Wish u were dead (Todd Strasser)

Titel:   Wish u were dead / Verlag:   Silberfisch / Laufzeit:   238 min / 3 CDs / Buch:   Todd Strasser / gelesen von:   Ulrike Grote, Wiebke Puls, Felix Knopp, Stefanie Stappenbeck, Nina Petri, Fritzi Haberland, Sandra Schwittau, Nana Spier, Hans Löw

Inhalt:   Die anonyme Bloggerin an-G-kozzt hat nur einen Wunsch: sie will Lucy tot sehen! Und sie da, am Tag darauf ist das populärste Mädchen der Schule verschwunden. Keine Spur, keine Lösegeldforderung. Einfach weg. Auch zwei weitere Schüler sind plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Was alle drei miteinander verbindet: sie gehen auf dieselbe Schule, sie sind sehr beliebt – und an-G-kozzt sehnt ihr Verschwinden herbei…


Als ich das erste Mal auf Wish u were dead stieß, klang der Inhalt für mich sehr interessant. Ich mag solche Geschichten, in denen das Internet eine Rolle spielt und aus dem virtuellen Raum heraus Einfluss auf das reale Leben nimmt. Zudem versprach natürlich der Punkt mit den verschwundenen Jugendlichen auch einiges an Spannung. Mir hätte allerdings schon sofort klar sein müssen, dass Todd Strasser sicher nicht einfach nur einen Jugendthriller geschrieben hat. Als Autor von Werken wie z.B. Die Welle, ist es damit bei ihm nicht getan. Natürlich, rein „äußerlich“ ist Wish you were dead ein Jugendthriller. Er spielt im Kreise eine Clique von amerikanischen Kids, an einer ganz normalen High School und mit allen Problemen, die Teenies in diesem Alter plagen. Der Fall um die verschwunden Jugendlichen ist sehr spannend, zumal man ja erst mal denkt, man könnte leicht miträtseln, wer der Täter ist. Man hört ihn sogar, er hat Sprechparts, aber dadurch, dass man diese Stimme eben nur in diesen Teilen oder beim Bloggen hört, sonst aber alle Teenies mit der Stimme der Haupt-Erzählerin sprechen, bleibt es trotzdem bis zum Ende hin offen, wer er wirklich ist.
Doch die Geschichte dreht sich nicht alleine nur um die Entführungen und die Suche nach dem Täter. Beides ist lediglich die Konsequenz aus wesentlich tiefer gehenden Themen, die die Clique umgeben: Mobbing unter den Schülern, Vorurteile, Arroganz und deren Folgen.   Und schließlich natürlich auch die Eigendynamik, die an-G-kozzts Blogeinträge entwickeln und die letztlich so sehr aus dem Ruder laufen, dass dadurch gleich mehrere andere Teenager in Lebensgefahr geraten.

Insgesamt neun Sprecher bestreiten dieses Hörbuch. Für eine Produktion auf nur drei CDs ist das schon eine stattliche Zahl, so im Vergleich zu längeren Lesungen gesehen. Und obendrein sind alle neun sehr bekannte Sprecher und Schauspieler. Den größten Teil der Hörbuchs übernimmt Nana Spier, die die Geschichte in der Rolle von Madison erzählt. Ich habe Nana Spier hier erstmals in einem Hörbuch gehört, in dem sie nicht liebeskummergeplagt traurig oder verkitscht klingt, und es hat mir sehr gut gefallen. Sie klingt wunderbar jung und frisch und ist mit Einsatz dabei, lacht oder schluchzt auch mal, da hört man doch gerne zu. Die übrigen Sprecher wie beispielsweise Sandra Schwittau, Ulrike Grote, Nina Petri oder Felix Knopp kommen überwiegend dann zu Worte, wenn sich die Gruppe unter ihren Blogger-Namen anonym unterhält, und alle liefern -wie eigentlich nicht anders zu erwarten- eine klasse Leistung ab. Vor allem Sandra Schwittau hat mir in ihrer Rolle sehr gut gefallen. Wieso, kann ich nicht sagen, sonst würde ich schon zu viel vorweg nehmen.

Ich hätte mir für dieses Hörbuch ein Jewel-Case gewünscht. Mit drei CDs ist das Digipak einfach nicht stabil genug, die Ecken biegen sich sehr leicht um. Bei mir war das schon im an sich sehr gut gepolsterten Umschlag passiert. Wie schnell mag das da erst im täglichen Gebrauch passieren? Zudem geht es im Regal so auch unverdient leicht unter. Das Layout orientiert sich an der Buchvorlage. Mit den Blut bespritzten Tasten, die den Titel ergeben, wird leicht klar, dass die Gefahr dieser Story ihren greifbaren Anfang im Netz nimmt. Im Inneren findet man Fotos aller neun Sprecher und darüber die Frage „Wer ist der Mörder?“, was ich wirklich klasse finde. Da könnte man beim Miträtseln ja quasi abstreichen, wer nicht mehr verdächtig ist, und am Ende dann mal sehen, wer noch übrig ist.

Fazit:    Wish u were dead regt zum Nachdenken an. Todd Strasser hat sich hier einige Probleme unter Jugendlichen herausgegriffen und führt sie dem Hörer, aufbereitet in einem spannenden Jugendthriller, deutlich vor Augen. Mir ist die Geschichte einige Tage lang nicht aus dem Kopf gegangen. Sehr schön!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

reziratte.de © 2014 Frontier Theme
%d Bloggern gefällt das: