Die Saat (Guillermo del Toro / David Nathan)

Titel:   Die Saat / Verlag:   Random House Audio / Laufzeit:   ca. 414 min / 6 CDs / Buch:   Guillermo del Toro / Chuck Hogan / gelesen von:   David Nathan

Inhalt: Sie waren immer hier. Unter uns. Sie haben gewartet. In der Dunkelheit. Jetzt ist ihre Zeit gekommen.
New York, Flughafen. Eine Maschine aus Europa landet – und bleibt plötzlich stehen. Die Lichter gehen aus, nichts rührt sich mehr. Was ist geschehen? Ein Terroranschlag? Eine Seuche? Oder etwas ganz und gar Unvorstellbares…


Ich muss ja gestehen, dass ich mit Guillermo del Toros Filmen bislang so rein gar nichts anfangen kann, doch als ich hörte, dass er an einem Buch zum Thema Vampire mitarbeitet, da war ich sofort Feuer und Flamme. Denn wenn del Toro daran mitwirkt, dann ist eigentlich sofort klar, dass die Geschichte sicher nicht im Fahrwasser der ganzen romantisch-erotischen Romane fahren wird. Erfreulicherweise wird in Die Saat auch nicht der Vampirglaube von Stoker noch mal platt gewalzt. Nein, Die Saat geht an das Thema ganz anders heran, der Vampirismus wird hier als eine Art Seuche angesehen, die sich über Würmer überträgt und entsetzlich schnell verbreitet und droht, ganz New York zu infizieren. Dagegen an kämpft ein Team aus Epidemiologen, einem Kammerjäger und nicht zuletzt einem alten Professor, der mit den Kreaturen bereits vor Jahren Bekanntschaft gemacht und Rache geschworen hat. Interessant an der Geschichte sind vor allem die zahlreichen Szenen- und Ortswechsel. Mal ist man dabei, wie das Flugzeug inspiziert wird, mal begleitet man besagtes Team, mal bekommt man einen Blick auf die Hintergründe der Vampir-Invasion gewährt, dann wieder besucht man die infizierten Personen und erlebt ihre Verwandlung und ihr Verhalten, mal darf man Wissenschaftlern „über die Schulter schauen“, die gerade schauerliche Entdeckungen an den Toten aus dem Flugzeug machen, es ist einfach immer etwas los, Längen gibt es nicht und zudem treiben diese Wechsel auch das Tempo der Geschichte hoch. Zum Durchatmen bleibt kaum Zeit. Die Szenen -insbesondere die der Angriffe- sind so anschaulich (ohne sich aber in Details zu verlieren) beschrieben, dass einen beim Hören das gleich Gefühl überfällt, das man im Kino hat, wenn die verängstigte Schauspielerin zitternd in einen dunklen Raum tritt und man einfach weiß, dass sie damit ihr Ende besiegelt. Hätte in dem Moment hinter mir jemand „buh“ gesagt, wäre ich beim Hören vermutlich bis an die Decke gehüpft.

Mit David Nathan hat man den idealen Erzähler gewählt und er zieht hier wirklich alle Register seines Könnens. Die Betonung passt bei jedem Satz, ganz gleich ob es in der Geschichte gerade gruselig, spannend, actiongeladen oder gruselig zugeht, er bringt jede Atmosphäre eins zu eins an den Hörer. Und auch was die doch sehr zahlreichen Charaktere angeht, liefert eine beeindruckende Leistung ab.  Denn er verlieht jedem von ihnen eine so eindeutigen Stimme,dass man trotz der hohen Anzahl an Leuten nie den Überblick verliert und immer genau weiß, wer gerade das Wort ergriffen hat. In jeder Hinsicht also eine wahre Glanzleistung.

Musikalische Untermalung findet man bei diesem Hörbuch gar nicht, nicht mal am Anfang oder am Ende. Vermisst habe ich es nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass die eine oder andere leise, düstere Melodie im Hintergrund so mancher Szene quasi den letzten Schliff verliehen hätte.

Das Hörbuch umfasst sechs CDs und auf der Rückseite des Cover steht „gekürzte Lesung“ geschrieben. Ich habe das Buch ebenfalls gelesen und kann daher sagen, dass dem Hörbuch nichts für die Handlung Wesentliches genommen wurde. Lediglich den Funk-Kontakt zwischen der Boeing und dem Flughafen am Anfang des Buches, habe ich wirklich vermisst, zumal er sofort und ohne Umschweife für eine bedrückende Atmosphäre sorgt. Ansonsten sind die Kürzungen kaum zu merken.
Bei Layout hat man sich an dem des Buches orientiert, was mir sehr gut gefällt. Dem Hörbuch liegt ein schmales Bookelt bei, das eine umfangreichere Beschreibung der Geschichte enthält und Texte zu den Autoren und David Nathan.

Fazit:   Die Saat ist eine schaurige Geschichte voll atemloser Spannung, von der man -einmal angefangen- einfach nicht mehr los kommt. Dazu noch genial vorgetragen von David Nathan, was will man mehr? Die Saat ist übrigens er erste Teil einer Trilogie und nach diesem Auftakt kann man einfach nicht anders als ungeduldig auf die Fortsetzung zu warten.

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