Gabriel Burns (33) – Schmerz

Titel:   Gabriel Burns (33) – Schmerz / VerlagUniversal / Laufzeit:   ca. 64 min / Sprecher:   Ernst Meincke, Björn Schalla, Bianca Krahl, Heinz Ostermann, Eberhard Prüter, Sabine Krause, Thomas Kuhlmann u.a.

Inhalt:   Zuerst waren es die Gräser, die verdorrten. Dann die Tiere. Den Hunden knickten die Vorderläufe weg. Die Schafe verendeten auf der Weide. Die schwarze Wolke drang durch Fugen und Ritzen in die Behausungen. In ihrer Not wollten die Menschen einander beistehen, doch jede Berührung löste nur noch mehr Haut von ihren porösen Knochen.

Fahlgrüne Flammen trübten seinen Blick. Ein Trommelfeuer an Sinnesreizen flutet durch sein zentrales Nervensystem. Er schrie! Doch gab es keine Hoffnung, nur den Schmerz!


Da ist sie nun also, Folge 33 – Schmerz.
Im Vorfeld gab es ja schon eine ganze Menge „Gerede“ und Spekulationen. So hieß es ja unter Anderem „Gabriel Burns goes Splatter!“ Mich hat das damals sehr skeptisch gemacht.
Denn Gabriel Burns lebt von der Atmosphäre der Hörspiele, dem Mysteriösen und durchaus auch mal dem Brutalen. Trotzdem standen Handlung und Mystery immer fühlbar im Vordergrund. Und für mich stirbt jede Atmosphäre, wenn es in Richtung Splatter geht. Und bei der Vorstellung, Folge 33 würde ein Splatter-Blutbad werden, war mir entsprechend unwohl. Umso erfreulicher, dass meine Bedenken unbegründet waren. Aber es gibt durchaus mehrere Szenen, die qualvoll anzuhören sind, gerade weil sie äußerst anschaulich aus den Lautsprechern dringen.
Der zweite Punkt, der mitunter heiß diskutiert wurde, ist der eines weiteren Cross-Overs von Gabriel Burns und Point Whitmark (Folge 25 – Die fiebrigen Tränen). Mit kurzen Szenen wie in der PW-Folge ist es in Schmerz allerdings nicht getan, auch wenn das erste Zusammentreffen dies noch vermuten lässt. Ganz im Gegenteil bekommt man das vorletzte Kapitel der Fiebrigen Tränen erneut zu hören, allerdings von der Warte der Burns-Figuren aus gesehen. Ich bin kein Fan dieser Cross-Over, nach wie vor nicht, aber in Schmerz kann ich damit gut leben. Die kurzen Szenen in der PW-Folge kamen mir unnötig vor. Doch das hat sich nach Schmerz nun geändert, denn hier tut sich der gesamte Zusammenhang auf und schon wirkt alles deutlich griffiger und einleuchtender.
Generell ist Schmerz wohl tatsächlich mit einer der härtesten Gabriel Burns – Folgen, dahinter steckt aber ebenfalls eine interessante und spannende Geschichte. Bleibt nur abzuwarten, welchen Platz nun dieses neue Puzzel-Teilchen nachher im großen Ganzen einnehmen wird, doch das kennt man ja von der Serie, davon lebt sie letztlich auch. Auf Steven müssen wir weiterhin verzichten, aber er spielt trotzdem eine (wenn auch sehr kleine) Rolle in der Folge.

Auch der Sprecherliste sieht man das Cross-Over mehr als deutlich an. Neben Ernst Meincke, Bianca Krahl und Björn Schalla, findet man hier auch Sven Plate, Gerrit Schmidt-Foss, Kim Hasper und sogar Heinz Ostermann und Luis Fischer, die Stimmgabel des Grauens. Besonders gefallen haben mir in dieser Folge Eberhart Prüter alias Mr Sorka und Sabine Krause als Luzia Weaver. Zwar haben sie nicht den Großteil des Hörspiels zu tragen, doch wenn sie sich zu Worte melden, dann ist das schon für so manche Gänsehaut gut. Auf jeden Fall bringen sie ein Bild ihrer Charaktere an den Hörer und insbesondere bei Luzia Weaver dieses Bild wirklich schauerlich.

Der Soundtrack ist wieder typisch Gabriel Burns, düster, eindringlich, schleichend und nahezu allgegenwärtig. Man bekommt bereits vertraute, aber auch neue Musiken zu hören, die die mysteriöse und düstere Atmosphäre ebenso gut heraufbeschwören, wie sie auch die brutalen Szenen untermalen. Abgerundet wird alles dann noch von gut eingesetzten und passenden Geräuschen und Effekten und schon hat man eine ebenso gelungene Klangkulisse wie in jeder vorigen Folge.

Selten haben Titel und Covermotiv so gut zusammengepasst wie bei dieser Folge. Und nach dem Hören kann man sich sogar vorstellen, was man da eigentlich sieht. Also ist auch hier alles in bester Ordnung.

Fazit:    Meine Bedenken wegen der Splatter-Sache waren unbegründet und mit dem Cross-Over hat mich Schmerz sogar ein wenig versöhnt, so gesehen bin ich schon mal sehr zufrieden mit der Folge. Allerdings sehe ich hier keine wesentliche Verbindung mit anderen Folgen. Davon abgesehen ist Schmerz aber eine wunderbar grausige, spannende und interessante Folge.

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