Heaven – Stadt der Feen (Christoph Marzi / Katharina Thalbach)

Titel:   Heaven – Stadt der Feen / Verlag:   Lübbe Audio / Laufzeit:   ca. 414 min / 6 CDs / Buch:   Christoph Marzi / gelesen von:   Katharina Thalbach

Inhalt:  Wie kann man verlieren, was einem schon genommen wurde? Feenblut fließt in den Adern des Mädchens Heaven. Aber bisher weiß sie noch nichts von ihrer besonderen Abstammung.
David findet sein Leben ganz normal. Ein bisschen langweilig. Gut, seine Ex hat ihn gerade verlassen, aber kein Grund für ein Hollywood-Drama. Doch dann trifft er hoch über den Dächern Londons Heaven. Und Davids Leben ändert sich für immer.


Mein Interesse an Heaven – Stadt der Feen wurde aus zwei Gründen geweckt. Erstens war es das wunderschön gestaltete Cover, zweitens der Titel, der endlich mal Fantasy ohne die gerade so beliebten Blutsauger versprach. Ein wenig Skepsis blieb, denn für Feen habe ich an sich wenig übrig.
Die 6 CDs habe ich dann -für mich selbst überraschend- nahezu in einem weg gehört. Christoph Marzis Geschichte ist eine ganz besondere Mischung aus Realität und Fantasy. Sie spielt im heutigen London, doch gibt es dort „Menschen“, die etwas Besonderes sind, auch wenn sie es manchmal selber noch nicht wissen. Zumindest so lange bis jemand Jagd auf sie macht, ihnen etwas Überlebenswichtiges nimmt und sie trotzdem weiterleben können, so wie Heaven.
Glücklicherweise findet David das Mädchen nach dem Überfall und bleibt bei ihr. Doch Heavens Häscher sind nun umso interessiertes an ihr und so beginnt eine abenteuerliche und gefährliche Jagd durch London. Zeit zum Durchatmen hat man als Hörer nur sehr selten, ruhige Szenen sind rar gestreut, meistens geht es spannend und rasant zu.
Und auch an der Prise Romantik, die zu solchen Geschichten für Teenager gehört, fehlt es Heaven nicht. Allerdings drängt sie sich nie vor die Handlung, auch wenn sie ab einem gewissen Punkt ständig quasi spürbar ist.
Besonders gefallen hat mir Marzis Idee von der Herkunft der Feen, die mir so noch nirgendwo begegnet war. Sehr phantasievoll, wunderschön und einfach mal etwas ganz Anderes, klasse! Deshalb hatte mein Feen-Vorurteil vom Anfang auch schnell keine Chance mehr.

Gelesen wird Heaven von Katharina Thalbach und war somit meine Premiere mit dieser Erzählerin. Beim Gedanken an eine Feen-Geschichte hatte ich sofort ein bestimmte Art Stimme im Kopf, hell, klar, süß… Katharina Thalbachs Stimme ist nichts davon und ich musste mich an ihre eher tiefe und rauchige Stimme erst mal gewöhnen. Im Nachhinein aber finde ich, dass ihre Stimme gut zu diesem Hörbuch passt. Warum? Weil Heaven eben keine liebliche, süße Feen-Geschichte ist, sondern eine spannende Fantasy-Geschichte, in der es oft auch traurig, lebensgefährlich und blutig zugeht. Es ist keine Kitsch-Story und darum hätte eine kitschige Stimme auch nicht dazu gepasst.

Musik gibt es lediglich am Ende jeder CD zu hören. Da sind es dann ruhige Melodien, die auch ein wenig exotisch klingen. Vielleicht mag jetzt jemand meinen, zu einer Feen-Geschichte gehöre Musik unbedingt dazu, doch -wie gesagt- ist Heaven keine der Geschichten, in denen Feen stets umgeben von sphärischer Musik daher kommen. Mir haben Musik und Geräusch jedenfalls nicht gefehlt.

Die CDs stecken in einem schicken Digipack, dessen Front schlichtweg ein Hingucker ist. Der nächtliche Himmel über London, davor das verschlungene Gittertor, das wie ein Durchgang von der Feenwelt in die Realität wirkt, das wirkt gleichermaßen realistisch wie phantasievoll Im Inneren findet man kurze Texte zum Autor und zur Sprecherin und ein wenig Werbung auf weitere Fantasy-Hörbücher. Ich fand es schade, dass keine weitere Hörbücher zu Geschichten von Christoph Marzi darunter sind. Von ihm gibt es doch bereits mehrere Hörbücher.

Fazit:    Heaven – Stadt der Feen ist eine wunderschöne und sehr spannende Geschichte aus dem Bereich der Urban Fantasy. Vergleichbares fällt mir nicht ein und somit kann ich das Hörbuch vorbehaltlos jedem empfehlen, der Fantasy mag, aber für den laufenden Vampir- und den beginnenden Werwolf-Hype nichts übrig hat oder daran schon „satt“ ist. Zweifellos ist es eine Geschichte für Jugendliche, aber ich bin mir sicher, dass auch Erwachsene Fans dieses Genres ihren Spaß daran haben werden.

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