Schrei der Angst (01) – Feeder

Titel:   Schrei der Angst (01) – Feeder / VerlagPhasenmusik / Laufzeit:   ca. 100  min / 2 CDs / Sprecher:   Ernst Meincke, Annette Gunkel, Detlef Bierstedt, Martin May, Tobias Häusler, Jona Mues u.a.

Inhalt:   In Feeder treibt Phillip Schwarz sein perverses Unwesen. Er mästet Frauen mit seinen Fütterungsmaschinen qualvoll zu Tode. Und nicht nur das: genüsslich stellt er dem FBI seine Opfer zur Schau. Warum tut er das? Und wer ist das nächste Opfer? Die Agenten nehmen die Verfolgung auf und stoßen dabei des Öfteren an ihre physischen und psychischen Grenzen. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass es dem Hörer ähnlich ergeht…


Mit Feeder stellt Marctropolis nicht nur die erste Folge ihrer Hörspielserie Schrei der Angst vor, sondern das erste Hörspiel des Verlags überhaupt.
Insgesamt würde ich es als ein Thriller-Hörspiel mit Horror-Elementen einstufen.
Denn auch wenn Serientitel und Cover einen anderen Eindruck vermitteln, ein reines Horror-Hörspiel ist es nicht.
Mir hat sehr gut gefallen, dass der Horror in der Geschichte nicht aus irgendwelchen Gewaltszenen besteht.
Die Bilder, die einem in den Kopf kommen, wenn man hört, welche schrecklichen Entdeckungen die Ermittler in alten Häusern oder einer verlassenen Fabrikhalle machen, oder wenn Doris Debrochet von ihrem Martyrium berichtet, erzeugen ebenfalls eine ordentliche Gänsehaut und wirken auch viel nachhaltiger.
Gelegentliche Schreckmomente gibt es dennoch, meist während der Ermittlungsarbeit der Polizei und des FBI. Denn Feeder ist -wie gesagt- auch ein spannender Thriller.
Zwei Dinge sind allerdings noch leicht verbesserungswürdig.
Erstens hat der Erzähler viel zu viel zu sagen. Da sollte man es doch mehr der Geschichte und den Charakteren überlassen, dem Hörer die Szenen und Geschehnisse vorstellbar zu machen.
Zweitens kam mir die Geschichte an mancher Stelle etwas zu sehr in die Länge gezogen vor. Einige Szenen hätten ruhig etwas kürzer ausfallen können, ohne dass die Qualität des Hörspiels in den Keller gegangen wäre. Im Gegenteil würde ich sogar sagen, dass eine Straffung hier und da der Geschichte zusätzliches Tempo verliehen hätte.

Die Sprecherliste teilen sich namhafte Sprecher wie Ernst Meincke, Detlef Bierstedt und Martin May mit den Namen weniger bekannterer Sprecher.
Doch -und das ist eine echte Seltenheit bei Erstlingen und verdient daher doppeltes Lob- auch diese Neulinge machen einen tollen Job, da gibt es nichts auszusetzen.
Besonders erwähnen möchte ich Annette Gunkel in der Rolle der Doris Debrochet, die die vom Feeder gequälte Polizistin sehr überzeugend spricht. Wenn sie von ihrer Qual berichtet, überfallen einen sofort Schrecken und Mitgefühl.

Auch in Sachen Musik und Geräuschen kann Feeder sich einwandfrei hören lassen. Düstere und bedrückende Melodien stehen dabei klar im Vordergrund.

Cover und Booklet beweisen: bei Marctropolis versteht man ebenfalls etwas von Layout. Das Cover ist wirkungsvoll, ein Hingucker, und verrät auch gleich, in welche Richtung das Hörspiel vom Genre her geht.
Im Booklet findet man u.a. noch eine kurze Erläuterung zum Begriff  „Feeder“, die mir neu war und die ich deshalb interessant fand.

Fazit:    Mit Feeder ist Marctropolis ein starker Erstling gelungen. Nur an Kleinigkeiten sollte man noch ein wenig schrauben, ansonsten ist es eine runde Sache. Allerdings wäre ein Hinweis wie „Hörspiel für Erwachsene“ oder so ähnlich schon nicht verkehrt. Vom dem allgemeinen Ruf, eine Altersempfehlung von 18 Jahren dazu zu schreiben, halte ich nichts, das sehe ich anders. Aber für Kinder ist es definitiv nichts!

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