Die Morde des Émile Poiret (04) – Das Grab des Oliver Raymonds

Titel:   Die Morde des Émile Poiret (04) – Das Grab des Oliver Raymonds / Verlag:   Maritim / Laufzeit:   ca. 59 min / Sprecher:   Donald Arthur, Andreas von der Meden, Ingeborg Christiansen, Pia Werfel, Christine Pappert, Peter Weis u.a.

Inhalt:   Welches todbringende Rätsel schwebt über dem Grab des Oliver Raymonds? Als Émile Poiret, der belgische Meisterdetektiv, mitten in der Nacht zum herrschaftlichen Gut Hamingstead Hall gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass er in ein Abenteuer voller Gefahren aufbricht. Wird er das Geheimnis aufklären können, dass das Grabmal bereits seit Generationen umgibt? Denn er ist nicht der Einzige, der das obskure Rätsel lösen will – ein gnadenloser Mörder hält den Schlüssel zum Mysterium schon beinahe in seinen blutgetränkten Händen. Und für Émile Poiret beginnt ein atemloses Rennen gegen die Zeit…


Ich muss sagen, ich bin beeindruckt. Denn diese Folge würde ich als die bislang beste Folge bezeichnen.
Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum Ersten wäre da die Tatsache, dass Poirets Chauffeur Otis seinem Chef in diesem Falle immer mal zur Seite steht. Ich würde die beiden gerne mal auch in weiteren Fällen gemeinsam ermitteln und forschen hören. Der von sich eingenommene, schlaue Meisterdetektiv gemeinsam mit dem bodenständigen Chauffeur, das ist ein Team, das Spaß gemacht hat.
Ein weiterer ganz wichtiger Grund ist, dass Poiret in dieser Folge von seinen langatmigen Selbstbeweihräucherungen und Vorträgen (außer natürlich am Ende) absieht, so sind der Geschichte die gefährlichen Längen erspart geblieben, die man in den Vorgängern antraf.
Und zu guter Letzt hat es mir sehr gefallen, dass dieser Fall durchaus etwas Action und Gänsehaut-Momente an sich hat. Die Szene am Grab und die, in der der Mörder gefasst wird, sind ungewöhnlich für die Serie, aber sie passen offenbar gut hinein. Übertreiben sollte man das zwar nicht, aber dann und wann in einer Folge mal sowas als spezieller Pfiff, das darf gerne mal passieren.

In Sachen Sprecher ist mir vor allem Erzähler Peter Buchholz aufgefallen. Seine Passagen sind mir kürzer vorgekommen als bisher, dafür aber häufiger und um einiges lebendiger.
Ansonsten ist es auffällig, dass in dieser Folge hauptsächlich die Damen das Wort haben. Als Lady Hamingstead ist Ingeborg Christiansen zu hören. Und da immer wieder erwähnt wird, die Lady sei noch lange nicht geistig „hinüber“ hat es mich gefreut, dass sie dieser Rolle auch entsprechend spricht, nämlich klug, aristokratisch und bestimmt.
April Temples Part übernimmt Christine Pappert und sie hat mir ein sehr genaues und sympathisches Bild dieser jungen Frau vermittelt, die den Druck der Familie nicht mehr aushält.
Die dritte Dame heißt Moira Temple und wird von Pia Werfel gesprochen. Herrisch, zickig, genervt, hier und da fand ich das etwas übertrieben, aber trotzdem hat auch sie es geschafft, ihrer Rolle einen unverkennbaren Charakter zu verleihen.

Kaum eine Szene ohne Untermalung, sei sie musikalischer Art oder als Geräuschkulisse. Besonders gefallen haben mir die Musiken während der Szenen im Herrenhaus. Unter einem englischen Herrenhaus stellt man sich schließlich fast automatisch ein ehrwürdiges, düsteres Gemäuer vor, und diese Vorstellung wird durch die leise, düstere Hintergrundmusik sehr gut unterstützt.

Das Covermotiv hat mir wortwörtlich zu denken gegeben. Denn auf den ersten Blick war mir gar nicht klar, was dieses Bild darstellen soll, auf den zweiten Blick ebenfalls nicht. Da waren die Motive der vorigen Folgen eindeutiger. Hier hätte man doch ein anderes Motiv wählen sollen.

Fazit:   In diesem Stil mag ich den belgischen Meisterdetektiv! Scheinbar hat man die „Kinderkrankheiten“ aus den vorigen Folgen durchgestanden. So darf es mit der Serie gerne weitergehen!

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