / 6 CDs / Buch:   Dennis Lehane / gelesen von:   Oliver Rohrbeck

Inhalt:   Im Sommer 1954 wird US-Marshall Teddy Daniels nach Shutter Island zum Ashecliffe Hospital für geisteskranke Verbrecher gerufen. Er soll eine angeblich geflohene Mörderin aufspüren – doch bald erweist sich die Insel als gefährlicher Albtraum. Wird er sie überhaupt je wieder verlassen?


Eine Nervenheilanstalt mit gewalttätigen Insassen, weit vom Schuss auf einer einsam gelegenen Insel, ein tobendes Unwetter…
Glücklicher kann man das Setting für einen düsteren Thriller um eine entflohene Insassin eigentlich kaum wählen. Nicht unbedingt eine neue Idee, aber eine, die meist gut funktioniert. Leider nicht bei Shutter Island.
Die Handlung zieht sich unglaublich mit Beobachtungen, halbherzigen Ermittlungen und Verhören, einfachen und wenig ergiebigen Verhören und einer ganzen Zahl an Charakteren, die so wenig ausgearbeitet werden, dass man einfach keine Beziehung zu ihnen aufbauen kann.
Und von Spannung kann auch keine Rede sein. Erst zum Ende hin kommt Schwung in die Story, aber das rettet dann auch kaum noch etwas.
Ich jedenfalls hatte -als ich mich endlich bis hierher durchgekämpft hatte- die Hoffnung eh schon aufgegeben.

Nicht einmal Oliver Rohrbeck kann hier noch etwas rausreißen. Im Gegenteil: wenn die Story an sich schon im Schneckentempo voran schreitet, dann macht es eine ruhige und behäbige Erzählweise nicht wirklich besser. Und sei sie auch noch so düster.
Die Charaktere kann man zwar ganz gut unterscheiden, allerdings fand ich, das manche der Stimmen, die Oliver Rohrbeck vergibt, nicht gut zu den Charakteren passen.

Von Untermalung ist weit und breit nichts zu hören, obwohl der Schauplatz und das Unwetter in dieser Hinsicht sicher einiges hergegeben hätte. So hätte man eventuell auch  etwas Atmosphäre in die Sache bringen können. Von musikalischer Untermalung mal ganz zu schweigen, da hätten einige düstere Stücke dem Hörbuch ebenfalls gut zu Gesicht gestanden.

Das Layout des Digi-Paks gefällt mir sehr, schön düster gehalten, das unruhige Meer die trutzige Klinik auf der Insel, das alles vermittelt schon eine unheimliche Stimmung. Im Inneren verbergen sich Infos zum Autoren, zu Oliver Rohrbeck und weiteren Produktionen der Lauschlounge.

Fazit:   Wenn ich sehe, wie gut das düstere Layout mit dem aufgewühlten Meer und der trutzigen Klinik auf der felsigen Insel unheimliche Stimmung vermittelt, dann habe ich den Verdacht, dass die Story in Bildern deutlich besser funktionieren wird. Somit hoffe ich mal auf die filmische Umsetzung, die im Februar 2010 in die Kinos kommt. Das Hörbuch jedenfalls konnte mich nicht überzeugen.

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