Abseits der Wege (06) – Erloschen

Titel:   Abseits der Wege (06) – Erloschen / VerlagUniversal / Laufzeit:   ca. 62 min / Sprecher:  Timmo Niesner, Stefan Krause. Hannes Maurer, Diana Borgwardt, Engelbert v. Nordhausen, Heinz Ostermann u.A.

Inhalt:  Aus dem endlosen Wolkenmeer fiel endloser Nieselregen. Eine nasse Wand, die von Stunde zu Stunde kälter wurde. Weiße Kerben gruben sich in das Vergessene Land. Dann kam der Schnee. Aus dem Gestöber traten die vereisten Hänge riesenhafter Gletscher. Eine erfrorene Einöde, die kein Leben zu kennen schien. Die Feuer von Norgont waren erloschen…


Nach beinahe einem Jahr Pause geht diese Fantasy-Serie mit Folge 6 in ihre Halbzeit. Doch trotz dieser Pause hat sich an der Machart des Hörspiels rein nichts verändert.
Es hat nach wie vor sein ganz eigenes, spezielles Flair, das einen sofort packt, kaum dass die ersten Sekunden verstrichen sind.
Auch dem behäbigen Stil bleibt man weiter treu, die Geschichte schreitet in ihrer Entwicklung nur sehr langsam voran und manchmal habe ich auch das Gefühl, dass die Story hinter der imposanten Soundkulisse zurücksteht. In sechs Folgen wird die Reihe ihr Ende finden und ich bin gespannt, was sich bis dahin noch tun wird um eine würdige Abschlussfolge zu präsentieren. Tun muss sich in jedem Falle etwas, denn wenn es in diesem Tempo voran geht, sehe ich da noch kein fulminantes Ende nahen, jedenfalls nicht schon sechs Folgen.
Trotzdem, Fans der Serie bekommen auch mit Erloschen wieder eine großartig inszenierte Folge geboten, daran gibt es nichts zu rütteln. Spannende Szenen sind ebenso zu finden, wie die vertraut düstere und dichte Atmosphäre und die phantasievollen Beschreibungen von Gegenden und Lebewesen.

Die Sprecher durften sich für diese Folge hauptsächlich im Flüsterton austoben, was für sich sicher auch nicht leicht ist, bei mir aber nicht unbedingt Eindruck hinterlassen hat. Und wieso auch solche Kreaturen wie der Scha’Agrotis auf so leisen „Sohlen“ daher kommen, verstehe ich auch nicht recht. Es sind doch scheinbar solch beeindruckende Wesen, wieso dürfen sie dann nicht auch so klingen?
Gefallen hat mir dagegen besonders Diana S. Borgwardts Interpretation ihrer Rolle. Mit ihren sowohl kämpferischen wie auch hoheitsvollen Ton erweckt sie die mutige Königstochter zum Leben.

Wie bereits erwähnt kommt die Musikkulisse wieder äußerst wuchtig, imposant und allumfassend daher. Jede Szene hat in dieser Hinsicht ihren eigenen Klang und als Hörer hat man automatisch Bilder von monumentalen Ereignissen und Szenen vor Augen. Das ist ohne jeden Zweifel ganz großes Kino für die Ohren. Doch habe ich -obwohl mir diese Untermalung gefällt- inzwischen tatsächlich ein wenig das Gefühl, dass mehr Wert auf einen umwerfenden Soundtrack gelegt wurde als auf eine flüssige Geschichte.

Die Cover der Abseits der Wege -Hörspiele würde ich mir auch weiterhin sogar als Bilder an die Wand hängen. Selten habe ich so schöne Motive gesehen und da bildet auch das Cover von Erloschen keine Ausnahme. Die Szene von der Eiswüste wirkt imposant und zur Handlung passend kalt und bedrohlich.

Fazit:  Die Produktion ist in jedem Falle gelungen, an der übermächtigen Soundkulisse kann nun auf halber Strecke auch nichts mehr geändert werden, immerhin beherrscht sie die Hörspiele seit Anfang an, aber wenigstens die Geschichte könnte nun mal etwas zügiger voran gehen, sowohl was die Handlung betrifft als auch was den VÖ-Rhythmus angeht. Denn eine solch lange Pause ist gerade bei derlei Hörspielen nicht leicht wegzustecken. Ich jedenfalls hatte schon Mühe, wieder in die Geschichte reinzukommen.

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