Der Weihnachtshund (Daniel Glattauer / Ulrike Grote / Peter Jordan)

Titel:   Der Weihnachtshund / Verlag:   Silberfisch / Laufzeit:  4 CDs / Buch:   Daniel Glattauer / gelesen von:   Peter Jordan, Ulrike Grote

Inhalt:   Eine Liebesgeschichte, wie sie schöner nicht sein könnte Max will vor Weihnachten flüchten und auf die Malediven fliegen. Dabei ist ihm Kurt, sein Hund, im Weg. Kurt war leider eine Fehlinvestition. Er schläft meistens. Und wenn er sich bewegt, dann höchstens irrtümlich. Katrin wird demnächst dreißig, und leidet unter Eltern, die darunter leiden, dass sie noch keinen Mann fürs Leben gefunden hat. Mit Weihnachten kommt der Höhepunkt des familiären Leidens auf sie zu. Da tritt plötzlich Kurt in Erscheinung. Katrin mag zwar keine Hunde, aber Kurt bringt sie auf eine Idee


Hundebesitzer wissen es längst: nichts bringt zwei einander fremde Menschen so schnell ins Gespräch wie der Vierbeiner an der Leine. Und so mancher Hund hat schon der Liebe auf die Sprünge geholfen. Da macht auch Deutsch Drahthaar Kurt keine Ausnahme. Allerdings ist Der Weihnachtshund keine vor Kitsch triefende „Tier und Liebe – Weihnachtsgeschichte“. Dafür stehen Max und Katrin viel zu fest auf dem Boden der Realität. Und die hält in Gestalt von Weihnachten eine besonders harte Prüfung für sie bereit. Max hat keinen Bock auf ein Single-Weihnachten und bucht einen Tauchurlaub. Katrin hat keine Lust auf Weihnachten mit ihren Eltern, die sie auf Biegen und Brechen verheiraten wollen.
Außerdem ist Kurt keiner dieser umtriebigen Vierbeiner, die stets um das Wohlbefinden ihres Herrchens bemüht sind. Kurt tut selten mehr als schlafen und eben da sein. Und genau mit diesem Dasein -bzw mit Max Versuch, Kurts Dasein anderswohin zu verlegen- beginnt diese turbulente und lustige Geschichte. Zum Schmunzeln gibt es eigentlich immer etwas, manches Mal habe ich sogar richtig lachen müssen. Max und Katrin sind solch normale Charaktere, haben ihre Macken und Eigenheiten und sind trotzdem oder gerade deswegen sehr sympathisch.
Und Kurt ist ohnehin unschlagbar. Mir hat sehr gefallen, dass Kurt hier quasi heimlich die Hauptrolle hat, denn eigentlich leistet er selten etwas, aber ohne ihn hätten Max und Katrin sich nie kennengelernt, ohne Kurt wären sie wohl nie in Kontakt geblieben, ohne Kurt hätte Katrin nie erfahren, dass es Hundespielzeug gibt, das wie eine Wurstsemmel aussieht und wie ein Pferd klingt, wenn der Hund darauf herum kaut…zu schön!

Der Weihnachtshund wird von zwei Sprechern gelesen. Begleitet man gerade Max, so liest Peter Jordan. Ist man bei Katrins chaotischem Leben dabei, so hört man Ulrike Grote.
Mir hat diese Idee sehr gut gefallen. Natürlich würde man auch bei einem Erzähler sofort wissen, um wen der beiden es gerade geht, doch so erhält das noch mal zusätzlich an Deutlichkeit. Außerdem bringt es Abwechslung in das Hörbuch. Auf jeden Fall gelingt beiden, dem Hörer Max und Katrin innerhalb kürzester Zeit sympathisch und vorstellbar zu machen.
Und sie treffen genau den richtigen Ton um den gewitzten Humor der Geschichte rüberzubringen.

An Untermalung fehlt es dem Hörbuch gänzlich, allerdings wüsste ich auch nicht, welcher Art sie hätte sein sollen. Der Weihnachtshund ist keine Lovestory, also keine klebrigen Melodien, es ist keine Tiergeschichte, also keine lustigen Musiken, es ist keine Weihnachtsgeschichte, also kein Glöckchenklingeln…es ist eine Mischung aus allem drei, welche Klänge hätte man da wählen sollen?

Das Hörbuch umfasst vier CDs mit je sechs Kapiteln, also insgesamt 24 Kapiteln. Somit kann man es auch als Adventskalender nutzen und eben jeden Tag ein Kapitel hören. Aus Erfahrung weiß ich aber, wenn man mal damit angefangen hat, dann möchte man nicht nach dem ersten Kapitel wieder ausschalten und am nächsten Tag weiterhören, da möchte man gleich weiterhören.
Das Cover zeigt Kurt an der straffen Leine und demonstrativ in die entgegen gesetzte Richtung  schauend, so kennt und mag man ihn. Abgesehen davon, dass er von Spaziergängen ohnehin nicht hält.

Fazit:    Der Weihnachtshund ist ein sehr lustiges Hörbuch mit sympathischen Charakteren und einem ausgesprochen liebenswerten und sehr faulen Hund. Genau das Richtige für die Adventszeit, wenn das Fernsehen nur die schon sattsam bekannten Weihnachts-Kitsch-Filme zeigt.

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